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Continental: Der Kapitän verlässt das Schiff

| Quelle: finanztreff

Gestern Abend hat der bisherige Continental-Chef Elmar Degenhart überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Sein Platz soll schnell wieder gefüllt werden - der Betriebsrat des Konzerns macht Druck. "Angesichts des laufenden Transformationsprogramms und der Corona-Krise ist jetzt nicht die Zeit für Experimente", mahnte der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Hasan Allak, am Freitag. 

Der Chefkontrolleur Wolfgang Reitzle hatte am Donnerstagabend eine kurzfristige Entscheidung versprochen - bis wann ein neuer Conti-Chef gefunden werden kann, ist bisher aber noch unklar.

"Das Unternehmen braucht einen Vorstandsvorsitzenden oder eine Vorstandsvorsitzende, der oder die das Unternehmen sehr gut kennt und das Vertrauen aller Beteiligten genießt", betonte Allak. 

Degenhart hatte seinen für Ende November geplanten vorzeitigen Rückzug nach mehr als elf Jahren an der Vorstandsspitze mit gesundheitlichen Überlegungen begründet. 

Am Kurs Degenharts hatte es zuletzt Kritik aus der Belegschaft, vonseiten der Gewerkschaften und auch aus der Politik gegeben - die geplanten Einsparungen, Stellenstreichungen und Standortschließungen lösten vielerorts Unverständnis aus.

Demgegenüber soll es im Eigentümerkreis des Dax-Konzerns Stimmen geben, die einen noch entschlosseneren Umbau in Richtung Software, Sensorik und E-Mobilität wollen. Ein möglicher Favorit für die Nachfolge soll der Manager Nikolai Setzer sein.

Das macht die Aktie von Continental 

An der Börse zeigten sich die Papiere des Reifenherstellers +1,56% von der Nachricht unbeeindruckt und legten zum Wochenausklang leicht zu. Auf Sicht von zwölf Monaten hat die Aktie jedoch rund 22 Prozent verloren. (Mit Material von dpa-AFX)

12-Monats-Chart Continental (in Euro)
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