NewsFinanzmarkt
Werbung

MÄRKTE EUROPA/Börsen fest trotz haussierender US-Erzeugerpreise

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen bauen trotz steigenden Preisdrucks die Gewinne am Donnerstagnachmittag aus. Die US-Erzeugerpreise sind im Juli um 1 Prozent gestiegen, erwartet wurde ein Plus von 0,6 Prozent. Am Vortag hatte eine im Kern leicht unter den Erwartungen gestiegene Verbraucherpreisinflation den DAX auf ein Rekordhoch getrieben, die aktuellen Preisdaten werden aber ignoriert. Ein Händler spricht davon, dass sich die Börsen wieder einmal die Daten raussuchten, die ihnen am besten in den Kram passten.

Der DAX gewinnt 0,8 Prozent auf 15.956 Punkte, bei 15.964 wurde ein neues Allzeithoch markiert. Der Euro-Stoxx-50 steigt um 0,5 Prozent auf 4.228. Auch eine schwächere Industrieproduktion aus der Eurozone kann die Stimmung nicht drücken. Als belastend haben sich Lieferengpässe und zeitliche Verzögerungen durch Chip-Mangel und Container-Stau in den Häfen erwiesen. Auf Unternehmensebene setzt sich die Berichtssaison fort. Viele Unternehmen aus der zweiten Reihe haben ihre Zahlen vorgelegt.

===
Telekom wächst organisch und erhöht erneut Prognose
===
Die Deutsche Telekom (plus 3,3 Prozent) hat im zweiten Quartal mit der organischen Entwicklung die Prognosen der Analysten deutlich übertroffen, allerdings erstmals seit einem Jahr keine Wachstumssprünge mehr vollzogen. Der US-Zukauf Sprint ist nun seit einem Jahr in der Bilanz konsolidiert und operativ läuft es für den DAX-Konzern auf beiden Seiten des Atlantiks gut. Insgesamt brachten die Bonner es auf ein organisches Wachstum von 6,8 Prozent beim Umsatz. Für das Gesamtjahr erhöhte die Telekom ihren Ausblick.

Henkel hat nach dem zweiten Quartal die erst im Mai angehobene Umsatzprognose für das Jahr weiter erhöht, allerdings für die operative Gewinnmarge die Erhöhung zurückgenommen. Im zweiten Halbjahr blieben die Herausforderungen für die Wirtschaft durch stark gestiegene Rohstoffpreise und angespannte Lieferketten hoch. Für die Aktie um 0,6 Prozent nach unten.

Delivery Hero verlieren 6,4 Prozent. Der Essenslieferer hat zwar gute Umsatzdaten vorgelegt, jedoch die Gewinnmarge auf den unteren Rand der bisherigen Spanne präzisiert. "Da reagiert der Markt derzeit absolut allergisch", sagt ein Händler. Denn damit würden Gewinnerwartungen nach oben gekappt.

Um 3,3 Prozent nach oben geht es für Bilfinger. Der Industriedienstleister sitzt auf Überschusskapital und will es an Aktionäre zurückgeben. Dies soll über Aktienrückkäufe, Sonderdividenden und frühere Schuldentilgungen geschehen.

Trotz ordentlicher Zahlen und eines Ausblicks im Rahmen geben Sixt Stämme um 3,7 Prozent nach. Im Handel heißt es, die Aktie sei ein wenig zu weit gelaufen, was sich in einer in der Zwischenzeit recht hohen Bewertung niederschlage. Das Umfeld bleibt grundsätzlich günstig angesichts anziehender Preise und einer steigenden Nachfrage

Tendenziell gut werden die Geschäftszahlen von Nordex (-3,4%) im Handel aufgenommen. Allerdings sei der Ausblick "nur" bestätigt worden, meint ein Händler. "Nach der gesenkten Margenprognose bei Vestas gestern hätte ein bisschen mehr Zuversicht gut getan", fügt er hinzu.

Nach überzeugenden Geschäftszahlen wird bei Cancom bemängelt, dass der Ausblick nicht nach oben genommen wurde. Dieser Umstand schickt die Aktie um 5,1 Prozent gen Süden. Die Aktien von Jost Werke notieren unverändert. Die Zweitquartalszahlen werden im Handel als "solide" eingestuft. Umsatz wie auch EBIT seien leicht oberhalb der Markterwartung ausgefallen.

===
Dividendenabschlag von Rio Tinto belastet den Rohstoffsektor
===
Der Rohstoffsektor in Europa stellt mit 1,7 Prozent Minus das schwächste Segment. Hier belastet besonders die Dividendenausschüttung von Rio Tinto, die in den Stoxx-Sektor-Indizes nicht berücksichtigt wird - anders als in den deutschen DAX-Performance-Indizes. Das Kursminus von 7,8 Prozent bei Rio Tinto in London schlägt daher voll durch. Der Minenbetreiber schüttet eine Interimsdividende von 270,84 Pence aus und eine Sonderdividende von 133,26 Pence.

Etwas verwundert über das Kursminus von 7,6 Prozent bei K+S zeigen sich Händler nach den finalen Geschäftszahlen. "Alles wie bekannt und bestätigt", sagt ein Händler. Belastend dürften unter anderem die negativen Sektorvorlagen aus Europa wirken.

===
===
Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.228,08 +0,5% 21,75 +19,0%
Stoxx-50 3.655,49 +0,2% 5,68 +17,6%
DAX 15.955,62 +0,8% 129,53 +16,3%
MDAX 35.736,48 -0,1% -23,83 +16,0%
TecDAX 3.824,96 +0,3% 12,04 +19,1%
SDAX 16.844,53 -0,4% -75,99 +14,1%
FTSE 7.189,87 -0,4% -30,27 +11,8%
CAC 6.885,98 +0,4% 27,99 +24,0%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,45 +0,01 +0,12
US-Zehnjahresrendite 1,37 +0,03 +0,45

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:35 Uhr Mi, 17:25 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1726 -0,1% 1,1741 1,1734 -4,0%
EUR/JPY 129,56 -0,1% 129,59 129,66 +2,8%
EUR/CHF 1,0826 +0,1% 1,0819 1,0817 +0,2%
EUR/GBP 0,8473 +0,1% 0,8466 0,8465 -5,1%
USD/JPY 110,48 +0,1% 110,38 110,50 +7,0%
GBP/USD 1,3839 -0,2% 1,3867 1,3861 +1,3%
USD/CNH (Offshore) 6,4801 +0,1% 6,4785 6,4788 -0,4%
Bitcoin
BTC/USD 44.501,01 -4,0% 44.963,01 46.712,26 +53,2%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 68,98 69,25 -0,4% -0,27 +43,1%
Brent/ICE 71,44 71,44 0% 0,00 +40,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.747,94 1.751,65 -0,2% -3,71 -7,9%
Silber (Spot) 23,23 23,53 -1,3% -0,30 -12,0%
Platin (Spot) 1.016,70 1.021,85 -0,5% -5,15 -5,0%
Kupfer-Future 4,36 4,37 -0,3% -0,01 +23,5%
===
===
Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/cln

END) Dow Jones Newswires

August 12, 2021 09:55 ET (13:55 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
Im Artikel erwähnt
Werbung