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MÄRKTE EUROPA/DAX fällt trotz besserer US-Arbeitsmarktdaten unter 13.000

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Bessere US-Arbeitsmarktdaten setzen am Donnerstagnachmittag keine Akzente. Europas Börsen bauen die Verluste sogar leicht aus. Der DAX verliert 0,6 Prozent auf 12.983 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,6 Prozent auf 3.344 Punkte nach unten. Die wöchentlichen Erstanträge liegen bei 963.000 und damit klar unter der Prognose von 1,1 Millionen.

Die fehlende Reaktion an den Märkten könnte zu einen daran liegen, dass damit der Druck auf die Behörden für zusätzliche geldpolitische und fiskalische Stimuli nachlässt. Zum anderen ist unklar, wie viele Arbeitslose angesichts der ausgelaufenen zusätzlichen Arbeitslosenunterstützung keinen Antrag gestellt haben.

Für Zurückhaltung sorgen die anhaltenden Unsicherheiten um ein neues US-Konjunkturpaket. Der Handel ist derweil geprägt von einem letzten Aufbäumen der Berichtssaison.

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Deutsche Telekom profitiert von Sprint-Konsolidierung
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Die Aktien der Deutschen Telekom notieren 1,5 Prozent höher. Der Konzern hat im zweiten Quartal dank der Erstkonsolidierung des zugekauften US-Unternehmens Sprint einen Umsatzsprung gemacht und operativ die Analystenprognose übertroffen. Unter dem Strich verfehlte der Konzern wegen der Integrationskosten in den USA aber die Erwartungen. Zugleich nannte die Telekom neue Prognosen für den Konzern unter Berücksichtigung von Sprint.

Mit einem Plus von 5,2 Prozent werden die Halbjahreszahlen von United Internet im Handel honoriert. Trotz der Coronavirus-Krise wurde der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 4,2 Prozent gesteigert. Das entsprechende EBIT sprang sogar um 11,4 Prozent nach oben. Die Corona-Effekte bremsten das Wachstum zwar im Konsumentenbereich, wirkten aber positiv bei den Firmenkunden. Für 1&1 Drillisch geht es nach Zahlen sogar um 6,3 Prozent nach oben.

Der Energieversorger RWE hat nach Abschluss der Eon-Transaktion im ersten Halbjahr 2020 erwartungsgemäß mehr verdient. Bis auf das Segment Energiehandel legten alle Sparten operativ zu. Für das operative Ergebnis im Gesamtjahr wird RWE zuversichtlicher, mit der Aktie geht es um 0,9 Prozent nach oben.

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Bei Carlsberg enttäuscht der Ausblick
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Carlsberg verlieren 5,3 Prozent. Die Anleger stören sich am Ausblick für 2020. Carlsberg geht davon aus, dass das organische EBIT im laufenden Jahr um 10 bis 15 Prozent nachgeben wird. Im Konsens wird laut der Citigroup derzeit ein Rückgang von 10,1 Prozent erwartet.

Aurelius haussieren dagegen mit Aufschlägen von 17,5 Prozent. "Die waren komplett unterbewertet", sagt ein Händler mit Blick auf die Halbjahreszahlen. Denn im ersten Halbjahr habe ein EBITDA von 258 Millionen Euro realisiert werden können, während es im Vergleichszeitraum vor einem Jahr nur knapp 54 Millionen Euro waren.

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Thyssenkrupp rechnet nicht mit schneller Erholung
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Nach roten Zahlen im abgelaufenen Quartal rechnet Thyssenkrupp (minus 15,7 Prozent) kurzfristig nicht mit einer schnellen Erholung. Wie Jefferies anmerkt, impliziert beim Ausblick die konservativere Einschätzung einen Rückgang der Konsenserwartungen für das bereinigte EBIT um rund 10 Prozent.

Hier werden einige Anleger auf dem falschen Fuß erwischt" so ein Marktteilnehmer zu den Nordex-Zahlen. Die jüngsten Auftragseingänge hätten die Anleger in die Aktie gezogen, doch der hohe Nettoverlust überrasche nun negativ. Im zweiten Quartal ist er mit 142 Millionen Euro mehr als dreimal so hoch wie erwartet ausgefallen. Nordex verlieren 7,5 Prozent.

