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Diese 8 Themen sind am Donnerstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff

Wie bereits am gestrigen Mittwoch versucht der deutsche Aktienmarkt am Morgen eine Stabilisierung. Der DAX wird etwa eine halbe Stunde vor Xetra-Handelsstart 0,4 Prozent höher gesehen bei 15.938 Punkten. Nach dem Rekord vor einer Woche bei 16.290 Punkten hatte der DAX zuletzt in fünf Handelstagen bis zu 3,4 Prozent auf zwischenzeitlich 15.740 Punkte verloren. Damit fiel er in die Kurslücke zurück, die der starke Monatsstart im Chartbild aufgerissen hatte. Das Monatsplus von bis zu 3,8 Prozent schmolz zeitweise unter ein halbes Prozent zusammen.

Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets UK würde sich laut seinem Morgenkommentar nicht wundern, wenn der DAX +2,82% im Tagesverlauf erneut schwächelt. Im Fokus steht der Umgang der neuen Regierung mit der vierten Pandemiewelle und der daraus resultierenden Notlage im Gesundheitssystem, so Hewson. Zudem bleiben Impulse aus den USA wegen "Thanksgiving" heute aus.

Folgende Themen könnten heute Einfluss auf die Kurse nehmen:

Vorgaben aus den USA

Die US-Aktienmärkte haben am Mittwoch keine großen Sprünge gemacht. Die Anleger hielten sich mit neuen Engagements zurück, da viele US-Bürger den Feiertag "Thanksgiving" am Donnerstag für ein verlängertes Wochenende nutzen. Feiertagsbedingt wurden auch einige Konjunkturdaten vorgezogen, die nur wenig Einfluss auf die Kurse hatten.

Der Dow Jones Industrial +1,50% schloss mit einem kleinem Minus von 0,03 Prozent bei 35.804 Punkten. Für den marktbreiten S&P 500 +2,12% ging es hingegen um 0,2 Prozent auf 4701,46 Punkte aufwärts. Der Nasdaq 100 stieg um 0,4 Prozent auf 16.367 Zähler.

Fed-Protokoll

Derweil hatte auch das Protokoll der jüngsten Notenbank-Sitzung nicht gerade beruhigt. Die Fed werde angesichts des Preisauftriebs zunehmend nervös und einige Notenbanker wollten eine schnellere Reduzierung der Anleihekäufe als bisher eingeplant.

Handel in Fernost

Die wichtigsten Aktienmärkte in Asien haben am Mittwoch abermals keine gemeinsame Richtung gefunden. Der CSI-300-Index , der die 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland umfasst, fiel zuletzt um 0,3 Prozent, während der Hang-Seng-Index +2,71% in der Sonderverwaltungszone Hongkong 0,3 Prozent gewann. Der japanische Leitindex Nikkei 225 +2,39% legte um 0,7 Prozent auf 29.499 Punkte zu. In Südkorea fielen die Kurse moderat. Hier hatte die Notenbank des Landes den Leitzins - wie erwartet - ein wenig angehoben.

Konjunktur-Daten

Am Donnerstag bleibt es an der Konjunkturfront eher ruhig. Außer dem aktualisierten GfK Verbrauchervertrauens-Index für Deutschland gibt es keine Konjunkturdaten. Die Forscher des Nürnberger Konsumforschungs-Unternehmens haben wegen der Einflüsse der vierten Corona-Welle sowie der vergleichsweise hohen Inflation die Aussichten für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft gedämpft. Das Konsumklima ist auf ein Neun-Monats-Tief gesunken - ein niedrigeres Niveau wurde zuletzt im Februar 2021 festgestellt.

Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal etwas schwächer gewachsen als zunächst angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im Zeitraum Juli bis Ende September um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statische Bundesamt am Morgen mitteilte.

Bundesbank veröffentlicht Finanzstabilitätsbericht 2021

Der Finanzstabilitätsbericht enthält Analysen und Einschätzungen der Deutschen Bundesbank zur Stabilität des deutschen Finanzsystems. Im Bericht werden die wichtigsten Risiken aus dem internationalen Umfeld und die Risikolage des deutschen Finanzsystems dargelegt.

Um 12 Uhr stellt die Europäische Kommission noch ihr Gesetzespaket zur Kapitalmarktunion vor. Unter anderem soll gegen eine Vergütungspraxis vorgegangen werden, auf der das Geschäftsmodell einiger deutscher Fintechs beruht.

EU-Digital-Gesetze

Die EU-Staaten legen heute ab 9.45 Uhr endgültig ihre Verhandlungsposition bei zwei wichtigen Digital-Gesetzen fest. Das Gesetz über digitale Märkte (DMA, Digital Markets Act) soll die Marktmacht von Internet-Riesen wie Meta-Tochter +1,89% Facebook, Amazon +3,63% und Google +2,84% begrenzen. Das Gesetz über digitale Dienste (DSA, Digital Services Act) befasst sich mit gesellschaftlichen Aspekten wie Hassrede und gefälschten Produkten im Netz.

Unternehmens-News

Anleger dürften nach dem gestern veröffentlichten Koalitionsvertrag der künftigen Bundesregierung wohl weiter ein Auge auf den Energiesektor werfen: Von RWE -0,43% über E.on +0,51% bis Nordex +5,98% hatten die Branchenwerte am Vortag schon angezogen. Nordex legten vorbörslich nochmals 1,5 Prozent zu: Der Hersteller von Windkraftanlagen hat einen Auftrag aus Peru für Anlagen mit einer Leistung von 177 Megawatt erhalten.

Interessante Nachrichten gibt es ansonsten auf Unternehmensseite von Jenoptik +6,07%, der Kurs legte hier im Tradegate-Handel um 2,3 Prozent zu. Das Technologie-Unternehmen hat einen Käufer für seine Militärtechniksparte Vincorion gefunden. Der Bereich geht an einen Fonds des Finanzinvestors Star Capital Partnership, der Eigenkapitalwert soll im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Den Erfolg im zweiten Anlauf verbuchte ein Händler als klar positiv.

Ansonsten findet heute die Hauptversammlung von Microsoft statt und die Vodafone Group zahlt Dividende.

Corona-Lage

Die Zahl der an oder mit Corona gestorbenen Menschen in Deutschland hat die Schwelle von 100.000 Toten überschritten. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Donnerstagmorgen hervor. Demnach meldeten die Gesundheitsämter dem RKI jüngst 351 Todesfälle binnen 24 Stunden, die Gesamtzahl seit Beginn der Pandemie liegt nun bei 100.119.

Die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte am Donnerstag erneut einen Höchststand und liegt nun bei 419,7 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Die Zahl der binnen eines Tages übermittelten Neuinfektionen überschritt erstmals die Schwelle von 70.000. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben 75.961 neue Corona-Fälle in 24 Stunden.

Nach der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags durch SPD, Grüne und FDP steht nun der Umgang der neuen Regierung mit der vierten Pandemiewelle und der daraus resultierenden Notlage im Gesundheitssystem im Fokus. Die Ampel-Parteien wollen nach Angaben der Grünen Anfang Dezember über schärfere Corona-Maßnahmen in Deutschland beraten. "Wir haben uns zehn Tage Zeit gegeben, um zu sehen, sind wir bei den Booster-Impfungen, sind wir bei den Schutzmaßnahmen weit genug gekommen", sagte Grünen-Chefin Annalena Baerbock.

Analystin Deepa Venkateswaran von Bernstein Research verwies am Montag in einer Studie auf die enthaltenen Ziele im Bereich der Erneuerbaren Energien. (Mit Material von dpa-AFX)

Im Artikel erwähnt
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