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6 Themen, die am Donnerstag für Anleger wichtig sind

| Quelle: finanztreff

Am deutschen Aktienmarkt deutet sich zum Handelsstart am Donnerstag eine stabile Tendenz an. Der DAX -0,29% wurde zuletzt mit 12.107 Punkten etwas über Vortagsniveau taxiert. Die Wall Street hat nach dem jüngsten Rückschlag am Mittwoch etwas Boden gut machen können, dies hatte der DAX am Vortag aber schon mit seinem Anstieg um ein Prozent vorweg genommen.

Laut Analyst Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel ist eine Stabilisierung oberhalb der 12.000 Punkte "eine schöne Momentaufnahme". Dabei sorgten zuletzt wieder positivere Töne im Handelsstreit für etwas Erleichterung - mit einem Angebot Chinas zum Kauf von mehr US-Agrarprodukten. - Was heute Einfluss auf die Kurse haben dürfte. 

Vorgaben aus den USA

Der US-Leitindex Dow Jones +0,09% schloss 0,7 Prozent fester bei 26.346 Punkten. Der marktbreite S&P 500 -0,23% gewann 0,9 Prozent auf 2.919 Punkte und der technologielastige Nasdaq 100 +0,28% erholte sich um 1,1 Prozent auf 7.690 Zähler.

Keine eindeutigen Impulse kommen am Donnerstag von der US-Notenbank. Das am Vorabend veröffentlichte Protokoll der letzten Zinssitzung spielte an den Finanzmärkten keine große Rolle. Daraus ging hervor, dass die Mitglieder der Fed wachsende Gefahren für die künftige wirtschaftliche Entwicklung in den USA sehen. Ein Vermögensverwalter verwies derweil auf einen Bericht, demzufolge China trotz der aktuellen Spannungen weiter offen für ein teilweises Handelsabkommen mit den USA ist.

Vorgaben aus Fernost

Die Börsen Asiens haben am Donnerstag überwiegend Kursgewinne verzeichnet. Nach wie vor bleibt der Handelsstreit zwischen den USA und China das bestimmende Thema. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen stieg zuletzt um 0,6 Prozent auf 3.864 Punkte. Der Hang-Seng-Index -0,52% in Hongkong gewann 0,3 Prozent auf 25.767 Punkte. Der japanische Nikkei-225 +0,18% beendete den Tag 0,5 Prozent höher bei 21.552 Punkten.

Konjunkturdaten

Die deutsche Exportwirtschaft hat im August einen unerwartet starken Dämpfer erhalten. Die Ausfuhren deutscher Waren fielen im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur einen Rückgang um 1,0 Prozent erwartet. Im Juli waren die deutschen Ausfuhren allerdings etwas stärker gestiegen als bisher bekannt. Das Bundesamt revidierte den Anstieg von zuvor 0,7 auf 0,8 Prozent.

Vor allem am Ölmarkt dürfte der OPEC-Monatsbericht um 13 Uhr verstärkt in den Fokus rücken. Das EZB-Protokoll der geldpolitischen Sitzung vom 12. September erscheint um 13.30 Uhr. Gegen 14.30 Uhr folgen dann die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA. Zeitgleich wird der Verbraucherpreis-Index gemeldet.

Gespräche zur Beilegung des Handelsstreits

An diesem Donnerstag sollen neue Gespräche in Washington stattfinden. Dabei soll der chinesische Chefunterhändler Liu He auf den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin treffen. Laut Analyst Martin Güth von der LBBW wertet es der Markt derzeit schon als Fortschritt, wenn eine Verschärfung des Konflikts vorerst durch gegenseitige Zugeständnisse verhindert wird.

Unternehmens-News

Auf Unternehmensseite sorgten mit Gerresheimer +0,08% und Südzucker -0,32% erste Vorboten der bald Fahrt aufnehmenden Berichtssaison für etwas Gesprächsstoff. Bei Gerresheimer war unter Händlern von einem durchwachsenen Quartalsergebnis die Rede, die Aktie bewegte sich vorbörslich nur wenig.

Südzucker hat seine Jahresprognose trotz sinkender Umsatz- und Gewinnzahlen bestätigt. Der Zuckerkonzern litt im zweiten Geschäftsquartal weiter unter niedrigen Zuckerpreisen. Vorbörslich kam dies am Markt nicht so gut an, für die Aktie ging es um 1,8 Prozent bergab. Händler sprachen von Ernüchterung nach eigentlich guten Vorlagen durch die Tochter CropEnergies.

Außerdem bewegten einige Analystenstimmen die Kurse. Bei der nach dem Börsengang schwach gestarteten Aktie von TeamViewer +0,41% sorgt es am Morgen für etwas Rückenwind, dass die Commerzbank ihnen eine Kaufempfehlung aussprach. Vorbörslich legten sie 2,3 Prozent zu.

Außerdem könnten die Wirecard -6,04%-Aktien ihre jüngsten Schwankungen fortsetzen. Goldman Sachs strich die Papiere am Donnerstag von der "Conviction Buy List", weil Analyst Mohammed Moawalla innerhalb des Sektors attraktivere Investmentchancen sieht.

Ferner hat Goldman die Vorzugsaktien von Volkswagen -0,75% mit "Buy" gestartet.

Brexit-Gespräche

Letzte Chance auf einen Deal? Im Ringen um eine Einigung im Brexit-Streit wird der britische Premierminister Boris Johnson heute in Dublin erwartet. Bei einem Treffen um die Mittagszeit mit seinem irischen Amtskollegen Leo Varadkar dürfte es vor allem um die Frage gehen, wie die Grenze zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland auch nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union offen bleiben kann. Die Zeit drängt: Schon am 31. Oktober soll das Land die Staatsgemeinschaft verlassen. Bisher sieht es nicht so aus, als würde es in letzter Sekunde noch zu einer Einigung kommen.

Mit Material von dpa-AFX

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