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Drägerwerk: Hohe Kosten drücken auf Gewinn – Aktie schwächer

| Quelle: finanztreff

Die Corona-Pandemie beschert dem Medizin- und Sicherheitstechnik-Konzern Drägerwerk ein anhaltend hohes Auftragsniveau. Im vergangenen Quartal sorgten jedoch hohe Kosten für einen Ergebnisrückgang bei dem Lübecker Unternehmen. An der Börse war die Nachricht Anlass für lange Gesichter, wenngleich die Norddeutschen ihre erst kürzlich angehobenen Jahresziele bestätigten.

Während der Umsatz im zweiten Jahresviertel um 6,7 Prozent (währungsbereinigt plus 9 Prozent) auf rund 841 Millionen Euro kletterte, schnitt Drägerwerk beim operativen Ergebnis unerwartet schwach ab. Das Unternehmen wies vor Zinsen und Steuern (Ebit) nach vorläufigen Berechnungen einen Ergebnisrückgang von mehr als einem Fünftel auf rund 80 Millionen Euro aus nach 102 Millionen Euro im Vorjahr. Damals hatte der Konzern allerdings wegen brummender Geschäfte im Zuge der Corona-Pandemie noch sehr stark abgeschnitten. Im aktuellen Berichtszeitraum aber hatte eine geringere Bruttomarge zusammen mit höheren Funktionskosten belastet, wie Drägerwerk am Vorabend mitgeteilt hatte.

Stabiler Auftragseingang 

Der Auftragseingang hingegen lag im vergangenen Jahresviertel wegen der anhaltend hohen Nachfrage im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie mit rund 738 Millionen Euro in etwa auf dem Niveau des starken ersten Quartals. Aufgrund der besser als erwartet ausgefallenen Entwicklung bei den Aufträgen hatte das Management bereits im Juni seine Jahresprognosen angehoben. Nach dem sehr starken Jahr 2020 rechnet der Konzern für 2021 währungsbereinigt mit einem Umsatzrückgang von zwei bis sechs Prozent und einer EBIT-Marge von 8 bis 11 Prozent. Angaben zum Nettogewinn machte Drägerwerk zunächst nicht, am 29. Juli will das Unternehmen den Zwischenbericht zum ersten Halbjahr vorlegen.

Gewinnvervielfachung durch Corona

2020 hatte Drägerwerk dank der Pandemie seinen Gewinn unter dem Strich vervielfacht, aufgrund der hohen Nachfrage nach Beatmungsgeräten wurden die Produktionskapazitäten am Stammsitz sowie an internationalen Standorten deutlich ausgeweitet und zudem neue Fabriken errichtet. 

Das macht die Drägerwerk-Aktie 

Bei den Anlegern kamen die Zahlen nicht gut an: Die Drägerwerk-Vorzüge -0,14% gaben am Donnerstagmittag um rund 5,5 Prozent auf 73,60 Euro nach. Damit markierte die Aktie ein neues Fünfwochentief. Seit Jahresbeginn steht jedoch ein Plus von 12,7 Prozent zu Buche.

Sechs-Monats-Chart Drägerwerk (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
Im Artikel erwähnt
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