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6 Themen, die am Freitag für Anleger wichtig sind

| Quelle: finanztreff

Nach dem zuletzt starken Lauf auf ein Hoch seit Anfang 2018 dürften es die meisten deutschen Aktien am Freitag zunächst langsamer angehen lassen. Vor Xetra-Auftakt wurde der DAX -0,48% mit 0,3 Prozent im Minus taxiert bei 13.244 Punkten.

Zuletzt war der Leitindex weiter beflügelt worden von einer sich abzeichnenden Einigung der USA und China auf eine schrittweise Reduzierung der Strafzölle und hatte den höchsten Stand seit Januar 2018 erreicht. Seit dem Zwischentief von Anfang Oktober hat der DAX dank der Hoffnungen auf einen Etappenerfolg im Handelsstreit mittlerweile schon fast 12 Prozent gewonnen, allein in dieser Woche sind bislang 2,5 Prozent dazu gekommen.

Mit dem aktuell angepeilten Wochenplus steuert der DAX schon auf die fünfte Gewinnwoche in Folge zu. Experten zufolge machen einige Anleger nun aber erst einmal Kasse. Auch die Wall Street konnte am Vorabend nach dem Handelsschluss in Frankfurt nichts mehr drauf satteln. -- Folgende Themen dürften heute Einfluss auf die Kurse nehmen.

Skepsis gegenüber Annäherung im Handelsstreit

Marktbeobachter zeigen sich mit Blick auf die Einigung zwischen den USA und China skeptisch. Zwar bestätigten US-Regierungsvertreter Kreisen zufolge entsprechende Aussagen aus China. "Allerdings haben wir in der Vergangenheit bereits gelernt, dass mündliche Zusicherungen eine kurze Halbwertszeit haben können", gab etwa Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba zu bedenken. Er verwies auf einen Medienbericht, wonach die avisierte Übereinkunft im Weißen Haus auf teils heftigen Widerstand stoße.

Vorgaben aus den USA

Die Aussicht auf eine Reduzierung der im Handelskrieg von den USA und China erhobenen Strafzölle hat die US-Börsen gestern auf neue Höchststände getrieben. Allerdings ging den Kursen im späten Handel ein wenig die Luft aus. Zwar schloss der Dow Jones Industrial -0,40% mit einem Aufschlag von 0,7 Prozent auf 27.674 Punkte. Bei den Leitindizes S&P 500 und Nasdaq 100 fielen die Gewinne etwas geringer aus. Etwa zweieinhalb Stunden nach der Startglocke hatten alle drei Börsenbarometer Höchststände erreicht.

Vorgaben aus Fernost

Mehrheitlich im Minus haben Asiens wichtigste Aktienmärkte am Freitag tendiert. Händler verwiesen auf schwache chinesche Konjunkturdaten. Eine Ausnahme bildeten die japanischen Börsen, die vom anhaltenden Optimismus im Handelsstreit zwischen den USA und China profitierten.  Der Nikkei 225 -0,48% schloss am Freitag mit Kursgewinnen von 0,3 Prozent bei 23.391 Punkten. Für die laufende Woche bedeutet dies Gewinne von rund 2,4 Prozent.

Am Freitag trat der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen auf der Stelle, während der Hang Seng in Hongkong um 0,8 Prozent fiel.

Vor dem Hintergrund des Handelskriegs mit den USA hat sich Chinas Außenhandel im Oktober erneut abgeschwächt. Die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft fielen im Vergleich zum Oktober des Vorjahres um 0,9 Prozent auf knapp 213 Milliarden US-Dollar (193 Mrd Euro). Die Importe gingen um 6,4 Prozent auf rund 170 Milliarden US-Dollar zurück. Beide Werte lagen allerdings über den Erwartungen von Analysten.

Konjunkturdaten

Hierzulande werfen Anleger ebenfalls einen Blick auf die Handelsbilanz. Der deutsche Außenhandel hat sich demnach im September von seiner robusten Seite präsentiert. Die Exporte erhöhten sich gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozent. Das ist deutlich mehr als der von Analysten im Schnitt erwartete Zuwachs von 0,3 Prozent. Auch die Importe legten spürbar um 1,3 Prozent zu, wohingegen Analysten mit einer Stagnation gerechnet hatten. Der Überschuss der Handelsbilanz stieg deutlich um 4,7 Milliarden auf 21,1 Milliarden Euro.

Um 16 Uhr folgt noch das US-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan.

Quartalszahlen

Mit Blick auf die deutsche Berichtssaison flaut die Nachrichtenflut vor dem Wochenende merklich ab: Neben der Allianz  stehen aber einige Unternehmen aus der zweiten und dritten Börsenreihe mit Zahlen im Fokus.

Der Versicherungskonzern berichtete für das Sommerquartal einen stabilen operativen Gewinn und übertraf damit knapp die Erwartungen. Auf Jahressicht ist die Allianz nun optimistischer und sieht ihn in der oberen Hälfte ihrer Zielspanne von 11 bis 12 Milliarden Euro. Analysten rechnen im Schnitt allerdings schon mit rund 11,9 Milliarden Euro. Ein Händler sprach von insgesamt durchwachsenen Zahlen, die eventuell nicht reichten, um die stark gelaufene Allianz-Aktie +0,23% auf ihrem hohen Niveau zu halten. Am Donnerstag hatte das Papier den höchsten Stand seit dem Jahr 2002 erreicht, heute gibt es vorbörslich nach.

Ihre Quartalszahlen präsentieren heute unter anderem auch: Credit Agricole, EnBW, Honda, Rhön-Klinikum, Richemont und Telecom Italia.

Keine Autozölle von Trump?

Der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker glaubt einem Bericht zufolge nicht, dass US-Präsident Donald Trump in der kommenden Woche neue Autozölle erhebt. "Trump wird ein bisschen rummäkeln, aber es wird keine Automobilzölle geben", sagte Juncker der Süddeutschen Zeitung. Juncker gab sich dem Bericht zufolge sehr sicher. "Er wird es nicht machen", erklärte er demnach und weiter: "Sie reden mit einem vollinformierten Mann." (mmr mit Material von dpa-AFX)

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