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7 Themen, die am Dienstag für Anleger wichtig sind

| Quelle: finanztreff

Am deutschen Aktienmarkt dürften Börsianer einen von Donald Trump ausgelösten ersten Zoll-Schock vom Vortag zumindest etwas verdaut haben. Auch wenn die US-Regierung am Abend gleich noch eine Zolldrohung in Richtung Frankreich hinterherschickte, wird der DAX +0,18% zum Handelsauftakt am Dienstag wieder über der Marke von 13.000 Punkten erwartet. Vor Xetra-Start wurde der deutsche Leitindex mit 0,5 Prozent im Plus taxiert auf 13.021 Punkten.

Am Vortag waren die Märkte eingebrochen, nachdem US-Präsident Donald Trump getwittert hatte, Zölle auf Stahl und Aluminium aus Argentinien und Brasilien zu reaktivieren. Außerdem erneuerte er seine Warnung an China, neue Zölle ab 15. Dezember zu erheben, falls bis dahin kein Deal zustande kommt.

Die Ankündigungen hätten die Märkte unvorbereitet getroffen, sagte Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Die Furcht geht um, Trump könne auch auf europäische Waren die Zölle weiter anheben. Die US-Regierung hatte die französische Digitalsteuer am Montagabend als "diskriminierend" bezeichnet und daher ein Verfahren zur Einführung neuer Strafzölle in Gang gesetzt. Trump arbeite weiter an seinem Image als Mann der Zölle und bleibe unberechenbar, erklärte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. - Von konjunktureller Seite her bleibt es heute ruhig. Folgende Themen dürften heute jedoch die Kurse beeinflussen.

Noch höhere US-Strafzölle auf EU-Produkte?

Im Konflikt um verbotene Staatshilfen für den europäischen Flugzeugbauer Airbus -0,49% erwägen die USA noch höhere Vergeltungszölle auf EU-Produkte als ohnehin schon geplant. Das teilte das Büro des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer am Montagabend in Washington mit. Die Amerikaner begründeten den Schritt mit dem jüngsten Befund der Welthandelsorganisation WTO, dass Airbus weiterhin unzulässige Subventionen von EU-Ländern erhalte.

Speziell Frankreich drohen die USA zudem wegen der Einführung einer umstrittenen Digitalsteuer mit neuen Strafzöllen. Die Steuer diskriminiere gezielt große amerikanische Internetunternehmen wie Amazon +0,18%, Google +1,30% und Facebook +0,35%, hieß es in einem am Montagabend (Ortszeit) veröffentlichten Bericht des US-Handelsbeauftragten.

Daher werde nun das Verhängen von Strafzöllen von bis zu 100 Prozent auf französische Importe im Wert von rund 2,4 Milliarden Dollar vorgeschlagen, hieß es weiter. Davon betroffen könnten demnach unter anderem Champagner, bestimmte Käsesorten, Joghurt, Butter, einige Kosmetik-Produkte und Handtaschen sein. Über die tatsächliche Verhängung der Zölle soll nach Anhörungen im Januar befunden werden.

Vorgaben aus den USA

Die wichtigsten Indizes am US-Aktienmarkt sind am Montag schwach in den letzten Börsenmonat des Jahres gestartet. Überraschend gute Konjunkturdaten aus China rückten angesichts enttäuschender Daten aus der US-Wirtschaft und neuer Zolldrohungen des US-Präsidenten in den Hintergrund. Donald Trump hatte auf Twitter die Reaktivierung von Zöllen auf Stahl und Aluminium aus Argentinien und Brasilien angekündigt und damit die Anleger in Europa und den USA verschreckt. Der Dow Jones Industrial +0,10% schloss mit minus 1,4 Prozent auf 27.783 Punkte knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief.

Vorgaben aus Fernost

Die Aktienmärkte in Asien haben am Dienstag überwiegend etwas schwächer tendiert. Grund ist der weiter schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China nach den jüngsten Drohungen des US-Präsidenten in Richtung Frankreich. In Japan ging es für den Nikkei +0,23% um 0,6 Prozent nach unten auf 23.379 Punkte. In Hongkong büßte der Hang Seng +1,03% 0,2 Prozent ein. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen legte zuletzt hingegen um 0,1 Prozent zu.

Unternehmens-News

Auch Unternehmensseitig sieht es vorerst nach einem ruhigen Handelstag aus. Dabei könnten die Papiere von ProSiebenSat.1 +0,18% ihren vergleichsweise guten Lauf vom Vortag fortsetzen, nachdem es laut Medienberichten von Insidern hieß, dass das Management "gute und konstruktive" Gespräche mit Mediaset geführt habe. Der von Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi kontrollierte Medienkonzern hält gut 15 Prozent an dem Münchener Medienunternehmen. Die ProSiebenSat.1-Aktie stagnierte vorbörslich jedoch.

Bei der Deutschen Bank +0,12% waren zudem neue Forderungen von Investoren laut geworden, Bonuszahlungen für Manager zu begrenzen. Einem Händler zufolge könnte es diesbezüglich neue Informationen auf einer Investorenveranstaltung am 10. Dezember geben. Die Aktie legte vorbörslich leicht zu.

Dass der Kochboxenversender Hellofresh -1,26% am 20. Dezember in den Stoxx-Europe-600-Index +0,38% aufsteigen wird, könnte der Aktie laut Beobachtern Schub verleihen. RTL +1,09% sowie der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer ±0,00% werden dagegen aus dem Index herausgenommen. Die Hellofresh-Aktie stand vorbörslich leicht im Plus.

Nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Aktien von Merck KGaA ±0,00% mit einer Verkaufsempfehlung in die Bewertung aufgenommen hat, könnte der Kurs des Spezialchemie- und Pharmakonzerns im Laufe des Tages noch wackeln. Vorbörslich gab die Aktie bereits um fast 2 Prozent nach.

Auch die Papiere von Alstria Office +0,84% gaben etwas nach, nachdem das Analysehaus Jefferies von seiner Kaufempfehlung abgerückt war.

Pkw-Neuzulassungen

Einen Eindruck von der aktuellen Lage der deutschen Automobilindustrie geben heute das KBA sowie VdIK und der VDA mit neuen Zahlen zu Pkw-Neuzulassungen im November.

Ausblick Chemie-Industrie

Ab 11 Uhr richtet der Chemieverband VCI seine diesjährige Wirtschaftspressekonferenz aus. Die Konjunkturaussichten für Deutschlands drittgrößte Industriebranche werden vorgestellt. Außerdem wird wohl ein vorzeitiger Wechsel an der Verbandsspitze bekanntgegeben.

Lage der Spielwarenindustrie

Die Konsumfreude der Deutschen macht sich auch in der Spielzeugbranche bemerkbar. "Wir rechnen 2019 mit einem positiven Jahresergebnis", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie, Uli Brobeil. Am Dienstag (11.00 Uhr) wird die Branche in Nürnberg aktuelle Zahlen und einen Ausblick auf 2020 vorstellen. Im vergangenen Jahr gaben die Deutschen nach Angaben des Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels 3,3 Milliarden Euro für Spielzeug aus. Der Verband ermittelt zusammen mit Händlern jedes Jahr eine "Top 10" der angesagtesten Spielsachen. Zudem werden heute auch Einzelhandelsumsätze aus dem Weihnachtsgeschäft des vergangenen Jahres veröffentlicht.   (mit Material von dpa-AFX)

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