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Bayer: Jetzt ist das Fußpflege-Geschäft endlich weg

| Quelle: finanztreff

Der Pharma- und Agrarchemie-Konzern Bayer ist bei der Suche nach einem Käufer für seine schwächelnde Fußpflege-Marke Dr. Scholl's fündig geworden. Der auf die mittelständische Konsumgüterbranche konzentrierte US-Finanzinvestor Yellow Wood Partners erwerbe die Markenrechte an Dr. Scholl's in Nord- und Südamerika für 585 Millionen US-Dollar (521 Mio. Euro), wie Bayer am Montag mitteilte. 2018 habe Dr. Scholl's einen Umsatz von 234 Millionen Dollar erzielt, hieß es weiter.

Der Verkauf der Fußpflegemarke ist Teil eines größer angelegten Konzernumbaus. So wurde bereits die Hautpflegemarke "Coppertone" für rund 550 Millionen Dollar an den Konsumgüter-Konzern Beiersdorf <DE0005200000> veräußert. Beides hatte Bayer erst vor wenigen Jahren teuer vom US-Pharmakonzern Merck & Co übernommen.

Zudem soll der 60-prozentige Anteil am Chemieparkbetreiber Currenta vom Hof und auch der Verkauf der Tiergesundheitssparte wird dem Vernehmen nach vorbereitet. Letztere würde Bayer wohl mit Abstand das meiste Geld einbringen. So hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg zuletzt von denkbaren bis zu 8 Milliarden Euro berichtet.

Das Geld kann Bayer nach dem Milliardenkauf von Monsanto für den Schuldenabbau sowie für die laut Analysten mittelfristig notwendige Stärkung der Pharmasparte gut gebrauchen. Zudem verschlingen die Glyphosat-Prozesse in den USA viel Geld. Sollte es irgendwann zu einer Einigung mit den vielen Tausend Klägern kommen, rechnen Analysten mit Milliardenbelastungen.

Die Bayer-Aktie <DE000BAY0017> zeigte sich nach der Meldung am Nachmittag erholt, nachdem sie am Vormittag noch unter einer Meldung zum Medikament Iberogast gelitten hatten. Wie das Handelsblatt berichtete, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft wegen des Magen-Medikaments. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte Bayer mehr als fünf Jahre aufgefordert, Verbraucher und Ärzte über die Risiken des Inhaltsstoffes Schöllkraut aufzuklären. Bayer änderte die Packungsbeilage und Fachinformationen jedoch erst Mitte 2018.

Mit Material von dpa-AFX

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