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Deutsche Telekom: Prognose erhöht – Aktie zieht an

| Quelle: finanztreff
Foto: Shutterstock.com

Die Deutsche Telekom hat im ersten Quartal Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert und will im laufenden Jahr noch etwas mehr schaffen als bislang kommuniziert. Auch um Sondereffekte bereinigt konnte Konzernchef Tim Höttges gute Kennziffern präsentieren. Dabei übertraf das Unternehmen nahezu alle Erwartungen von Analysten.

Die Deutsche Telekom hat einen starken Jahresauftakt hingelegt. Auf Konzernebene lag der Gewinn mit 3,9 Milliarden Euro mehr als viermal so hoch wie im Vorjahr. Das lag aber maßgeblich an der teilweisen Veräußerung von Glasfaser Plus und dem Abschluss des Verkaufs von T-Mobile Netherlands. Doch auch darum bereinigt lag der Gewinn mit 2,2 Milliarden Euro fast doppelt so hoch wie vor einem Jahr.

Der Erlös stieg um 6,2 Prozent auf gut 28 Milliarden Euro. Dabei profitierte Europas größter Telekom-Konzern von seinen Service-Umsätzen, die überproportional stark wuchsen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen inklusive Leasingkosten (EBITDA AL) stieg dank günstiger Wechselkurse und Veräußerungen um fast sieben Prozent auf 9,9 Milliarden Euro.

Prognose angehoben 

Wie bereits bekannt, hatte die für die Telekom enorm wichtige Tochter T-Mobile US ebenfalls ihre Jahresziele hochgeschraubt. So erwartet Unternehmenschef Mike Sievert nun aus der Übernahme von Sprint bis zu 5,4 Milliarden Dollar (5,2 Mrd Euro) an Synergien und damit mehr als bislang gedacht. Am Freitag zog nun der Bonner-Mutterkonzern nach und schraubte seine Ziele ebenfalls nach oben. 

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen inklusive Leasingkosten (EBITDA AL) des Jahres 2022 solle bei mehr als 36,6 Milliarden Euro liegen und damit etwas besser als bislang in Aussicht gestellt. Verglichen mit dem Vorjahreswert auf Pro-Forma-Basis – also ohne Veräußerung der Geschäfte in Rumänien und den Niederlanden – wäre das eine geringfügige Verbesserung.

Das Betriebsergebnis ohne Verzerrung durch Endgeräte-Vermarktung soll nunmehr bei mehr als 35,6 Milliarden Euro liegen. Auch hier wäre das etwas besser als in Aussicht gestellt. Der freie Mittelzufluss soll mit mehr als zehn Milliarden Euro ebenfalls leicht höher ausfallen als zuvor angepeilt. Im Vorjahr lag der Wert bei 8,8 Milliarden Euro.

Anteil an T-Mobile US weiter ausgebaut

Erst Mitte April hatte die Deutsche Telekom wie erwartet ihren Anteil an T-Mobile US aufgestockt. Damit verfolgt sie weiter ihr Ziel, sich über kurz oder lang die Mehrheit an den Amerikanern zu schnappen. Derzeit halten die Bonner 48,4 Prozent an dem amerikanischen Unternehmen, das wegen des Riesen-Marktes USA als besonders lukrativ gilt. Konzernchef Tim Höttges hat noch vertraglich geregelt bis Juni 2024 Zeit, sich T-Mobile-US-Aktien vom japanischen Unternehmen Softbank zu sichern.

Zur Finanzierung der restlichen Anteile könnten etwa die Einnahmen aus einer möglichen Veräußerung der Telekom-Funktürme herhalten. Am Freitag teilte der Konzern zunächst nichts dazu mit.

Das macht die Telekom-Aktie

Die Telekom-Aktie +0,44% lag im frühen Handel leicht im Plus, laut Händlern überraschten die neuen Ziele und starken Quartalszahlen nicht mehr wirklich. Am späteren Vormittag notierten die Papiere rund 0,9 Prozent fester bei 18,11 Euro. Aus charttechnischer Sicht haben die Papiere den horizontalen Widerstand bei 17,80 Euro damit deutlich überwunden und ein Kaufsignal generiert. Das 52-Wochen-Hoch bei 18,92 Euro rückt nun wieder in den Fokus. 

Sechs-Monats-Chart Deutsche Telekom (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
Im Artikel erwähnt
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