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MÄRKTE EUROPA/Berg und Talfahrt hält an - Delivery Hero sehr schwach

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen erholen sich am Montagnachmittag von der Schwäche am Mittag. Damit bleibt es volatil, und im Handel geht man davon aus, dass die Volatilität zunächst hoch bleiben wird. Positiv wirken Informationen zur Omikron-Variante des Corona-Virus. "Anleger sind von den Ergebnissen einer kürzlich durchgeführten Studie ermutigt, die ergab, dass Omikron weniger schwere Covid-19-Infektionen verursacht", so ein Marktteilnehmer. Jeffrey Halley, Marktstratege bei Oanda, verweist auf einen Artikel des südafrikanischen Medical Research Council, wonach die Omikron-Symptome milder sein sollen als bei früheren Varianten.

Die Industrie-Auftragseingänge in Deutschland sind unterdessen im Oktober unerwartet um 6,9 Prozent zurückgegangen. "Der Auftragsrückgang wirkt brutal", so Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Das Infektionsgeschehen in Asien mache sich nun bemerkbar. Die Auftragseingänge aus dem Ausland außerhalb der Eurozone gingen um 18,1 Prozent zurück. Wie die Commerzbank sagt, zeige es sich mehr und mehr, dass der Auftragsboom in der Industrie zumindest vorerst zu Ende sei. Der DAX notiert 1 Prozent höher bei 15.315 Punkten, der Euro-Stoxx-50 legt um 1 Prozent auf 4.119 Punkte zu.

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AB Inbev mit neuen Eckdaten
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Als "ordentlich" werden Eckdaten der neuen Mittelfristziele von AB Inbev (+2,6%) bezeichnet. Der Getränkehersteller strebt ein organisches operatives Gewinnwachstum von 4 bis 8 Prozent an. Die erstmalige Prognose werten die Analysten von Jefferies als positiv.

Saint Gobain reagieren mit Aufschlägen von 1,6 Prozent auf das milliardenschwere Gebot der Franzosen für GCP Applied Technologies. Strategisch passt der Kauf nach Einschätzung von Analysten gut. Mit GCP könne Saint Gobain zu einem weltweiten Marktführer im Bereich Bauchemie aufrücken, und auf diesem Weg zu einem ernsthaften Wettbewerber für Sika werden, so Equita. Laut Bryan Garnier sprechen die Bewertungs-Multiples dafür, dass der Kauf nicht billig sei, dies werde aber kompensiert durch die erzielbaren Synergien.

In Österreich geht die Konsolidierung bei den Immobilienwerten weiter. CPI Property Group plant ein Pflichtangebot in Höhe von 21,20 Euro in bar für eine Aktie der Immofinanz. Dies liegt unter dem Schlusskurs vom Freitag und dürfte daher die Aktie nach unten absichern. CPI wird von dem tschechischen Milliardär Radovan Vitek kontrolliert. Immofinanz legen um 5,2 Prozent auf 22,48 Euro zu. Nach dem Erhalt eines Großauftrags gewinnen Andritz 2,9 Prozent.

Sehr schwach im Markt liegen auch zu Wochenbeginn die Aktien von Essenslieferanten. Die Citigroup geht davon, dass die EU-Kommission am kommenden Mittwoch einen Gesetzesentwurf zur Regelung der sogenannten Gig-Economy vorlegen wird. Bei Gig-Arbeitern handelt es sich um nicht-festangestellte Mitarbeiter von Firmen, die vertraglich etwa mit Blick auf Bezahlung und sonstige Ansprüche gegenüber Festangestellten in der Regel benachteiligt sind.

Die Analysten rechnen mit teilweisen erheblichen Einbußen beim Bruttogewinn, sollten die Gig-Arbeiter Festangestellten gleichgestellt werden. Bei Deliveroo (-3%) könnte sich der Gewinnrückgang auf 12 bis 18 Prozent belaufen, bei Delivery Hero (-6,2%) dürfte er geringer ausfallen mit einem Minus von 2 bis 3 Prozent aufgrund der geringeren Präsenz in Europa. Die Citigroup erwartet, dass das neue Gesetz über einen Zeitraum von zwei Jahren in nationales Recht umgesetzt werden muss. Die Aktien von Just Eat Takeaway fallen um 6,1 Prozent.

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Zooplus werden im MDAX durch Deutsche Wohnen ersetzt
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Die Aktien von Zooplus (unverändert) müssen den MDAX und auch die DAX-Familie insgesamt auf Grund der Fast-Exit-Regel verlassen und werden durch Deutsche Wohnen (+0,9%) ersetzt. Grund für das Ausscheiden ist eine stark verringerte Streubesitz-Marktkapitalisierung.

Auch im SDAX gibt es Veränderungen. Vitesco, die seit September börsennotierte Continental-Tochter, Heidelberger Druckmaschinen und GFT Technologies steigen in den Kleinwerteindex auf. Dafür müssen die Aktien von Westwing, Hensoldt und Home24 ihren Platz räumen. Auch im TecDAX gibt es einen Wechsel. Nagarro ersetzen Pfeiffer Vacuum. Im DAX gibt es keine Veränderungen. Die Änderungen treten mit Handelsbeginn am 20. Dezember in Kraft.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.119,44 +1,0% 39,29 +16,0%
Stoxx-50 3.653,54 +1,1% 39,73 +17,5%
DAX 15.314,51 +1,0% 144,53 +11,6%
MDAX 33.880,09 +0,5% 168,97 +10,0%
TecDAX 3.762,26 +0,1% 3,24 +17,1%
SDAX 16.031,18 -0,1% -23,53 +8,6%
FTSE 7.210,61 +1,2% 88,29 +10,2%
CAC 6.847,39 +1,2% 81,87 +23,4%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,39 +0,01 +0,19
US-Zehnjahresrendite 1,38 +0,03 +0,47

DEVISEN zuletzt +/- % Mo,8:33 Fr,17:30 % YTD
EUR/USD 1,1289 -0,2% 1,1286 1,1295 -7,6%
EUR/JPY 127,80 +0,1% 127,60 127,72 +1,4%
EUR/CHF 1,0422 +0,4% 1,0394 1,0381 -3,6%
EUR/GBP 0,8522 -0,2% 0,8530 0,8541 -4,6%
USD/JPY 113,21 +0,3% 113,08 113,07 +9,6%
GBP/USD 1,3245 -0,0% 1,3231 1,3226 -3,1%
USD/CNH (Offshore) 6,3752 -0,0% 6,3748 6,3759 -2,0%
Bitcoin
BTC/USD 48.168,46 -2,3% 48.067,49 55.415,42 +65,8%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 67,64 66,26 +2,1% 1,38 +42,4%
Brent/ICE 71,51 69,88 +2,3% 1,63 +38,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.778,56 1.783,30 -0,3% -4,75 -6,3%
Silber (Spot) 22,28 22,55 -1,2% -0,27 -15,6%
Platin (Spot) 930,29 937,80 -0,8% -7,51 -13,1%
Kupfer-Future 4,30 4,27 +0,8% +0,03 +22,0%
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/ros

END) Dow Jones Newswires

December 06, 2021 10:01 ET (15:01 GMT)

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Im Artikel erwähnt
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