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Diese 9 Themen sind am Mittwoch für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff

Nach der Schaukelbörse vom Vortag wird der deutsche Aktienmarkt zur Wochenmitte recht stabil erwartet. Der DAX +0,29% wurde am Mittwochmorgen rund eine halbe Stunde vor Beginn des Xetra-Handels praktisch unveränderten Start bei 15.158 Punkten gesehen. Der EuroStoxx 50 +0,04% als Leitbarometer der Eurozone wird rund 0,1 Prozent niedriger erwartet.

Tags zuvor war der Dax im frühen Handel zunächst erneut fast bis an die Marke von 15.000 Punkten abgerutscht und hatte damit auch die 200-Tage-Trendlinie einem weiteren Test unterzogen. Es fanden sich in diesem wichtigen Unterstützungsbereich aber schnell wieder Käufer, die eine deutlichere Eintrübung verhinderten. Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am Mittwoch beeinflussen:

1. Vorgaben aus den USA 

Die US-Börsen haben ihre zu Wochenbeginn erlittenen Verluste am Dienstag etwas ausgeweitet. Kurz vor dem Start der Berichtssaison der Unternehmen scheuten die Anleger das Risiko. In den kommenden Tagen werden insbesondere Großbanken frische Quartalszahlen präsentieren. Der Leitindex Dow Jones Industrial +0,06% fiel nach einem durchwachsenen Start letztlich um 0,3 Prozent auf 34.378 Punkte. Der S&P 500 +0,12% gab um knapp 0,2 Prozent auf 4.350 Punkte nach. Für den technologielastigen Nasdaq 100 +0,30% ging es um 0,4 Prozent auf 14.662 Punkte nach unten. Generell sind die Anleger derzeit hin- und hergerissen zwischen der Aussicht auf steigende Unternehmensgewinne im Zuge der gesamtwirtschaftlichen Erholung einerseits und Inflationssorgen andererseits. 

2. Vorgaben aus Asien 

Die Anleger an den Börsen Asiens haben sich am Mittwoch eher zurückgehalten. Inflationssorgen prägen weiterhin die Stimmung. Gute Exportdaten Chinas glichen das nur teilweise aus. Der japanische Leitindex Nikkei-225 fiel um zuletzt um 0,2 Prozent. Der Hongkonger Hang-Seng-Index -0,03% sank um 1,4 Prozent, während der CSI-300-Index , der die 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, moderat zulegte.

3. Ölpreise schwächeln 

Die Ölpreise haben am Mittwoch im frühen Handel etwas nachgegeben. Sie befinden sich aber weiterhin auf hohem Niveau. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 83,32 US-Dollar. Das waren 10 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 12 Cent auf 80,52 Dollar.

Am Montag war der Preis für Nordseeöl mit mehr als 84 Dollar auf den höchsten Stand seit 2018 gestiegen. Für ein Fass US-Rohöl mussten in der Spitze rund 82 Dollar gezahlt werden. Das ist der höchste Stand seit dem Jahr 2014. Haupttreiber der Entwicklung ist, dass Energie global knapp ist. Vor allem die Gas- und Kohlepreise sind deshalb stark gestiegen. Erdöl gilt ebenfalls als knapp, wird aber auch durch die steigenden Preise anderer Energieträger mit nach oben gezogen.

4. Konjunkturdaten 

Zur Wochenmitte stehen in Großbritannien Zahlen zur Industrieproduktion sowie die Handelsbilanz und das Bruttoinlandsprodukt für den Monat August auf dem Programm. Aus den USA gibt es zudem frische Daten zum Immobilienmarkt, den Realeinkommen im September, die September-Verbraucherpreise  und dem wöchentlichen API-Ölbericht. 

5. Unternehmensnews

Im Mittelpunkt des Interesses unter den Einzelwerten dürften am Mittwoch die Aktien von SAP +1,76% stehen, nachdem Europas größter Softwarehersteller am Vorabend über die jüngste Geschäftsentwicklung informiert hatte. Demnach verdiente SAP im dritten Quartal deutlich mehr als vom Markt erwartet und erhöhte den Jahresausblick. Analyst Andrew DeGasperi von der Privatbank Berenberg lobte in einer ersten Reaktion vor allem das starke Geschäft der Walldorfer mit Mietsoftware (Cloud). Im vorbörslichen Geschäft gewannen die SAP-Papiere auf der Handelsplattform Tradegate zuletzt rund 2,6 Prozent.

