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Italiens Anteil an APP-Staatsanleihebestand steigt spürbar

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Zentralbanken des Eurosystems haben ihre Anleihebestände im Rahmen ihres APP-Anleihekaufprogramms im Februar kräftig erhöht, wobei sich die Banca d'Italia coronabedingt beim Kauf italienischer Staatsanleihen hervortat. Nach Mitteilung der EZB nahmen die Anleihebestände insgesamt um 51,141 (Februar: 23,462 ) Milliarden Euro auf 2.623,179 Milliarden Euro zu, Papiere über 19,017 (6,802) Milliarden Euro wurden fällig.

Nach Angaben der EZB kaufte die Banca d'Italia Staatsanleihen für 11,855 Milliarden Euro, wodurch ihr Anteil an den gesamten Staatsanleihebeständen auf 18,9 (Februar: 18,6) Prozent zunahm. Italiens Anteil am eingezahlten EZB-Kapital, an dem sich die Käufe zumindest langfristig orientieren sollten, liegt bei 17,0 Prozent.

Die Deutsche Bundesbank kaufte Bundesanleihen für nur 2,046 Milliarden Euro, ihr Anteil an den erworbenen Staatsanleihen sank auf 26,4 (26,7) Prozent und entsprach damit genau seinem Kapitalanteil. Frankreichs Kapitalanteil beträgt 20,4 Prozent, Italiens 17,0 Prozent und Spaniens 12,0 Prozent.

Frankreichs tatsächlicher PSPP-Anteil betrug im März 21,9 (21,8) Prozent, Italiens 18,9 (18,6) Prozent und Spaniens 13,2 (13,1) Prozent. Zusammen mit dem Ankauf von Anleihen supranationaler Organisationen diente der erhöhte Ankauf dieser Papiere aber auch dazu, den Mangel an Staatsanleihen kleinerer Staaten und solcher Länder auszugleichen, die sich nicht am APP beteiligen dürfen.

Die EZB will ihre Anleihebestände um 20 Milliarden Euro pro Monat vergrößern. Hinzu kommen bis Jahresende insgesamt 120 Milliarden Euro, deren Verteilung über die einzelnen Monate jedoch nicht festgelegt ist. Der EZB-Rat hatte im März beschlossen, falls nötig verstärkt die Staatsanleihen von Ländern zu kaufen, deren Anleihezinsen trotz der sehr lockeren Geldplitik deutlich stärker als die anderer Euro-Länder gestiegen waren. Diese Ankündigung zielte vor allem auf Italien, das von der Corona-Pandemie besonders stark getroffen ist.

Darüber hinaus hat sie ein Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro aufgelegt, das ebenfalls zunächst bis Jahresende laufen soll. Das Programm war erst am 26. März gestartet. Die Zentralbanken kauften in seinem Rahmen bisher Anleihen für 30,153 Milliarden Euro, die jedoch in der folgenden Aufstellung nicht enthalten sind.

Die Bestände an öffentlichen Anleihen erhöhten sich im März im Rahmen des APP um 37,323 (14,137) Milliarden auf 2.129,399 Milliarden Euro. Die Bestände an Unternehmensanleihen stiegen um 6,965 (5,738) Milliarden Euro auf 194,854 Milliarden und die an Covered Bonds um 3,931 (3,334) Milliarden Euro auf 270,630 Milliarden Euro. Die ABS-Bestände nahmen um 2,923 (0,254) Milliarden auf 28,296 Milliarden Euro zu.

Nach Angaben der EZB werden in den nächsten zwölf Monaten im Rahmen des APP angekaufte Papiere für 257,808 (256,746) Milliarden Euro fällig, darunter Staatsanleihen für 197,027 (197,507) Milliarden Euro. Im März wurden öffentliche Anleihen für 13,151 (4,596) Milliarden Euro, Unternehmensanleihen für 2,608 (0,565) Milliarden Euro, Covered Bonds für 2,546 (1,184) Milliarden Euro und ABS für 0,712 (0,458) Milliarden Euro fällig.

Die Bestände der Deutschen Bundesbank an im Rahmen des APP erworbenen Bundesanleihen lagen Ende März bei 533,247 (531,201) Milliarden Euro, ihre durchschnittliche Restlaufzeit betrug 6,30 (6,33) Jahre.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/jhe

END) Dow Jones Newswires

April 06, 2020 10:43 ET (14:43 GMT)

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