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Ergänzungen des Anlageportfolios bei sinkenden Aktienmärkten

| Quelle: FIN

Mini-Zinsen machen es sei Jahren Sparern schwer, Geld mit einer akzeptablen Rendite anzulegen. Deutlich wird die Tragweite der Entwicklung, wenn ein Blick in die MFI-Zinsstatistiken geworfen wird. Hier lässt sich sehr deutlich erkennen, wie stark Zinsen für Bankeinlagen in den letzten Jahren zusammengeschrumpft sind. Gab es vor sechs bis acht Jahren noch 2 Prozent bis 3 Prozent auf Tages- oder Festgeld, sind die Guthabenzinsen inzwischen auf deutlich unter 1 Prozent angekommen. In den letzten Jahren war vor dem Hintergrund dieser Entwicklung immer wieder der Hinweis zu hören, sich für den Vermögensaufbau auf Aktienmärkte zu stützen.

Ein Tipp, der in Anbetracht des DAI Aktiendreiecks nicht von der Hand zu weisen ist. Über einen längeren Zeitraum betrachtet hat der DAX oft eine akzeptable Rendite erwirtschaftet. Aber: In Aktien Geld zu investieren ist kein Selbstläufer. Deutlich wird diese Aussage an der Performance des deutschen Aktienmarkts 2018. Am 2. Januar 2018 startete der DAX mit rund 12.872 Zählern. Nach einem ständigen Auf und Ab der Kurse geht es seit Ende September kontinuierlich abwärts. Ende November 2018 lag der Index bei rund 11.300 Punkten. Welche Chancen haben Anleger, in einem solchen schwierigen Umfeld Geld immer noch mit Gewinn anzulegen?

Immobilien als Alternative?

Immobilien werden sehr gern auch als Betongold bezeichnet. Diese Tatsache kann durchaus gerechtfertigt sein. Seit die Bauzinsen auf einem niedrigen Niveau angekommen sind und sich institutionelle Investoren wie auch private Immobilienkäufer für Eigentum interessieren, steigen die Preise am Markt sehr deutlich.

Wie stark der Drang bei den Immobilienpreisen nach oben ist, lässt sich am besten am Preisindex der deutschen Pfandbriefbanken erkennen. Im 2. Quartal 2018 sind die Preise für Wohnimmobilien im vdp-Index um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Mit solchen Preissteigerungen können Immobilien in mehrfacher Hinsicht von Interesse sein. Es geht um:

 

  • Wertsteigerung beim Wiederverkauf
  • Mieteinnahmen.

 

Grundsätzlich haben interessierte Anleger hier drei Optionen:

 

  • Immobilienkauf
  • Immobilienfonds
  • Aktien aus dem Immobiliensegment.

 

Aber: Auch, wenn Immobilien auf den ersten Blick als Anlage verlockend erscheinen – das Investment kann auch zum Alptraum werden. Hierfür gibt es mehrere Gründe.

 

  • Geschlossene Immobilienfonds: Bei Fonds gibt es zwei Arten – offene und geschlossene Fonds. Letztere haben die Eigenschaft, dass nach Abschluss der Zeichnung keine Gelder aus dem Sondervermögen (sprich dem Fondskapital) entnommen werden dürfen. Dieser Aspekt kann zum Problem werden, wenn sich Fonds nicht wie erwartet entwickeln und Anleger aussteigen wollen – was nicht ohne Weiteres möglich ist.
  • Wertentwicklungsfaktoren: Wer als Investor auf eine hohe Wertsteigerung bei Immobilien setzt, kann sich durchaus übernehmen. Bei guter Nachfrage am Markt gehen die Preise nach oben – aber nicht überall. Es kann beispielsweise durch Änderungen im Bebauungsplan dazu kommen, dass wertmindernde Faktoren (Autobahn in der Nähe, Überflugrouten) auftauchen und Investoren einen Strich durch die Rechnung machen.
  • Mietausfälle: Wo eine Immobilie mit dem Zweck der Vermietung erworben wird, kann ein stetiger Zufluss von Mieteinnahmen entstehen. Allerdings birgt das Ganze auch gewisse Risiken. Wird eine Wohnung nicht durchgehend vermietet oder taucht das Problem des Miet-Nomadentums auf, kommt es zu Mietausfällen bzw. zusätzlichen Kosten. Letztere laufen unter anderem durch Betriebskosten auf, die nicht umgelegt werden können bzw. Zwangsräumungen usw.

 

Aufgrund der angesprochenen Punkte ist ein Investment in Immobilien nichts, was aus dem Bauch heraus entschieden werden sollte. Um damit auf lange Sicht erfolgreich zu sein, braucht es ein gewisses Hintergrundwissen. Nur so lässt sich ein Investment objektiv hinsichtlich seiner Chancen bewerten.

Dieser Grundsatz gilt auch für einige anderen Anlageinstrumente, die auf Sachwerten beruhen. Hierzu gehören zum Beispiel Oldtimer oder Kunst. Beides kann zum Vermögensaufbau dienen – und verspricht hohe Gewinne. Auf der anderen Seite besteht immer das Risiko, als Laie Fehler zu machen und sich am Ende damit zu übernehmen.

Investition in Rohstoffe - eine ernstzunehmende Ergänzung?

