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Allianz-Quartalszahlen: Das reicht nicht

| Quelle: finanztreff

Europas größter Versicherer Allianz wird nach einem stabilen Gewinn im Sommerquartal etwas zuversichtlicher für das laufende Jahr. Das operative Ergebnis werde 2019 voraussichtlich die obere Hälfte der Zielspanne von 11 bis 12 Milliarden Euro erreichen, teilte der DAX-Konzern -0,54% in München mit. Analysten rechneten im Schnitt allerdings ohnehin schon mit rund 11,9 Milliarden Euro.

Am Finanzmarkt zündeten die Nachrichten zunächst nicht. Im frühen Xetra-Handel rutschte der Kurs der Allianz-Aktie -0,37% auf 221,20 Euro ab. Am Vortag hatte das DAX-Schwergewicht noch bei gut 125 Euro den höchsten Stand seit 2002 erreicht. Seit Jahresbeginn hatte das Papier bereits fast 29 Prozent an Wert gewonnen (siehe Chart unten).

Gewinn in Q3 auf Vorjahresniveau

Im dritten Quartal konnte die Allianz einen Gewinnrückgang im Schaden- und Unfallgeschäft durch verbesserte Ergebnisse in den übrigen Bereichen auffangen Der Umsatz stieg konzernweit um gut acht Prozent auf 33,4 Milliarden Euro. Der operative Gewinn blieb mit 2,98 Milliarden Euro praktisch auf Vorjahresniveau und übertraf damit knapp die Erwartungen von Branchenexperten.

Auf die Aktionäre entfiel ein Überschuss von 1,95 Milliarden Euro und damit 0,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor sowie mehr als von Analysten erwartet. Dabei profitierte die Allianz von einem höheren Ergebnis aus Kapitalanlagen und geringeren Steuern.

Kapitalanlage-Geschäft läuft rund

Gut lief es im Fondsgeschäft. Das verwaltete Kundenvermögen bei der Konzerntöchter Pimco und Allianz Global Investors (AGI) wuchs von Ende Juni bis Ende September um 90 Milliarden auf den historischen Höchststand von fast 1,7 Billionen Euro. Der Großteil des Anstiegs kam zwar durch günstige Wechselkurse und Wertsteigerungen zustande. Allerdings investierten die Kunden unter dem Strich auch 22 Milliarden Euro frisches Geld in die Pimco-Fonds, während AGI Abflüsse von 4 Milliarden Euro verbuchte. Der operative Gewinn der Allianz-Fondssparte stieg dabei um acht Prozent auf 703 Millionen Euro.

Auch die Lebens- und Krankenversicherung warf mehr ab. Der operative Gewinn stieg um drei Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro, auch weil die Allianz in Deutschland und in der Region Asien-Pazifik mehr Lebensversicherungen verkaufte. Die Marge im Neugeschäft ging allerdings von 3,5 auf 3,1 Prozent zurück. "Unser Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft ist klar auf Kurs, um unsere Jahresziele zu erreichen", sagte Finanzvorstand Giulio Terzariol.

Unterdessen hat die Allianz der US-Investmentbank Goldman Sachs einen vierprozentigen Anteil an dem chinesischen Lebensversicherer Taikang abgekauft. Man habe dafür rund 800 Millionen Euro bezahlt, sagte Terzariol am Morgen dem Sender Bloomberg TV. Aus der Beteiligung könnten sich auch Kooperationen mit den Chinesen ergeben.

Prämieneinnahmen reichen locker für Deckung

Den Gewinnrückgang im Schaden- und Unfallgeschäft führte die Allianz nicht auf höhere Schäden oder gestiegene Verwaltungskosten, sondern auf einen Effekt aus dem Vorjahr zurück. Da hatte der Konzern in seinem größten Geschäftsbereich mehr Rückstellungen für Schäden aus frühen Jahren aufgelöst. Der operative Gewinn des Segments ging im dritten Quartal nun um ein Zehntel auf 1,3 Milliarden Euro zurück.

Die Prämieneinnahmen reichten allerdings locker aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken: Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote lag mit 94,3 Prozent immer noch deutlich unter der kritischen 100-Prozent-Marke.

Laut Analyst Ashik Musaddi von JPMorgan lief es bei Lebensversicherungen und in der Vermögensverwaltung etwas besser als erwartet, der Schadens- und Unfallbereich jedoch habe enttäuscht. Einem Händler zufolge dürften weder das Quartalsergebnis noch der zuversichtliche Ausblick ausreichen, um die Aktie kurzfristig weiter nach oben zu treiben. (Mit Material von dpa-AFX)

Drei-Jahres-Chart Allianz (in Euro)

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