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MÄRKTE ASIEN/China-Börsen trotz Sorgen von Tagestiefs erholt

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
TOKIO/SCHANGHAI (Dow Jones)--An den asiatischen Börsen haben am Mittwoch von Inflationsängsten getrieben Abgaben dominiert. Allerdings erholten sich die meisten Börsen von ihren Tagestiefs im Verlauf - vor allem in China. Bereits in den USA hatte das Thema Inflation belastet. Die chinesischen Erzeugerpreise bewegen sich auf einem 25-Jahreshoch - die Teuerung im produzierenden Gewerbe fiel im Oktober zudem höher als vom Markt veranschlagt aus - gleiches galt auch für die Verbraucherpreise. Auch der Immobiliensektor in China machte weiter Sorgen. Die Titel des Immobilienentwicklers Fantasia Holdings brachen in Hongkong um über 37 Prozent ein, nachdem sie zuletzt ausgesetzt waren. Die Gesellschaft geriet in massive Liquiditätsprobleme, weil Kreditgeber ihr Geld zurückforderten. Und auch beim ohnehin in Schieflage befindlichen Krisenkonzern China Evergrande (+3%) stehen Fälligkeiten von Anleihen ins Haus.

Das Risiko einer Stagflation steigt weiter", warnte Ökonom Zhiwei Zhang von Pinpoint Asset Management mit Blick auf die chinesischen Daten. Denn neben der hohen Inflation schwächt sich auch das chinesische Wachstum immer deutlicher ab. Die Volkswirte von Nomura senkten ihre Schätzungen für das chinesische BIP-Wachstum 2022 auf 4,3 Prozent - von zuvor 4,8 Prozent. Neben den harten Lockdown-Maßnahmen identifizierten die Analysten auch die Schwäche des Immobiliensektors als Problemfeld. Dazu gesellten sich steigende Schwierigkeiten mit der Stromversorgung. Der Markt unterschätze die Probleme, hieß es.

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China-Börsen von Tagestiefs erholt
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Nach Abschlägen von jeweils über 1 Prozent erholten sich die Börsen in Schanghai und Hongkong jedoch, der HSI in Hongkong drehte gar ins Plus. Shenzhen und das Startup-Segment ChiNext schlossen wie Schanghai etwas leichter. Belastet wurden die Festlandsbörsen von Alkohol- und Automobiltiteln. Die aktuellen Inflationsdaten ließen der Zentralbank wenig Spielraum für geldpolitische Lockerungen, hieß es. Die Citigroup sah dagegen die Stagflationssorgen eher am Abebben und lieferte so eine Erklärung für die sich erholenden Aktienkurse im späten Verlauf. Die Inflation könnte ihren Höhepunkt auf Basis der Erzeugerpreise gesehen haben, so die Einschätzung.

In Tokio zeigte sich der Nikkei-225 leichter. Der Yen verteidigte mit der gesunkenen Risikoneigung der Anleger seine Vortagesaufschläge zumindest bis Börsenschluss und belastete so die japanische Börse. Nach Börsenschluss kam der Yen zum Dollar zurück. Ängste über Chinas Immobiliensektor hätten Anleger in Tokio in die Defensive gezwungen und die Risikoneigung reduziert, hieß es. Kirin Holdings gaben 6,2 Prozent ab, die Gesellschaft verbuchte einen Gewinneinbruch. Nissan Motor zogen dagegen um 7,5 Prozent an, der Automobilkonzern hatte seinen Ausblick angehoben. Sumitomo Rubber brachen um 13 Prozent nach einer kassierten Prognose ein. Auch die Titel anderer Reifenhersteller litten, so Toyo Tire (-4,1%) und Bridgestone (-2,6%).

Zu den schwächeren Handelsplätzen zählte auch die Börse im südkoreanischen Seoul. Belastet wird der Kospi von den Branchen Fluggesellschaften, Batteriefertigung und Stahl. Die beunruhigenden Nachrichten aus China, aber auch die Verluste an der Wall Street ließen positive Arbeitsmarktdaten verblassen. Das Spiele-Unternehmen NHN verbuchte solide Drittquartalszahlen, die Papiere verteuerten sich um 6 Prozent.

In Australien hat der S&P/ASX-200 mit Abschlägen von nur 0,1 Prozent geschlossen - belastet vom Rohstoffsektor. Rio Tinto, Fortescue und BHP verloren zwischen 1,7 und 2,7 Prozent - gedrückt von gefallenen Eisenerzpreisen. Händler sprachen von Sorgen über eine nachlassende Nachfrage aus China.

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S&P/ASX 200 (Sydney) 7.423,90 -0,1% +12,7% 06:00
Nikkei-225 (Tokio) 29.106,78 -0,6% +6,7% 07:00
Kospi (Seoul) 2.930,17 -1,1% +2,0% 07:00
Schanghai-Comp. 3.492,46 -0,4% +0,6% 08:00
Hang-Seng (Hongk.) 24.968,38 +0,6% -8,9% 09:00
Taiex (Taiwan) 17.559,65 +0,1% +19,2% 06:30
Straits-Times (Sing.) 3.226,91 -0,5% +14,1% 10:00
KLCI (Malaysia) 1.521,26 -0,2% -6,3% 10:00
BSE (Mumbai) 60.152,85 -0,5% +25,7% 11:00

DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Di, 8:35 % YTD
EUR/USD 1,1563 -0,3% 1,1593 1,1594 -5,3%
EUR/JPY 130,79 -0,1% 130,89 130,86 +3,7%
EUR/GBP 0,8535 -0,2% 0,8550 0,8547 -4,4%
GBP/USD 1,3548 -0,1% 1,3559 1,3565 -0,9%
USD/JPY 113,10 +0,2% 112,90 112,87 +9,6%
USD/KRW 1.180,55 +0,1% 1.179,50 1.177,94 +8,7%
USD/CNY 6,3937 +0,0% 6,3928 6,3948 -2,0%
USD/CNH 6,3930 +0,0% 6,3901 6,3940 -1,7%
USD/HKD 7,7890 -0,0% 7,7902 7,7891 +0,5%
AUD/USD 0,7356 -0,3% 0,7376 0,7420 -4,5%
NZD/USD 0,7099 -0,4% 0,7126 0,7160 -1,2%
Bitcoin
BTC/USD 66.467,01 -1,3% 67.329,01 67.870,26 +128,8%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 84,31 84,15 +0,2% 0,16 +76,8%
Brent/ICE 85,23 84,78 +0,5% 0,45 +68,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.824,47 1.831,91 -0,4% -7,45 -3,9%
Silber (Spot) 24,29 24,38 -0,4% -0,09 -8,0%
Platin (Spot) 1.054,68 1.062,55 -0,7% -7,88 -1,5%
Kupfer-Future 4,39 4,37 +0,3% +0,01 +24,5%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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END) Dow Jones Newswires

November 10, 2021 02:56 ET (07:56 GMT)

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