Bei Fraport +1,02% schwächte sich das Passagiergeschäft am Frankfurter Flughafen nach dem Ende der Sommerferien wieder etwas ab. Der Flughafenbetreiber zählte im September rund 3,1 Millionen Fluggäste. Die Fraport-Anteilsscheine sanken auf Tradegate um rund 0,5 Prozent.

Beim Biosprit-Hersteller Cropenergies +1,42% drückten höhere Rohstoffkosten und gestiegene Energiepreise auf die Ergebnisse im zweiten Geschäftsquartal. Der Gewinn habe sich im Berichtszeitraum Juni bis Ende August mehr als halbiert, teilte die Südzucker-Tochter +1,50% mit. Die Cropenergies-Titel fielen auf Tradegate um mehr als acht Prozent.

6. IWF-Chefin äußert sich zu Manipulationsvorwürfen 

Nach den Vorwürfen der Datenmanipulation zugunsten Chinas wird sich die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgiewa, am Mittwoch (15.00 Uhr MESZ) öffentlich äußern. Der Skandal dürfte Georgiewas regulär geplante Pressekonferenz anlässlich der gemeinsamen Jahrestagung von Weltbank und IWF in Washington überschatten. Auch Weltbank-Chef David Malpass will sich Fragen von Journalisten stellen (14.15 Uhr MESZ). Später soll es zudem ein Treffen der Finanzminister der G20-Staaten geben.

Für die Weltbank und den IWF ist die angebliche Manipulation von Daten ein schwerer Vorwurf. Für die in Washington ansässigen Organisationen gehört die unabhängige und unpolitische Erhebung und Zusammenstellung internationaler Daten zum Kerngeschäft. Ihre Daten sind häufig auch eine Grundlage für weitreichende Entscheidungen.

7. Corona-Lage in Deutschland 

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es wenig Dynamik. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 65,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 65,8 gelegen, vor einer Woche bei 62,3 (Vormonat: 81,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.903 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.23 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11 547 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 92 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 76 Todesfälle gewesen. 

8. Sozialverbände fordern Ausgleich für teure Energie

Die hohen Preise für Strom, Gas und Benzin bereiten Verbraucherschützern und Sozialverbänden Sorge. Wenn der Anstieg der Energie- und Benzinpreise ungebremst weitergehe, drohe eine "dramatische soziale Schieflage", sagte der Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Klaus Müller, dem "Tagesspiegel" (Montag). Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, sprach sich dafür aus, das Wohngeld für Menschen mit geringen Einkommen jährlich an die steigenden Energiekosten anzupassen. Angesichts der immensen Preissteigerungen für Energie müsse der Staat einen sozialen Ausgleich für Einkommensschwache schaffen.

"Es kann nicht sein, dass fast jeder zweite Haushalt in einer deutschen Großstadt mehr als 30 Prozent des Nettoeinkommens für die Miete ausgeben muss, ein Viertel sogar mindestens 40 Prozent", sagte Bentele der Zeitung. "Die Politik muss endlich Rahmenbedingungen schaffen, damit für alle Menschen im Land Wohnraum, Strom, Wärme aber auch gesunde Lebensmittel bezahlbar sind."

Nach Ansicht von Verbraucherschützer Müller muss die Politik "dringend die gegenwärtige Abhängigkeit von Energieimporten reduzieren, auf Energieeinsparungen setzen und Energiearmut verhindern". Derzeit flössen die Einnahmen aus den höheren Benzin- und Gaspreisen unter anderen an Russland, Norwegen und die arabischen Staaten. Damit stünden sie nicht für ökologische Investitionen und auch nicht für Pro-Kopf-Erstattungen an Verbraucher zur Verfügung.

9. Bafin äußert sich zu Reformen 

Am Mittwoch steht außerdem ein Online-Pressegespräch zur Reform der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) mit dem seit August amtierenden Bafin-Präsidenten Mark Branson und Finanzstaatssekretär Jörg Kukies auf dem Programm. Gegenüber dem Handelsblatt betonte Branson bereits, Geldhäuser künftig genauer unter die Lupe nehmen zu wollen (Mit Material von dpa-AFX). 

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