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MÄRKTE EUROPA/DAX-30 dreht an seinem letzten Tag klar ins Minus

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
(Wiederholung)

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach einem freundlichen Start in den Tag notieren die europäischen Aktienmärkte am Freitagnachmittag mit Abschlägen. Der Dreh ins Minus kam zur Mittagszeit, einmal mehr lieferte der Hexensabbat, also der große Verfall am Terminmarkt, den entscheidenden Impuls. Als die Optionen und die Futures auf die europäischen Indizes verfielen, kam Abgabedruck an den Markt, von dem er sich im Verlauf nicht mehr erholt. Der DAX liegt 0,9 Prozent tiefer bei 15.511 Punkten, der Euro-Stoxx handelt 0,7 Prozent niedriger bei 4.140.

Damit nicht genug: zum großen September-Verfalltag am Terminmarkt kommt zudem der größte Umbau in der 33-jährigen Geschichte des DAX. Er bildet letztmals die Kurse von 30 Unternehmen ab. Wegen der Kombination aus notwendigen Anpassungsmaßnahmen in den Portfolios von Fonds und Großanlegern und Großem Verfall sind weiterhin erhöhte Kurssauschläge möglich.

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"Hexensabbat" sorgt für Kursbewegungen
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Mit dem Hexensabbat im September findet einer der größten Verfalltage des Jahres an den internationalen Terminbörsen statt. Er betrifft sämtliche Aktienoptionen und Futures auf Indizes und Einzelaktien. Besonders bei Aktien, die sich sehr dicht an runden Basispreisen befinden, könnte es daher zu Gefechten um den Schlusskurs kommen. Ein Händler weist hier auf Siemens (-0,2%) hin, die um 150 Euro pendeln. Die Optionen und Futures auf Indizes wie DAX und Euro-Stoxx-50 verfielen bereits am Mittag, die Optionen auf Einzelaktien folgen zum Handelsschluss.

Der ab Montag 40 Werte umfassende DAX dürfte eine höhere Beachtung finden, weil er dann etwas über 80 Prozent des deutschen Aktienmarkts abdeckt - bisher waren es etwa 70 Prozent. Zugleich wird er mehr Branchen erfassen. Die neuen Mitglieder werden zum Handelsschluss am Abend in den DAX genommen. Im Einzelnen sind dies: Airbus, Brenntag, Hellofresh, Porsche Holding, Puma, Qiagen, Sartorius, Siemens Healthineers, Symrise und Zalando.

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Cerberus zeigt Interesse an der Staats-Beteiligung an der Commerzbank
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Die Aktie der Commerzbank legt um 3,5 Prozent zu, nachdem der US-Finanzinvestor Cerberus Berichten zufolge an einer Übernahme des staatlichen Anteils an der Bank interessiert ist. Der New Yorker Investor könne sich die Übernahme der Beteiligung von 15,6 Prozent nach der Bundestagswahl gut vorstellen, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf mit dem Thema vertraute Personen. Cerberus-Deutschland-Chef David Knower habe in vertraulichen Gesprächsrunden seine Bereitschaft signalisiert, einen Kauf des Staatsanteils an der Commerzbank zu prüfen, wenn die neue Bundesregierung dazu bereit sei.

Der Staat hatte die Commerzbank in der Finanzkrise 2008 vor dem Aus gerettet. Die Beteiligung, für die der Bund einst gut 5 Milliarden Euro bezahlte, ist aktuell jedoch nur noch etwas mehr als 1 Milliarde Euro wert. Cerberus hält aktuell gut 5 Prozent an der Commerzbank.

Bei Biotest steht ein erneuter Besitzerwechsel an. Das Unternehmen steht vor dem Verkauf nach Spanien. Grifols aus Barcelona kündigte an, den Aktionären des Biopharmaunternehmens aus Dreieich bei Frankfurt ein Übernahmeangebot zu unterbreiten. Mit dem größten Aktionär Tiancheng International aus Hongkong habe man bereits einen Aktienkaufvertrag über dessen sämtliche Aktien an Biotest geschlossen. Grifols bietet 43 Euro je Stamm- und 37 Euro je Vorzugsaktie.

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Reisesektor legt weiter zu
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Weiter aufwärts geht es mit dem Reisesektor. Nach über 3 Prozent am Vortag setzt er sich mit 1,8 Prozent Plus erneut an die Spitze der Kursgewinner unter den europäischen Subindizes. Hauptreiber sind die starken britischen Airlines-Titel, die von der Aussicht auf ein Zusammenstreichen der Roten Liste coronagefährdeter Reiseziele profitieren. IAG steigen 5,8 Prozent, Easyjet um 4,2 Prozent und Tui um 5,7 Prozent.

Einen guten Start an der Börse hat Azelis erwischt. Das in Antwerpen beheimatete Spezialchemie-Unternehmen ist nach Aussage eines Marktstrategen einer der spannenden Börsengänge an der Euronext und der größte in Belgien seit 2007. Das Interesse sei groß gewesen, so dass die Bücher schnell geschlossen werden konnten und die Aktie am oberen Rand der IPO-Spanne von 22 bis 26 Euro bei 26 Euro zugeteilt wurde. Damit wird das Unternehmen mit 6,1 Milliarden Euro bewertet. Aktuell handelt die Aktie bei 28,20 Euro, im Hoch waren es bereits 29,90 Euro gewesen.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.140,34 -0,7% -29,53 +16,5%
Stoxx-50 3.528,67 -0,7% -24,02 +13,5%
DAX 15.510,58 -0,9% -141,17 +13,1%
MDAX 35.495,19 -0,2% -62,69 +15,3%
TecDAX 3.899,12 -0,0% -1,85 +21,4%
SDAX 16.875,13 +0,0% 4,78 +14,3%
FTSE 6.982,59 -0,6% -44,89 +8,8%
CAC 6.587,97 -0,5% -34,62 +18,7%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,27 +0,03 +0,30
US-Zehnjahresrendite 1,38 +0,04 +0,46

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 08:56 Do, 17:31 % YTD
EUR/USD 1,1743 -0,2% 1,1772 1,1760 -3,9%
EUR/JPY 129,18 +0,0% 129,35 128,98 +2,5%
EUR/CHF 1,0924 +0,1% 1,0912 1,0879 +1,1%
EUR/GBP 0,8537 +0,1% 0,8533 0,8535 -4,4%
USD/JPY 109,99 +0,2% 109,88 109,67 +6,5%
GBP/USD 1,3756 -0,3% 1,3797 1,3779 +0,7%
USD/CNH (Offshore) 6,4647 +0,2% 6,4492 6,4534 -0,6%
Bitcoin
BTC/USD 47.474,76 -0,4% 47.998,76 48.186,26 +63,4%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 71,64 72,61 -1,3% -0,97 +49,2%
Brent/ICE 74,71 75,67 -1,3% -0,96 +46,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.750,32 1.753,65 -0,2% -3,34 -7,8%
Silber (Spot) 22,43 22,98 -2,4% -0,54 -15,0%
Platin (Spot) 945,40 937,00 +0,9% +8,40 -11,7%
Kupfer-Future 4,30 4,28 +0,4% +0,02 +21,8%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/flf

END) Dow Jones Newswires

September 17, 2021 10:37 ET (14:37 GMT)

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Im Artikel erwähnt
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