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Investition mit Weitblick

| Quelle: Lars Brandau
Klimawandel und Umweltzerstörung sind existenzielle Bedrohungen für Europa und die Welt. Deshalb braucht Europa eine neue Wachstumsstrategie, wenn der Übergang zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft gelingen soll. So formuliert es die Europäische Kommission, wenn vom Green Deal die Rede ist. Tatsächlich ist Nachhaltigkeit für viele Menschen das Gebot der Stunde und die sichere Zukunft; für andere aber bis auf weiteres nicht viel mehr als ein gepushtes Trendthema. Zwar nehmen Angebot und Volumen bei der nachhaltigen Geldanlage stetig zu; aber dennoch ist es ein weiter Weg bis Nachhaltigkeit zur Selbstverständlichkeit auch in der Finanzanlage wird. Der Anteil der Anleger, die ethischen und ökologischen Aspekten bei der Geldanlage zunehmend mehr Bedeutung beimessen, steigt stetig, aber eben langsam. So fasst es zumindest das Ergebnis der monatlichen Trend-Umfrage des Deutschen Derivate Verbands zusammen. Positiv gegenüber nachhaltigen Finanzprodukten stehen immerhin etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer (51,2 Prozent). Bei der gleichen Umfrage vor zwei Jahren waren es noch 46,9 Prozent. Nach wie vor eher pessimistisch eingestellt sind die verbleibenden 48,8 Prozent der insgesamt 3862 Teilnehmer, bei denen es sich in der Regel um gut informierte Anleger handelt, die als Selbstentscheider ohne Berater investieren. Das Interesse am Megathema Nachhaltigkeit in der Finanzanlage gewinnt zunehmend an Relevanz. Nicht zuletzt sorgen die politischen Anstrengungen beim Green Deal der Europäischen Union ebenso für Veränderungen, wie auch das wachsende Produktangebot der Emittenten. Dennoch bleibt es trotz aller Anstrengungen bis auf weiteres bei den Anlegern ein Nischenthema. Klare einheitliche Definitionen und mangelnde Vergleichbarkeit bleiben ein Problem für aufgeschlossene Investoren. Industriestandards bezüglich der Klassifizierung nachhaltiger Produkte sowie Transparenzvorgaben wären sicher eine sinnvolle Orientierungshilfe. Wichtig ist jetzt, dass der Trend durch die Corona-bedingte Wirtschaftskrise nicht unterbrochen, sondern weiter forciert wird.
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