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MÄRKTE EUROPA/Anleger abwartend - Philips überzeugt mit Geschäftszahlen

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte treten am Montagmittag auf der Stelle. "Der Markt wartet vor allem auf den Verlauf der Berichtssaison", so ein Händler. Daneben werfen bereits die Notenbanksitzungen ihre Schatten voraus. Am Donnerstag treffen sich die Notenbanker aus Europa, hier gehen die Erwartungen der Marktteilnehmer weit auseinander. Während die einen erwarten, dass die EZB eine Zinssenkung für die nächste Sitzung im September vorbereiten werde, gehen andere von einer Senkung des Einlagensatzes um 10 oder sogar um 20 Basispunkte aus. Die Spekulation auf eine lockerere Geldpolitik sollte die Aktienmärkte weiter stabilisieren.

Etwas gedrückt wird die Stimmung von der Sorge um eine Eskalation der Iran-Krise. Der DAX steigt um 0,2 Prozent auf 12.287 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,2 Prozent auf 3.487 Stellen nach oben. Der Euro handelt wenig verändert bei 1,1218 Dollar, nachdem er zum Wochenschluss unter Druck geraten war. Die Erwartung einer taubenhaft gestimmten EZB lastet grundsätzlich auf der Gemeinschaftswährung. Bundesanleihen tendieren gut behauptet, während Gold mit 1.425 Dollar je Unze konsolidiert.

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Philips übertrifft die Erwartungen

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Positiv kommen am Markt die Geschäftszahlen von Philips (plus 4,8 Prozent) an. Der niederländische Technologiekonzern hat im zweiten Quartal von einem Wachstum in allen Bereichen und Kostensenkungen profitiert. Umsatz und Ergebnis legten stärker als von Analysten erwartet zu. Die Ziele bestätigte CEO Frans van Houten. Die Analysten der ING sprechen von einem gesunden Auftragseingang, der nach einem schwächeren ersten Quartal um 8 Prozent gewachsen sei.

Leicht negativ für Bayer (minus 0,4 Prozent) bewertet ein Marktteilnehmer die Entwicklung um Iberogast. Laut Handelsblatt ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln derzeit im Umfeld des Konzerns. Es geht demnach um einen Todesfall, der möglicherweise mit Nebenwirkungen von Iberogast in Verbindung stehen könnte. Iberogast ist eines der meistverkauften rezeptfreien Medikamente mit einem geschätzten dreistelligen Millionen-Umsatz.

Schwächster Wert im DAX sind Munich Re, nachdem die Jefferies-Analysten die Titel des Rückversicherers auf "Underperform" gesenkt haben. Dem Rückversicherer sei im zweiten Quartal eine geringe Zahl an Naturkatastrophen ebenso zugute gekommen wie zahlreiche Kapitalgewinne. Allerdings lasse der Gewinnausblick noch eine Menge zu wünschen übrig, heißt es.

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Öl-Aktien profitieren weiter von Golf-Spannungen

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Öl-Aktien gewinnen 0,6 Prozent. Die Ölpreise ziehen weiter an, nachdem sich die Spannungen in der Golf-Region über das Wochenende verschärft haben. Der Iran hatte am Freitagabend einen britischen Tanker entführt und festgesetzt. Der Tanker soll nach Angaben aus Teheran gegen "internationale Schifffahrtsregeln" verstoßen haben. Der iranische Parlamentspräsident Ali Laridschani sagte allerdings mit Blick auf Großbritannien, sie "haben gestohlen und eine Antwort erhalten". Großbritannien hält einen iranischen Tanker in Gibraltar fest, weil dieser Öl für Syrien geladen haben soll, was einen Verstoß gegen die Sanktionen bedeutet. Das britische Kabinett tritt zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.

Ein möglicher Handelsstreit zwischen den USA und Europa lastet bereits seit längerem auf dem Sentiment für den Automobilsektor. Daher lässt die Nachricht aufhorchen, dass sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier dafür einsetzt, dass die Zölle bei den wichtigen Industrieprodukten - wie Autos - auf null gesenkt werden. "Zwar wissen wir nicht, was am Ende dabei herauskommt", so Arndt Ellinghorst von Evercore. Ein solches Abkommen nähme aber das Schlagzeilenrisiko für die gesamte Branche. Der Sektor der europäischen Automobilwerte notiert 0,4 Prozent im Plus.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.486,97 0,20 6,79 16,18
Stoxx-50 3.191,89 0,17 5,26 15,65
DAX 12.287,38 0,22 27,31 16,37
MDAX 25.792,74 -0,20 -52,38 19,48
TecDAX 2.875,30 0,30 8,72 17,35
SDAX 10.917,88 -0,04 -3,93 14,81
FTSE 7.539,39 0,41 30,69 11,60
CAC 5.559,88 0,14 7,55 17,53

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,34 -0,01 -0,58
US-Zehnjahresrendite 2,04 -0,02 -0,64

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:27 Uhr Do, 17:20 % YTD
EUR/USD 1,1224 +0,05% -0,0250 1,1222 -2,1%
EUR/JPY 121,07 +0,17% 0,20 120,99 -3,7%
EUR/CHF 1,1013 -0,07% 0,0998 1,1074 -2,2%
EUR/GBP 0,8999 +0,34% 0,0693 0,8987 -0,0%
USD/JPY 107,87 +0,12% 0,23 107,81 -1,6%
GBP/USD 1,2472 -0,30% -0,1043 1,2488 -2,3%
Bitcoin
BTC/USD 10.487,00 -0,68% 0,46 10.406,81 +182,0%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 56,50 55,63 +1,6% 0,87 +18,7%
Brent/ICE 63,80 62,47 +2,1% 1,33 +15,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.426,96 1.425,27 +0,1% +1,70 +11,3%
Silber (Spot) 16,40 16,21 +1,1% +0,19 +5,8%
Platin (Spot) 849,78 848,25 +0,2% +1,53 +6,7%
Kupfer-Future 2,74 2,75 -0,6% -0,02 +3,5%
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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/flf

END) Dow Jones Newswires

July 22, 2019 06:52 ET (10:52 GMT)

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Im Artikel erwähnt
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