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MÄRKTE EUROPA/Erholung geht weiter - Notenbanken im Fokus

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--An den europäischen Aktienmärkten geht es am Donnerstag den dritten Tag in Folge nach oben. Der DAX legt am Nachmittag um 1,0 Prozent auf 15.660 Punkte zu, der Euro-SToxx-50 gewinnt 1,2 Prozent auf 4.198 Zähler. Schwächere Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und Frankreich belasten die Stimmung derweil nicht. Dabei liefern die Notenbanken die Begleitmusik, gibt es doch Entscheidungen der US-, der Schweizer, der norwegischen Notenbank sowie der Zentralbank der Türkei.

Am Vorabend hatte die US-Notenbank zwar eine straffere Geldpolitik in Aussicht gestellt, sie hat dazu aber weder einen Beschluss noch einen Zeitplan vorgelegt. Damit hat sie sich alle Optionen offen gehalten, um flexibel zu handeln. "An den Börsen kommt das Fed-Statement gut an", sagt Marktstratege Thomas Altmann von QC Partners. Straffungen der US-Geldpolitik können damit laut Altmann bei Bedarf verschoben werden.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihre Geldpolitik wie erwartet bestätigt und zugleich ihre Wachstumsprognose für 2021 gesenkt, die Inflationsprognose aber leicht angehoben. Der Leitzins bleibt ebenso bei minus 0,75 Prozent wie der Bankeinlagensatz. Die SNB bezeichnete den Franken als "hoch bewertet" und teilte mit, dass sie bereit sei, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren.

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Norwegische Zentralbank hebt Leitzins an
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Die Norges Bank hat als erste größere Zentralbank in Europa den Leitzins nach der Pandemie angehoben. Sie erhöhte ihn von null auf 0,25 Prozent und signalisierte eine weitere Anhebung noch in diesem Jahr. Die Anhebung ist die erste Änderung, seit die Bank den Leitzins im Mai vergangenen Jahres, als die Pandemie grassierte, auf null senkte. Angesichts der höheren Kapazitätsauslastung und der Inflationsaussichten, die auf eine schwächere Krone und höhere Lohnzuwächse zurückzuführen sind, hob die Zentralbank auch ihren Zinspfad an.

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Lira stürzt mit überraschender Zinssenkung ab
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Die unerwartete Leitzinssenkung in der Türkei bringt die Lira gehörig unter Druck. Die Notenbank begründete die Entscheidung damit, dass der straffe geldpolitische Kurs die Vergabe von Unternehmenskrediten stärker als geplant bremse. Damit rennt die Zentralbank offene Türen bei Staatspräsident Recep Erdogan ein. Denn der hatte immer wieder Zinssenkungen gefordert und in der Vergangenheit personelle Änderungen in der Führung der Zentralbank erwirkt, damit die Notenbank die gewünschten Entscheidungen trifft. Mit 19,3 Prozent im August hatte die türkische Inflation zuletzt die höchste Rate seit Anfang 2019 markiert. Die Zinssenkung "dürfte die Glaubwürdigkeit von Notenbankgouverneur Sahap Kavcioglu, die er sich in den vergangenen sechs Monaten erworben hat, zerstört haben", so Marktökonom Jason Tuvey von Capital Economics .

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Technologiewerte führen Gewinnerliste an
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Wachstums-Aktien aus dem Technologiesektor profitieren von der Zurückhaltung der US-Notenbank und legen 1,8 Prozent zu. "Eine wirkliche geldpolitische Straffung ist frühestens für die Mitte des kommenden Jahres in Sicht", sagt ein Marktteilnehmer mit Blick auf das Fed-Statement vom Vorabend. Das sollte Wachstumstitel aus den Bereichen Halbleiterherstellung und Biotechnologie nach den jüngsten Rücksetzern stützen, meint er.

Elmos setzen die Hausse fort und gewinnen 3,5 Prozent. "Die Aussagen klingen positiv", so ein Marktteilnehmer zu dem Halbleiterhersteller. Dieser stellt in der Börsenzeitung einen Rekordumsatz in Aussicht und meint, er könnte das mittelfristige Margenziel von 17 Prozent auf EBIT-Basis bereits in diesem Jahr erreichen.

Kein stärkerer Kursimpuls geht laut Marktteilnehmern vom Zwischenbericht von Reckitt Benckiser (-0,5%) aus. "Die Aussagen entsprechen dem, was zu erwarten war", so ein Marktteilnehmer. Die Umsätze auf vergleichbarer Basis sollen in diesem Jahr um netto 0 bis 2 Prozent zunehmen.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.199,17 +1,2% 48,98 +18,2%
Stoxx-50 3.582,16 +1,0% 34,98 +15,2%
DAX 15.657,15 +1,0% 150,41 +14,1%
MDAX 35.494,30 +0,8% 287,87 +15,3%
TecDAX 3.954,11 +1,5% 57,95 +23,1%
SDAX 17.011,73 +1,3% 213,66 +15,2%
FTSE 7.090,16 +0,1% 6,79 +9,6%
CAC 6.711,37 +1,1% 74,37 +20,9%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,28 +0,05 +0,30
US-Zehnjahresrendite 1,36 +0,05 +0,44

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 08:18 Uhr Mi, 17:24 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1744 +0,4% 1,1713 1,1739 -3,8%
EUR/JPY 129,28 +0,7% 128,69 128,62 +2,5%
EUR/CHF 1,0831 +0,1% 1,0843 1,0827 +0,2%
EUR/GBP 0,8547 -0,4% 0,8586 0,8595 -4,3%
USD/JPY 110,08 +0,3% 109,88 109,58 +6,6%
GBP/USD 1,3740 +0,9% 1,3642 1,3658 +0,5%
USD/CNH (Offshore) 6,4539 -0,3% 6,4681 6,4630 -0,8%
Bitcoin
BTC/USD 44.127,76 +1,7% 43.901,01 42.532,76 +51,9%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 72,96 72,23 +1,0% 0,73 +52,5%
Brent/ICE 76,50 76,19 +0,4% 0,31 +50,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.752,85 1.768,71 -0,9% -15,86 -7,6%
Silber (Spot) 22,63 22,74 -0,5% -0,11 -14,3%
Platin (Spot) 997,05 1.001,08 -0,4% -4,03 -6,9%
Kupfer-Future 4,27 4,25 +0,3% +0,01 +20,9%
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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/raz

END) Dow Jones Newswires

September 23, 2021 10:11 ET (14:11 GMT)

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Im Artikel erwähnt
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