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MÄRKTE EUROPA/Börsen erholen sich - Zahlen machen die Musik

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen erholen sich bis Donnerstagmittag und notieren nur noch mit kleineren Abgaben. Belastend wirkten im frühen Geschäft die Nachrichten aus China. Dort fürchtet man einen Dominoeffekt durch den überschuldeten Baukonzern Evergrande. Dessen Aktien brachen ein, nachdem ein Teilverkauf des Konzerns gescheitert war. Der Bausektor trägt in China deutlich stärker als in anderen Volkswirtschaften zum BIP bei. Ansonsten macht die Berichtssaison die Musik.

Der DAX verliert 0,1 Prozent auf 15.511 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es 0,3 Prozent auf 4.160 nach unten. Übergeordnet steht die Entwicklung der US-Zinsen im Blick mit den Aussagen von Fed-Gouverneur Christopher Waller am Nachmittag. Das stimmberechtigte FOMC-Mitglied hatte jüngst einen aggressiveren Kurs der US-Notenbank gefordert. Dazu werden Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der Philadelphia-Fed-Index für Oktober veröffentlicht.

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Starke Nachfrage bei ABB ausgebremst von Lieferkette
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Weniger Freude als erhofft machen die Zahlen vom Schweizer Industriekonzern ABB (-5,6%) zum dritten Quartal. Aufgrund der Lieferkettenprobleme und der dadurch entstehenden Verzögerungen bei der Auslieferung kann der Konzern sein Wachstumsziel nicht halten. ABB sieht nun nur noch ein Wachstum des vergleichbaren Umsatzes bei 6 bis 8 Prozent nach bisher nahezu 10 Prozent. Dabei sehe es auf der Nachfrageseite ungebremst gut aus, kommentiert ein Händler: Eine starke Nachfrage trieb den Auftragseingang um 29 Prozent nach oben. Vor allem habe die Gewinnmarge deutlich um 310 Basispunkte ausgeweitet werden können auf 15,1 Prozent.

Gemischt werden die Zahlen von Lkw-Hersteller Volvo (-0,3%) in ersten Kommentaren aufgenommen. "Die gesenkte Absatzprognose ist weniger weitreichend als die Aussagen zu China", schreibt ein Händler. Denn Volvo spricht dort von einem scharfen Einbruch der Nachfrage nach Maschinen für den Bausektor. Dies bestätige die generellen Marktsorgen, dass die Krise um Evergrande die Investitionsplanung in ganz China ausbremse. Dass die Absatzprognose für das Gesamtjahr um 10.000 auf nun 280.000 Lkw gesenkt wurde, sei dagegen angesichts der bekannten Lieferkettenprobleme "harmlos".

Keine großen Freudensprünge in Europas Getränkesektor lösen die Zahlen von Pernod (-0,5%) aus. Campari verlieren 0,1 Prozent und Diageo 0,2 Prozent. Bei den Analysten von Equita Sim werden die Zahlen von Campari kommende Woche noch besser erwartet als die von Pernod, obwohl diese mit einem organischen Umsatzwachstum von 20 Prozent schon den Konsens geschlagen hätten. "Der Markt stört sich bei Getränkeherstellern noch daran, dass man noch nicht absehen kann, wann und in welchem Umfang die Belebung des Reisegeschäfts stattfindet", meint ein Händler. Daher werde derzeit lieber in Konsumgüterhersteller wie Unilever und Nestle investiert.

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Margenziel bei Unilever steht trotz Kosteninflatiom
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Unilever (+2,7%) hat seinen Umsatz im dritten Quartal dank guten Wachstums in den wichtigen Märkten USA, China und Indien sowie mit Hilfe einer positiven Entwicklung der Online-Vertriebskanäle und des Wachstums der Konzernmarken gesteigert. Der britisch-niederländische Konsumgüterhersteller, zu dem bekannte Marken wie Ben & Jerry's (Eiscreme) und Dove (Seife) gehören, verbuchte einen Anstieg der zugrunde liegenden Einnahmen um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 13,5 Milliarden Euro. Unterdessen verzeichnet Unilever laut Mitteilung Kostensteigerungen auf einem stark erhöhten Niveau. Derweil hält das Unternehmen trotz der Kostenentwicklung an der Prognose fest, dass die Margen im Gesamtjahr unverändert zum Vorjahr bleiben werden.

Für die Aktie von Metro geht es um 0,7 Prozent nach unten. Positiv vermerken die Analysten von Baader, dass Metro bei Umsatz und Ergebnis das obere Ende der prognostizierten Spanne für 2020/21 erreicht habe. Das bereinigte EBITDA liege bei rund 1,2 Milliarden Euro über den Erwartungen der Baader-Analysten von 1,08 Milliarden Euro, diese wurden somit um etwa 10 Prozent übertroffen. Eine leichte Umsatzsteigerung wurde durch Westeuropa ausgelöst, während der Umsatz in Deutschland - wie erwartet - aufgrund von Rückgängen bei "anderen Kundengruppen" zurückging.

Die Aktie von TLG Immobilien steigt um 15,5 Prozent auf 31,75 Euro. Aroundtown plant ein Delistingangebot für TLG und bietet den TLG-Aktionären 31,67 Euro je Aktie nach einem Schlusskurs am Vortag bei 27,50 Euro. Im Fahrwasser steigen auch die Aktien der WCM um 15 Prozent.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.161,41 -0,3% -10,76 +17,1%
Stoxx-50 3.617,83 -0,2% -5,91 +16,4%
DAX 15.525,05 +0,0% 2,13 +13,2%
MDAX 34.655,52 +0,3% 115,04 +12,5%
TecDAX 3.807,23 +1,5% 58,00 +18,5%
SDAX 16.835,85 +0,5% 79,01 +14,0%
FTSE 7.187,34 -0,5% -35,76 +11,8%
CAC 6.680,46 -0,4% -25,15 +20,3%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,12 +0,01 +0,46
US-Zehnjahresrendite 1,65 -0,01 +0,73

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 9:01 Uhr Mi, 17:34 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1640 -0,1% 1,1649 1,1644 -4,7%
EUR/JPY 132,71 -0,4% 132,75 133,00 +5,3%
EUR/CHF 1,0695 -0,2% 1,0708 1,0711 -1,1%
EUR/GBP 0,8436 +0,1% 0,8439 0,8425 -5,6%
USD/JPY 114,02 -0,3% 114,06 114,21 +10,4%
GBP/USD 1,3798 -0,2% 1,3811 1,3817 +1,0%
USD/CNH (Offshore) 6,3961 +0,0% 6,3923 6,3914 -1,6%
Bitcoin
BTC/USD 66.088,26 +0,4% 64.922,01 66.708,76 +127,5%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 0,00 83,87 0% 0,00 +75,3%
Brent/ICE 84,88 85,82 -1,1% -0,94 +67,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.785,99 1.782,13 +0,2% +3,87 -5,9%
Silber (Spot) 24,29 24,28 +0,1% +0,02 -8,0%
Platin (Spot) 1.052,55 1.053,75 -0,1% -1,20 -1,7%
Kupfer-Future 4,63 4,73 -2,1% -0,10 +31,5%
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/raz

END) Dow Jones Newswires

October 21, 2021 06:41 ET (10:41 GMT)

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Im Artikel erwähnt
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