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MÄRKTE EUROPA/China-Virus drückt Börsen zurück ins Minus

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Ausbreitung des neuen Coronavirus drückt am Donnerstagnachmittag wieder auf die Stimmung an den europäischen Börsen. Der Euro-Stoxx-50 fällt um 0,7 Prozent auf 3.745 Punkte, der DAX gibt um 0,7 Prozent auf 13.419 Punkte nach. Besonders schwach tendieren die von China abhängigen Rohstofftitel sowie die Aktien der Reise- und Freizeitbranche. Aber auch der im DAX wichtige Autosektor steht deutlich unter Druck.

China hat weitere Städte unter Quarantäne gestellt, um einer Ausbreitung des Virus vorzubeugen. "Das Pferd ist aber bereits aus dem Stall", so ein Händler mit Blick darauf, dass nun bereits in mehreren Ländern Erkrankungen festgestellt wurden. Der Index der Rohstoff-Aktien fällt um 3 Prozent, der Index der Reise- und Freizeit-Aktien um 1,5 Prozent.

Mit dem Index der Auto-Aktien geht es um 2 Prozent nach unten. Er leidet nicht nur unter China, sondern auch unter Sorgen von Einfuhrzöllen der Trump-Regierung auf europäische Autos. Zudem haben die Analysten der Citigroup Renault auf "Verkaufen" gesenkt und Conti von der Kaufliste gestrichen, Conti fallen um 2,4 Prozent und Renault um knapp 6 Prozent.

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EZB-Sitzung stützt Versorger
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Wenig Einfluss geht vo der Sitzung der Europäischen Zentralbank aus: "Die Rede hätte so auch eins zu eins von Mario Draghi kommen können", sagt ein Händler zur EZB-Pressekonferenz von Christine Lagarde. Entsprechend wenig bewegt zeigten sich die Märkte. Weder am Devisenmarkt noch bei den Aktien oder den Anleihen zeigten sich stärkere Ausschläge. Die zinsreagiblen Versorgertitel liegen mit einem Plus von 0,7 Prozent ihres Stoxx-Index im positiven Terrain, die Geldpolitik muss laut Lagarde noch lange unterstützend bleiben. Allerdings sind die Versorger auch stärker inlands- und damit weniger vom internationalen Handel abhängig als andere Branchen.

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Wirecard im DAX vorn
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Im DAX steigen Wirecard gegen den Trend um 3,9 Prozent. "Der Newsflow wird zunehmend positiver", sagt ein Händler. Er verweist auf den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Eichelmann. Der sagt, das Unternehmen schaffe gerade neue Compliance-Strukturen und lasse sich dabei extern beraten. So habe der Aufsichtsrat einen Ausschuss für Risk and Compliance eingerichtet. Nun warte der Aufsichtsrat auf die Ergebnisse der KPMG-Prüfung, die Ende März fertig sein sollten.

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STMicro sehr fest - Branchentitel gestützt
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Der TecDAX - in dem Wirecard hoch gewichtet sind - liegt so auch zeitweise weiter auf Rekordkurs, am Nachmittag fällt er nur geringfügig um 0,2 Prozent auf 3.173 Punkte. Der TecDAX profitiert damit auch von festen Halbleiterwerten. Infineon ziehen um 1,1 Prozent an, Dialog um 0,4 Prozent und Siltronic um 0,2 Prozent. Sie alle profitieren von neuen Geschäftszahlen von STMicro, die fast 7 Prozent gewinnen.

Im vierten Quartal hat STMicro laut Citigroup beim Umsatz um 2 Prozent oberhalb der Prognose gelegen. Dies gehe vor allem auf das Konto der starken Sparte AMS und hier wohl vor allem der bildgebenden Verfahren. Beim Gewinn je Aktie sei die Erwartung sogar noch deutlicher übertroffen worden, was unterstützt worden sei unter anderem durch die günstigere Steuerquote.

Relativ gut angesichts der Virus-Krise in China halten sich Lufthansa mit einem Minus von 0,6 Prozent. Denn Presseberichte über einen eventuellen Börsengang der Wartungssparte Lufthansa Technik stützen die Aktie. "Investoren würden einen so stabilen Cash-Flow-Bringer lieben", sagt ein Händler. Die herausgelöste Aktie käme dann auf eine höhere Aktienbewertung wie eine MTU und litte nicht unter den Abschlägen eines Hochzyklikers wie der Lufthansa. Die Summe aus einzeln notierter Lufthansa-Technik und Lufthansa-Touristen wäre mehr wert als die jetzige Lufthansa allein.

Die Aktien des französischen Luft- und Raumfahrtkonzern Safran steigen um 1,6 Prozent. Hier treiben Aussagen des neuen Boeing-CEO David Calhoun, der noch vor dem Sommer die Produktion der Krisenmaschine 737 Max wieder aufnehmen möchte. Vor allem erteilte er einer kompletten Einstellung des 737-Programms eine Absage. Safran stellt zusammen mit General Electric im Joint Venture CFM Triebwerke für dieses Flugzeug her.

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Kurseinbruch bei Hochtief - Verbio gesucht
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Einen Kurseinbruch um 7,4 Prozent erleiden Hochtief. Händler verweisen darauf, dass die Australien-Tochter Cimic die Abschlussdividende für 2019 streicht. Der Aktienkurs von Cimic brach an der Börse in Sydney um 20 Prozent ein. Nachdem der Wettbewerber Cropenergies bereits starke Zahlen vorgelegt hatte, erhöhte nun auch Verbio den Ausblick. Dabei verweist das Unternehmen auf die gute Nachfrage. Für die Aktie geht es um gut 14 Prozent nach oben.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.745,26 -0,65 -24,53 0,00
Stoxx-50 3.439,67 -0,45 -15,51 1,08
DAX 13.419,38 -0,71 -96,37 1,29
MDAX 28.499,78 -0,88 -254,34 0,66
TecDAX 3.175,67 -0,13 -4,16 5,33
SDAX 12.462,80 -0,74 -93,29 -0,39
FTSE 7.529,24 -0,56 -42,68 0,39
CAC 5.979,90 -0,52 -31,07 0,03

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,31 -0,04 -0,55
US-Zehnjahresrendite 1,73 -0,04 -0,95

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:28 Mi, 17.36 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1063 -0,27% 1,1083 1,1088 -1,4%
EUR/JPY 121,09 -0,61% 121,50 121,87 -0,7%
EUR/CHF 1,0712 -0,24% 1,0735 1,0750 -1,3%
EUR/GBP 0,8440 -0,03% 0,8441 0,8441 -0,3%
USD/JPY 109,44 -0,36% 109,53 109,91 +0,6%
GBP/USD 1,3109 -0,22% 1,3125 1,3134 -1,1%
USD/CNH (Offshore) 6,9342 +0,33% 6,9320 6,9109 -0,5%
Bitcoin
BTC/USD 8.319,26 -3,61% 8.502,51 8.612,76 +15,4%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 54,96 56,74 -3,1% -1,78 -9,6%
Brent/ICE 61,35 63,21 -2,9% -1,86 -7,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.561,35 1.558,65 +0,2% +2,70 +2,9%
Silber (Spot) 17,77 17,85 -0,5% -0,08 -0,5%
Platin (Spot) 1.006,65 1.015,15 -0,8% -8,50 +4,3%
Kupfer-Future 2,73 2,77 -1,4% -0,04 -2,6%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/flf

END) Dow Jones Newswires

January 23, 2020 10:09 ET (15:09 GMT)

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