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Gewerbebranche: Strom wird höhere Kosten verursachen

| Quelle: FIN

Ein preistreibender Faktor ist die Energiebereitstellung. Das erleben nicht nur Privathaushalte, sondern auch Unternehmen. Je nach Branche sind die Auswirkungen unterschiedlich hoch, dennoch sind so gut wie alle Gewerbetreibenden mit höheren Stromkosten konfrontiert. Auch im Jahr 2019 werden die Preise weiter anziehen, was vor allem Mittelständler vor Probleme stellen kann.

Was ist Gewerbestrom?

Beim Gewerbestrom handelt es sich um handelsüblichen Strom, den auch Privathaushalte beziehen. Allerdings wird dieser Strom von Gewerbetreibenden sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen bezogen. Von den Stromanbietern werden die Preise für die betriebliche Nutzung mit Rabatten versehen. Dennoch kam es auch hier in den letzten Jahren zu starken Preisanstiegen, weshalb ein Vergleich der Anbieter auch für Unternehmen sinnvoll ist. Im Internet gibt es auf Seiten wie Stromvergleich.de daher auch einen Preisvergleich der Anbieter von Gewerbestrom.

Um von den günstigeren Konditionen profitieren zu können, müssen die Unternehmen jedoch Voraussetzungen in Bezug auf die Mindestabnahmemenge erfüllen. Je nach Anbieter müssen hier zwischen 30.000 und 50.000 kWh pro Jahr bezogen werden. Die Unternehmen werden entsprechend ihrem Stromverbrauch an die Netze mit verschiedenen Spannungen angeschlossen:

 

  • Hochspannungsnetz für die größten Stromabnehmer, hauptsächlich in der Industrie
  • Mittelspannungsnetz meist für mittelständische Unternehmen
  • Niederspannungsnetz für kleinere Gewerbebetriebe

 

Neben der ohnehin angespannten Wirtschaftslage sind die Unternehmen mit deutlich höheren Stromkosten konfrontiert. In den letzten zwei Jahren hat sich der Strompreis in etwa verdoppelt. Das sorgt logischerweise für weitere Gewinnrückgänge. Auch wenn sich die Unternehmen meist mit langfristigen Verträgen eindecken, um Planungssicherheit zu haben, laufen auch diese aus.

Während in der jüngeren Vergangenheit Kosten für eine Megawattstunde von etwa 20 bis 25 Euro anfielen, müssen Unternehmen in Zukunft mit mehr als 40 Euro rechnen. Vor allem in Betrieben mit hohem Stromverbrauch ist dieser Anstieg schwer zu verkraften. Großkonzerne kommen in der Regel besser damit klar. Für Mittelständler bedeutet dies jedoch oft eine Gratwanderung. Die Unternehmen, deren Verträge in nächster Zeit auslaufen, sind am stärksten betroffen.

Steigen die Stromkosten weiter?

Im Vergleich zu den Rekordwerten von vor zehn Jahren wirken die aktuellen Strompreise zunächst nicht sehr teuer. Damals kostete eine Megawattstunde mehr als 90 Euro. Bis 2016 sind die Preise dann kontinuierlich auf weniger als 20 Euro gefallen. Diesen Werten liegen die Kosten für eine Megawattstunde am Terminmarkt der Leipziger Börse EEX zugrunde. Seit zwei Jahren sehen wir nun wieder einen Anstieg, so dass der Strompreis erneut auf Rekordkurs ist.

Der Grund für den Anstieg sind in erster Linie steigende Rohstoffkosten bei den fossilen Brennstoffen Kohle, Öl und Gas. Ein erneuter Preisabschwung ist zudem nicht sehr wahrscheinlich. Unternehmen, die sich mit langen Verträgen eingedeckt haben, trifft der Anstieg zunächst nicht so hart. Große Firmen haben zudem ein effizientes Energiekostenmanagement, was sich die meisten KMU jedoch aufgrund mangelnder Kapazitäten nicht leisten können. Mittelständische Unternehmen aus den Branchen mit einem hohen Energiebedarf – beispielsweise Metallverarbeitung oder Chemie – werden daher am stärksten unter den höheren Preisen leiden.

Strompreise für Stromproduzenten nicht rentabel

Ein Anstieg der Preise war und ist allerdings unvermeidlich. Als die Preise 2016 so niedrig lagen, konnten die Stromproduzenten häufig nicht einmal ihre Produktionskosten damit decken. Betreiber von Gaskraftwerken erwirtschaften erst Profite bei einem Strompreis von über 50 Euro je MWh. Deshalb wurde die Produktion in diesen Kraftwerken zurückgefahren. Aber auch bei den Steinkohlekraftwerken entstehen je nach Effizienz Produktionskosten in Höhe von mehr als 30 Euro je MWh.

Somit waren für die Betreiber nur noch Atom- und Braunkohlekraftwerke rentabel. Neben den gestiegenen Kosten für Steinkohle und Gas müssen die Stromproduzenten allerdings auch bei den CO2-Zertifikaten mehr bezahlen. Während Mitte 2018 nicht einmal 20 Euro pro Tonne ausgestoßenem CO2 fällig wurden, sind für die Jahre 2019 bis 2023 voraussichtlich 35 bis 40 Euro zu bezahlen. Die Preise für CO2-Zertifikate steigen also ebenfalls drastisch. Diese Kosten werden schlussendlich auch die Stromabnehmer, sprich Privathaushalte und Unternehmen, übernehmen müssen. Bei der Wahl der Stromerzeugung muss also auch auf die Stromgestehungskosten geachtet werden. Photovoltaik und Onshore-Wind sind die günstigsten Technologien in Deutschland. Ein Vorantreiben der erneuerbaren Energien ist somit nicht nur aus ökologischer und gesundheitlicher Sicht, sondern auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll.

Bildquelle: Wikilmages / Pixabay.com

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