Geht es um Alternativen zu Aktien, stehen Rohstoffe fast immer auf der Liste. Hier geht es nicht nur um Gold oder Platin und Erdöl. Im Gegenteil: Gewinne lassen sich mit einer ganzen Palette an Rohstoffen erzielen. Hierzu gehören auf der einen Seite Edelmetalle, wie:

 

 

Andererseits bieten sich Gelegenheiten auch im Bereich der Industriemetalle oder bei Lebensmittelrohstoffen, zu denen:

 

 

gehören. Wie Rohstoffe in das eigene Portfolio einbauen? Generell gibt es auch hier verschiedene Optionen. Gerade bei Rohstoffen wie Gold bietet sich der physische Erwerb an. Bei Weizen oder Kaffee und Erdöl kommt das Ganze natürlich weniger in Frage. Trotzdem lassen sich hier durchaus interessante Investmentmöglichkeiten finden. Hier wäre zum Beispiel über Zertifikate nachzudenken. Allerdings zeigt der Blick in die Vergangenheit, dass hier etwa durch das Emittenten-Risiko eine gewisse Gefahr darstellt.

1. Aktien auf Rohstoffe

Rohstoffe gehören zu den bedeutsamsten marktgehandelten Positionen überhaupt. Das liegt primär daran, dass vor allem der Energiesektor enorme Summen benötigt, aber eben auch abwirft. Sieht man von der Tech-Branche ab, gehören Rohstoff-Giganten aus dem Bereich der Energieträger zu den potentesten Unternehmen. Klassisch und nach wie vor sehr tauglich, um das eigene Portfolio zu unterfüttern, ist der Erdölsektor. Bei ihm basiert alles auf einheitlichen Referenzwerten. Dabei stehen sogenannte Referenzöle wie ICE BRent oder NYMEX Crude Oil stellvertretend für die in der Realität sehr viel unterschiedlicheren und zahlreicheren Ölsorten. Die Referenzwerte ermöglichen es, trotzdem eine relativ einheitliche Preisgestaltung für unterschiedliche Kontrakte festzulegen. Da Öl allerdings auch ein Politikum ist, sollte hier besonders auf Streuung geachtet werden - durch politische Spannungen sind die Ölpreise selbst zu empfindlich, um damit alleine seine Investitionen zu bestreiten.

Ein anderes Beispiel ist der Goldpreis. Die besondere Rolle des Edelmetalls führt dazu, dass in turbulenten Zeiten der Preis pro Unze schnell in die Höhe schießt. Aber: Es kann bei den Rohstoffen ebenso schnell wieder nach unten gehen – was auch die Aktien der Rohstoffgesellschaften zu spüren bekommen.

2. ETFs

ETF ist ein Begriff, der in letzte Zeit häufig zu hören ist. Hier geht es primär um Indexfonds, welche einen spezifischen Aktienindex nachbilden. Der Vorteil: ETFs sind im Vergleich zu Fonds relativ günstig und die Risiken sind überschaubar. Gerade durch die teils sehr breite Streuung bieten sich die Indexfonds für konservativ orientierte Portfolios an. Und es kann auch in Rohstoffe investiert werden. Hier ist eines allerdings zu vermeiden – ein Klumpenrisiko. Letzteres entsteht, wenn in mehrere ETFs aus dem gleichen Markt investiert wird.

3. CFDs – spekulative Rohstoffanlagen

Es gibt eine dritte Möglichkeit, um in Rohstoffe zu investieren. Allerdings beinhaltet diese erhebliche Risiken und eignet sich daher vornehmlich für Anleger, die Verluste verkraften können. Die Rede ist von CFDs. Es geht um Differenzkontrakte, mit denen selbst in schwierigen Phasen und sinkenden Kursen ein Gewinn entsteht. Da es sich hier um Hebelprodukte handelt, sind diese mit einer gewissen Vorsicht zu genießen.

Festverzinsliche Wertpapiere - könnten Anleihen ein Comeback erleben?

Festverzinsliche Wertpapiere haben in den letzten Jahren bei vielen Anlegern eher temporär eine Rolle gespielt. Oft waren sie vom Schirm komplett verschwunden. Inzwischen sieht die Lage wieder etwas anders aus. Soll heißen: Festverzinsliche Wertpapiere gewinnen wieder einen Teil ihrer alten Stärke zurück. Zwar haben sich die Vorzeichen etwas verändert, Analysten rechnen aber trotzdem mit einem Aufwärtstrend. Besonders die Staatsanleihen scheinen von dieser Entwicklung zu profitieren, während Unternehmensanleihen bisher noch nicht aus ihrem Tal haben herausarbeiten können. Setzt sich der Trend fort, werden die Rentenpapiere in Zukunft in dem einen oder anderen Portfolio vielleicht wieder eine stärkere Rolle spielen.

Fazit: Bei Turbulenzen das Steuer fest in der Hand halten

An den Aktienmärkten kann es schnell turbulent werden. Eine Tatsache, die Anleger nicht schmeckt, mit der aber einfach gelebt werden muss. Es gibt die eine oder andere Möglichkeit, im Portfolio ein kleines Sicherheitsnetz aufzubauen und in turbulenten Phasen Kapital umzuschichten. Eines sollte sich jeder Anleger aber bewusst sein: Auch, wenn es mal stürmisch wird, in der Vergangenheit haben die Börsen – sobald sich der Gegenwind legt – ihre Verluste mehr als wettgemacht. Panikreaktionen sind auf dem Parkett in jedem Fall ein sehr schlechter Ratgeber, der meistens zu unüberlegten Entscheidungen führt.

Bildquellen
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