Mit 15,1 Prozent Plus feiert der Markt die Zahlen von SMA Solar. Das Unternehmen zeigte sich nur marginal betroffen von der Coronakrise. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis wurden im ersten Quartal deutlich gesteigert. Knorr-Bremse verlieren 3,6 Prozent - hier scheidet der CEO wegen "tiefgreifender Meinungsverschiedenheiten" aus.

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Thermo-Fisher-Gebot für Qiagen scheitert - Wirecard verlässt den DAX
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Trotz des Scheiterns der Übernahme-Offerte durch Thermo Fisher gewinnen Qiagen 0,4 Prozent. Nur 47 Prozent der Qiagen-Aktien wurden zum Verkauf angeboten - was deutlich unter der Annahmeschwelle von 66,6 Prozent liegt. Wirklich überraschend ist die Kursreaktion nicht. Zum einen hatte sich ein Scheitern zuletzt zunehmend abgezeichnet. Zum anderen, und wesentlich wichtiger, wird nun spekuliert, dass neue Interessenten auf den Plan treten dürften.

Keine Werbung für den Sektor der privaten Fernsehsender machen Zahlen und Ausblick von RTL Group. "Auch hier hat der Markt eine stärkere Erholung erwartet und eingepreist", sagt ein Händler. Durch bessere Zahlen wie beim Werberiesen Publicis sei Optimismus geweckt worden, der sich hier noch nicht spiegele. RTL verlieren 3,3 Prozent.

Die Tage der Wirecard-Aktie (minus 11,2 Prozent) in den Indizes in der DAX-Familie sind gezählt. Insolvente Unternehmen müssen künftig die DAX-Auswahl-Indizes kurzfristig verlassen. Das hat der Indexanbieter Stoxx am Mittwochabend mitgeteilt. Nach den neuen Regeln werden insolvente Unternehmen mit einer Frist von zwei Handelstagen aus den DAX-Auswahlindizes genommen. Die Regeln treten am 19. August in Kraft. Nachfolger dürften Delivery Hero werden.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.344,37 -0,56 -18,81 -10,70
Stoxx-50 3.014,66 -0,88 -26,72 -11,41
DAX 12.983,12 -0,58 -75,51 -2,01
MDAX 27.703,46 -0,28 -77,77 -2,15
TecDAX 3.110,62 0,20 6,30 3,17
SDAX 12.580,12 0,35 44,26 0,55
FTSE 6.198,68 -1,30 -81,44 -16,74
CAC 5.049,07 -0,48 -24,24 -15,54

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,41 0,04 -0,65
US-Zehnjahresrendite 0,68 0,01 -2,00

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:25 Uhr Mi, 17:17 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1857 +0,62% 1,1828 1,1792 +5,7%
EUR/JPY 126,61 +0,54% 126,07 126,14 +3,9%
EUR/CHF 1,0778 +0,26% 1,0759 1,0746 -0,7%
EUR/GBP 0,9043 +0,01% 0,9045 0,9041 +6,8%
USD/JPY 106,78 -0,08% 106,60 106,97 -1,8%
GBP/USD 1,3113 +0,61% 1,3077 1,3043 -1,1%
USD/CNH (Offshore) 6,9414 +0,09% 6,9370 6,9335 -0,4%
Bitcoin
BTC/USD 11.503,01 -0,02% 11.532,76 11.583,76 +59,5%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 42,64 42,67 -0,1% -0,03 -26,2%
Brent/ICE 45,27 45,43 -0,4% -0,16 -27,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.939,33 1.918,08 +1,1% +21,25 +27,8%
Silber (Spot) 26,63 25,54 +4,3% +1,09 +49,2%
Platin (Spot) 957,28 936,00 +2,3% +21,28 -0,8%
Kupfer-Future 2,84 2,89 -1,8% -0,05 +0,7%
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/ros

END) Dow Jones Newswires

August 13, 2020 10:15 ET (14:15 GMT)

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Im Artikel erwähnt
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