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MÄRKTE EUROPA/Anleger werden moderat vorsichtiger

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Konsolidierung an den europäischen Aktienmärkten hält am Mittwoch an. Mit der Eröffnung an der Wall Street kommt ein wenig Abgabebereitschaft auf. So notiert der DAX 0,2 Prozent tiefer bei 15.480 Punkte, der Euro-Stoxx-50 wird 0,1 Prozent leichter bei 4.163 gehandelt. Weiterhin sind Inflation und Berichtssaison die dominierenden Themen an der Börse. Während von Unternehmensseite recht gute Geschäftszahlen vorgelegt werden, sind die Erzeugerpreise in Deutschland mit 14,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr stärker als erwartet gestiegen. Das ist der höchste Anstieg seit Oktober 1974, als die Preise im Zusammenhang mit der ersten Ölkrise stark gestiegen waren. Auch der Preisdruck in der Eurozone hat im September derweil weiter zugenommen. Die jährliche Inflationsrate erhöhte sich auf 3,4 (August: 3,0) Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat in einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Die Statistiker bestätigten damit - wie von Volkswirten erwartet - ihre erste Schätzung vom 1. Oktober.

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Bundesbank-Präsident Weidmann tritt zum Jahresende zurück
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Bundesbankpräsident Jens Weidmann, der als Mitglied des Zinsausschusses ein prominenter Kritiker der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist, wird Ende des Jahres ausscheiden - fünf Jahre bevor seine Amtszeit an der Spitze der deutschen Zentralbank endet. Weidmann habe Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier um seine Entlassung aus dem Amt zum 31. Dezember gebeten. Der Rücktritt erfolge aus persönlichen Gründen. Weidmann stand seit Mai 2011 an der Spitze der Bundesbank. "Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass mehr als zehn Jahre ein gutes Zeitmaß sind, um ein neues Kapitel aufzuschlagen - für die Bundesbank, aber auch für mich persönlich", zitierte die Bundesbank aus einem Brief Weidmanns an die Mitarbeiter. Am Markt sorgt der Rücktritt für Unruhe - gerade in Zeiten steigender Inflation.

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Quartalszahlen der Schweizer Nestle und Roche
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Die Geschäftszahlen von Nestle (+3,0%) sind besser als erwartet ausgefallen, wie die Analysten der Citigroup urteilen. Das organische Umsatzwachstum lag in den ersten neun Monaten bei 7,6 Prozent, was impliziert, dass es im dritten Quartal 300 Basispunkte über dem Konsens ausgefallen ist. Die Zahlen dürften am Markt für Erleichterung sorgen, nachdem zuletzt einige Wettbewerber enttäuscht hätten.

Die Aktien des Schweizer Pharmariesen Roche verlieren dagegen 0,6 Prozent. Die Umsätze für das dritte Quartal stellen Bryan Garnier zufolge eine gute Nachricht und ein gutes Zeichen für die Zukunft dar, insbesondere im Hinblick auf neue Medikamente. Trotz der negativen Auswirkungen von Biosimilars auf den Umsatz 2022 in der Größenordnung von 3 bis 3,5 Milliarden Franken dürfte das Unternehmen im kommenden Jahr diesen Effekt zu kompensieren beginnen.

Starke Geschäftszahlen aus dem Bausektor hat Vinci (+0,5%) vorgelegt. Der französische Bau- und Infrastrukturkonzern profitiert von einer brummenden Baukonjunktur und hat die Gewinnprognose für 2021 erhöht. Nach Drittquartalszahlen geht es für Kering gleich um 4 Prozent nach unten. Die Zahlen sind zwar insgesamt solide ausgefallen, Anleger stören sich allerdings an der Entwicklung der Tochter Gucci.

Als im Rahmen der Erwartungen liegend beschreibt die Citigroup die Drittquartalszahlen der Deutschen Börse (-1,8%). Die Einnahmen entsprächen den Erwartungen, das EBITDA habe sich leicht besser als geschätzt entwickelt. Ein starkes Wachstum bei ISS habe die relative Schwäche bei Eurex und Clearstream ausgeglichen. Die Ergebnisbeiträge aus Beteiligungen hätten sich zum zweiten Mal in Folge ebenfalls besser als erwartet entwickelt. Das Unternehmen hat die Prognose bestätigt. Berenberg bemängelt jedoch, die meisten Geschäftsbereiche seien trotz der zyklischen Stärke im bisherigen Jahresverlauf schwächer ausgefallen als geschätzt.

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Bremsspuren durch steigende Kosten bei Akzo Nobel
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Ordentliche Zahlen zum dritten Quartal hat Akzo Nobel (-1,8%) aus den Niederlanden vorgelegt. Umsatz und Gewinn erholten sich weiter, erreichten aber noch nicht das Vorjahresniveau. "Deutlich sichtbar werden hier aber die Bremsspuren durch steigende Rohstoff- und Logistikkosten", kommentiert ein Händler. Akzo habe einen großen Teil davon an den Kunden durch Preiserhöhungen weiterreichen können, aber trotzdem bleibe die Belastung an der Margenentwicklung erkennbar.

Die Geschäftszahlen von Sartorius (-0,1%) sind nach Einschätzung von Berenberg besser als erwartet ausgefallen. Allerdings habe das Unternehmen die Ziele nur bestätigt, was an der Börse negativ aufgenommen werden könnte. Dort habe man über eine erneute Zielanhebung spekuliert, nachdem das Unternehmen die Ziele in den vergangenen Quartalen mehrfach angehoben habe.

Sixt (+0,2%) hat nach dem besser als erwartet ausgefallenen Drittquartal und aktualisierten Prognosen für die Geschäftsentwicklung den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr zum zweiten Mal in zwei Monaten angehoben.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.162,63 -0,1% -4,20 +17,2%
Stoxx-50 3.616,93 +0,1% 4,72 +16,4%
DAX 15.480,14 -0,2% -35,69 +12,8%
MDAX 34.428,18 -0,5% -162,18 +11,8%
TecDAX 3.743,36 +0,0% 1,43 +16,5%
SDAX 16.684,62 -0,4% -69,46 +13,0%
FTSE 7.204,47 -0,2% -13,06 +11,7%
CAC 6.682,75 +0,2% 12,90 +20,4%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,12 -0,02 +0,45
US-Zehnjahresrendite 1,64 +0,00 +0,72

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:03 Uhr Di, 17:32 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1646 +0,1% 1,1645 1,1637 -4,7%
EUR/JPY 133,06 +0,0% 133,39 132,93 +5,5%
EUR/CHF 1,0724 -0,1% 1,0763 1,0731 -0,8%
EUR/GBP 0,8448 +0,2% 0,8437 0,8431 -5,4%
USD/JPY 114,26 -0,1% 114,54 114,23 +10,6%
GBP/USD 1,3788 -0,0% 1,3801 1,3803 +0,9%
USD/CNH (Offshore) 6,3904 +0,2% 6,3808 6,3726 -1,7%
Bitcoin
BTC/USD 66.133,01 +3,2% 63.821,26 62.524,26 +127,7%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 82,14 82,96 -1,0% -0,82 +71,7%
Brent/ICE 84,25 85,08 -1,0% -0,83 +66,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.778,20 1.769,15 +0,5% +9,05 -6,3%
Silber (Spot) 24,03 23,68 +1,5% +0,35 -9,0%
Platin (Spot) 1.043,60 1.043,68 -0,0% -0,08 -2,5%
Kupfer-Future 4,70 4,70 -0,0% -0,00 +33,4%
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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/flf

END) Dow Jones Newswires

October 20, 2021 10:07 ET (14:07 GMT)

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