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Das rosige US-Konjunkturbild bekommt Kratzer: USD gibt nach

| Quelle: Societe Generale

USD gibt nach

Ok, das war einfach. Dass EUR-USD sich nach den US-CPI-Zahlen vom vergangenen Mittwoch nicht im Bereich unter 1,21 halten konnte, hatte ich schon am Freitagmorgen geweissagt. Das war nicht gerade Rocket Science. Billiger Voodoo-Zauber kann nicht dauerhaft wirken. Freilich, es brauchte den Anlass enttäuschender Einzelhandelsumsätze und enttäuschender Konsumentenstimmung (Index der University of Michigan) in den USA, um EUR-USD wieder auf Vor-CPI-Niveaus zu hieven. Aber immerhin.

Das vormals rosige Konjunktur-Bild für die USA trübt sich ein. Der Konsum-Boom, den noch die Einzelhandelsumsätze im März angedeutet hatten, stockte offensichtlich im April. Was die Sorge nährt, dass es so weit damit nicht her ist. Da gibt’s halt die Ökonomen, die darauf hinweisen, dass die Sparvolumina, die während des Lockdown angewachsen sind, größtenteils nicht in Nachhol-Konsum fließen könnten. Weil sich Konsum nicht vorrangig am aktuellen Kassenstand orientiert, sondern am langfristigen Einkommen. Und das ist durch Corona für die Wenigsten gestiegen.

Permanent-Income-Hypothese” heißt das in Ökonomen-Sprech, wobei “Hypothese” eine Untertreibung ist. Die Ökonomik ist sich vieler Dinge nicht sicher, “Permanent Income” ist jedoch theoretisch und empirisch gut abgesichert.

Dazu passt auch, dass in Lockdown-Zeiten vor allem der Kauf langlebiger Konsumgüter boomte. Der skeptische Teil der Ökonomen-Zunft befürchtet, dass hier sogar ein Rücksetzer zu erwarten ist. Wer sich während Lockdown ein neues Sofa gekauft hat, kauft sich in nächster Zeit kein neues. Die Umsätze der US-Möbelgeschäfte sanken im April…

Um das klar zu machen: Diese skeptische Sicht ist nicht die unserer Ökonomen und damit auch nicht meine. Aber ob sie recht haben oder nicht, wird sich halt erst später zeigen. Für den Devisenmarkt ist momentan entscheidend, dass die Zweifel an einem heftigen Konsum-Boom in den USA steigen.

Damit ist auch die Aussicht auf Rentierlichkeit von USD-denominierten Anlagen gedämpft (US-Renditen fielen am Freitag und setzen diesen Trend heute Morgen fort) und der Dollar ist weniger gefragt. Insbesondere, weil gleichzeitig die US-Inflationserwartungen eben nicht unter den trüben Konjunkturaussichten litten. Im Gegenteil. Die legten auch am Freitag nochmal deutlich zu. 1-Jahres-Inflations-Swaps preisen nun deutlich mehr als 3,5% Inflation ein.

Denn die Inflation, die der Markt erwartet, ist eben zu einem guten Teil kein zyklisches Phänomen, welches davon abhängt, ob und wie sehr die US-Volkswirtschaft boomt. Was im Markt befürchtet wird, ist zweierlei:

  • eine Inflation, die durch Engpässe befeuert wird, welche dadurch entstehen, dass das Angebot nicht mit den heftigen Swings im Konsumverhalten mithalten kann;
  • eine Inflation, die dadurch weiter angefacht wird, dass der US-Fiskus ein beispielloses Ausgabenprogramm fährt, welches keine Rücksicht auf diese Engpässe nimmt, sondern sie weiter verschärft. Schließlich wird Finanzministerin Janet Yellen die Staats-Billionen nicht dafür ausgeben, für ihre Bediensteten Kreuzfahrten oder Restaurant-Mahlzeiten zu erwerben…

Auch hier gilt: Solch hohe Inflation, wie sie der Markt erwartet, entspricht nicht der Hausmeinung von Commerzbank Research. Unsere Ökonomen erwarten auf Sicht der nächsten zwölf Monate rund einen Prozentpunkt weniger Inflation als der Markt. Aber auch hier gilt: In den nächsten Wochen (und vielleicht auch noch mit der nächsten Inflationszahl) wird sich nicht entscheiden, wer recht hat. Daher dürfte vorerst USD-Skepsis weiter dominieren.

Eine entspanntere EZB ist ein gutes Signal für den Euro

Die EUR-USD-Bewegung darf keinesfalls als EUR-Stärke interpretiert werden. Schließlich haben z.B. NOK und SEK weitaus stärker zugelegt. Aber sicherlich hilft Europas Gemeinschaftswährung auch, dass aus dem Protokoll der letzten EZB-Ratssitzung zuletzt deutlich optimistischere Konjunkturaussichten und deutlich entspanntere Inflationsaussichten zu vernehmen waren.

Dass das dem Euro am Devisenmarkt nicht hilft, hat sicherlich damit zu tun, dass all das die Inflationsaussichten des Marktes für den Euroraum nur marginal beeinflusst, dass die Inflationserwartungen selbst auf lange Sicht also weiterhin deutlich unter der Schwelle notieren, bei der irgendjemand erwarten müsste, dass die EZB gezwungen wäre, an der Zinsschraube zu drehen.

Dennoch spricht ein entspannterer EZB-Rat zumindest dafür, dass sich die EZB nicht noch tiefer in expansive Geldpolitik vergräbt, aus der es dann allzu offensichtlich kein schnelles Entkommen mehr gibt. Für die Aussichten auf den (für den Devisenmarkt entscheidenden) EUR-Realzins ist eine weniger alarmierte EZB also zumindest ein marginal gutes Signal.

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