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MÄRKTE EUROPA/Auf hohem Niveau seitwärts

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen zeigen sich am Freitagnachmittag weiter in einer gut behaupteten Verfassung. Der Euro-Stoxx-50 steigt um 0,1 Prozent auf 4.364 Punkte. Im DAX geht es nur geringfügig um einen Punkt auf 16.084 nach oben. Selbst die geringe Dynamik reichte aber schon für ein neues Allzeithoch bei knapp 16.123 Punkten. "Der DAX schleicht sich nach oben", so ein Händler.

Der Kostendruck und damit die Inflationsgefahren sind zwar nach wie vor hoch, vor allem aufgrund der Lieferkettenprobleme. So sind die deutschen Großhandelspreise im Oktober um 15,2 Prozent gestiegen - der höchste Anstieg seit der Ölkrise vor 47 Jahren. Viele Anleger zeigen sich jedoch entspannt: "Es gibt eine Menge Investoren, die glauben, selbst wenn diese CPI-Zahl noch nicht das Peak darstellen sollte, dass wir den Spitzenwert bald sehen", sagt Cliff Hodge, Anlagestratege von Cornerstone Wealth.

Positiv werden die Zahlen und vor allem der erneut leicht erhöhte Ausblick der Deutschen Telekom (+2,3%) aufgenommen. "Wenn sie das nicht gemacht hätten nach den starken T-Mobile-US-Zahlen, wäre der Markt sicher sauer gewesen, so aber ist es gut", sagt ein Händler. Unter anderem erwartet die Telekom einen freien Cashflow von 8,5 nach mindestens 8,0 Milliarden Euro für das Gesamtjahr.

Noch stärker im DAX zeigen sich nur Merck KGaA und Delivery Hero mit Aufschlägen von jeweils gut 3 Prozent. Siemens geben dagegen trotz vieler Kurszielerhöhungen über das derzeitige Niveau hinaus 1,9 Prozent ab. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen in der Nähe des Allzeithochs. SAP fallen um 1,4 Prozent.

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Richemont nach Zahlen zweistellig im Plus
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Mit einem höheren Gewinn- und Umsatzplus als erwartet kann Luxusgüterkonzern Richemont (+9,8%) aufwarten. Analysten seien hier wesentlich skeptischer bei ihren Schätzungen gewesen, vor allem die Profitabilität sei im Vergleich zum LVMH und anderen Branchengrößen kritisiert worden. Diese Befürchtungen könnten die Zahlen zumeist entkräften, heißt es im Handel. Vor allem das China-Geschäft sei besser als befürchtet. Der organische Umsatz legte im ersten Geschäftshalbjahr um 65 Prozent zu. Überdies verhandelt Richemont über den Verkauf der unprofitablen E-Commerce-Plattform Yoxx-Net-a-Porter (YNAP).

Der Stoxx-Branchenindex der Hersteller von Konsumgütern für den täglichen Bedarf führt so auch die Gewinnerseite bei den Sektoren-Indizes an - vor den Indizes der Telekom-Unternehmen, der Einzelhandelskonzerne und der Autohersteller. Auf der Verliererseite ganz oben stehen mit den steigenden Corona-Zahlen die Reise- und Freizeit-Aktien mit einem Index-Minus von 1,1 Prozent. Der Index der Öl- und Gas-Aktien gibt 0,8 Prozent ab, der Index der Pharmatitel 0,6 Prozent.

Für lange Gesichter im Handel sorgen die Zahlen von Astrazeneca zum dritten Quartal. Die Aktien fallen in London um 5,8 Prozent. Hier ist das Pharmaunternehmen trotz eines Umsatzanstiegs in die Verlustzone gerutscht. Grund seien die andauernd hohen Entwicklungskosten für Corona-Impfstoffe. "Gerade vor dem Hintergrund der 'drohenden' Pfizer-Pille und der sinkenden Langzeit-Effektivität von Impfstoffen will man so etwas nicht hören", kommentiert ein Händler.

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Pirelli mit überraschend guten Zahlen
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Als überraschend gut werden die Zahlen von Reifenhersteller Pirelli (+4%) im Handel bezeichnet. "Die Explosion der Kautschukpreise und die Lieferprobleme bei Reifen hätten noch stärker belasten können", sagt ein Händler. Pirelli habe stattdessen den Dreh in die Gewinnzone nach neun Monaten geschafft und präzisiere den Umsatzausblick leicht nach oben. Die Aktien profitieren davon.

Sehr durchwachsen" lautet dagegen das Urteil zu den Zahlen von Knorr-Bremse (-4,5%). Der Umsatz konnte im dritten Quartal zwar zulegen, Sorgen macht aber der schwache Auftragseingang. Er fiel um 11,8 Prozent selbst unter das corona-geplagte Vorjahresquartal zurück. Hier sei zu hoffen, dass dies hauptsächlich an Produktionsverschiebungen durch Chipmangel auf Kundenseite liege. Auch die Margenprognose wurde am unteren Rand der bisher genannten Spanne präzisiert.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.364,40 +0,1% 6,40 +22,9%
Stoxx-50 3.763,98 -0,1% -5,32 +21,1%
DAX 16.084,45 +0,0% 1,34 +17,2%
MDAX 35.844,73 -0,3% -111,58 +16,4%
TecDAX 3.882,38 -0,0% -1,79 +20,8%
SDAX 17.255,96 +0,1% 21,45 +16,9%
FTSE 7.356,38 -0,4% -27,80 +14,3%
CAC 7.083,66 +0,3% 24,11 +27,6%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,25 -0,02 +0,32
US-Zehnjahresrendite 1,56 +0,01 +0,64

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 7:55 Uhr Do., 17:13 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1439 -0,1% 1,1446 1,1467 -6,3%
EUR/JPY 130,39 -0,2% 130,71 130,70 +3,4%
EUR/CHF 1,0561 +0,1% 1,0554 1,0558 -2,3%
EUR/GBP 0,8544 -0,3% 0,8560 0,8569 -4,3%
USD/JPY 113,99 -0,1% 114,21 113,99 +10,4%
GBP/USD 1,3388 +0,2% 1,3372 1,3382 -2,0%
USD/CNH (Offshore) 6,3757 -0,3% 6,3891 6,3869 -2,0%
Bitcoin
BTC/USD 63.596,51 -2,5% 64.789,76 64.898,16 +118,9%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 80,70 81,59 -1,1% -0,89 +69,3%
Brent/ICE 82,19 82,87 -0,8% -0,68 +62,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.857,92 1.862,37 -0,2% -4,46 -2,1%
Silber (Spot) 25,10 25,23 -0,5% -0,13 -4,9%
Platin (Spot) 1.078,93 1.089,05 -0,9% -10,12 +0,8%
Kupfer-Future 4,42 4,40 +0,5% +0,02 +25,5%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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END) Dow Jones Newswires

November 12, 2021 09:58 ET (14:58 GMT)

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