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MÄRKTE EUROPA/Indizes geben nach - Leichtere Wall Street bremst

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte haben frühe moderate Gewinne abgegeben und haben am Nachmittag ins Minus abgedreht, nachdem die wall Street etwas leichter gestartet ist. Der DAX verliert 0,4 Prozent auf 15.112 Punkte, der Euro-Stoxx-50 sinkt um 0,6 Prozent auf 3.980 Punkte. Insgesamt hat die Entwicklung der Vortage mit dem Abverkauf am Dienstag und der kräftigen Erholung am Mittwoch die Investoren etwas vorsichtiger gemacht.

Die Bank of England (BoE) hat die Leitzinsen wie erwartet bestätigt aber ihr wöchentliches Wertpapierankaufvolumen gesenkt. Die Volkswirte der NordLB werten dies als eine moderate Anpassung der lockeren Geldpolitik. Im bisherigen Tempo wäre das Kaufprogramm im November beendet worden, nun läuft es bis Ende des Jahres. Das Pfund reagiert darauf nicht, sondern tendiert unter Schwankungen seitwärts. Der Aktienindex FTSE-100 in London liegt auf Vortagsniveau.

Für Zurückhaltung dürfte der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag sorgen. Anleger und Analysten erwarten nicht nur einen weiteren Anstieg der Beschäftigung, viele rechnen für April mit der bisher stärksten Zunahme der Beschäftigung in diesem Jahr. Bei einem extrem starken US-Arbeitsmarktbericht geht Thomas Altmann von QC Partners davon aus, dass die Falken in der US-Notenbank wieder lauter eine Straffung der Geldpolitik fordern könnten. Eine Indikation dafür liefern die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten, die besser als erwartet ausgefallen sind. Allerdings wurde der Wert für die Vorwoche kräftig nach oben revidiert.

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Starke Konjunkturdaten - Corona-Aktien werden verkauft
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Konjunkturseitig gibt es auch aus Deutschland gute Zahlen. Der Verband der Maschinenbauer (VDMA) meldete für März ein Plus von 34 Prozent bei den Aufträgen aus dem Ausland und insgesamt ein Auftragsplus von 3 Prozent - knapp doppelt so hoch wie erwartet. Die weltweite Besserung der Konjunkturlage treibt einerseits immer mehr Anleger in Zykliker und andererseits raus aus den ehemaligen Corona-Gewinneraktien.

Die Aktien von Covid-19-Impfstoffherstellern stehen mit am Vorabend bekanntgewordenen Plänen der US-Regierung, den Patentschutz von Covid-19-Impfstoffen zeitweise aufzuheben, weiter unter Abgabedruck bzw. vollziehen die Verluste nach. Moderna fallen an der Frankfurter Börse um knapp 13 Prozent, Curevac um 16,7 und Biontech um 15 Prozent. Astrazeneca liegen dagegen knapp behauptet. Teilnehmer führen das darauf zurück, dass Astrazeneca an seinem Impfstoff derzeit noch kein Geld verdient.

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Zahlenflut aus allen Branchen
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Für Impulse bei den Einzelwerten sorgt die auf Hochtouren laufende Berichtssaison. Die Brauereigruppe AB Inbev ist zum Jahresstart dank eines stärker als erwarteten Umsatzwachstums wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt und bekommt nach 15 Jahren einen neuen Chef. Für die Aktie geht es um 6,4 Prozent nach oben, Heineken steigen um 1,8 Prozent, der Stoxx-Index der Lebensmittelhersteller ist mit einem Plus von 0,7 Prozent größter Gewinner in Europa.

Bei Air France-KLM (-2,6%) sind die Erstquartalszahlen laut den Analysten von Bernstein zwar über den vorläufigen Zahlenausgefallen, beim Gewinn sei die Konsensprognose dennoch nicht erreicht worden. Eine weitere Kapitalerhöhung liege im Bereich des Möglichen.

Zalando hat im ersten Quartal auch unter dem Strich schwarze Zahlen geschrieben und die Prognose für das Gesamtjahr erhöht. Zudem will Zalando in den kommenden zwei Jahren sein Logistiknetzwerk deutlich ausbauen. Analysten sprechen nun von Spielraum für höhere Markterwartungen. Der Kurs gibt dennoch um 1,4 Prozent nach.

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Gewinnmitnahmen bei VW
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Deutlich bessere Autoverkäufe vor allem in China und eine hohe Nachfrage nach höherpreisigen Fahrzeugen haben Volkswagen einen unerwartet starken Jahresstart beschert. Zudem hat der Autobauer seine Renditeerwartungen leicht erhöht. Die guten Zahlen wie auch die Anhebung der Renditeerwartung wurden von Analysten aber schon erwartet, Gewinnmitnahmen drücken den Kurs um 2 Prozent.

Munich Re (+1,6%) hat den Gewinn im ersten Quartal dank einer insgesamt niedrigeren Schadensbelastung als im Vorjahr und dank des starken Ergebnisses des Erstversicherers Ergo gesteigert. Die hohen Belastungen aus dem Wintereinbruch in den USA steckte der Rückversicherer weg. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte der DAX-Konzern. Qualitativ wirke das Zahlenwerk zwar durchwachsen, doch die Aussichten seien immer noch solide, si die Analysten von Citi.

Der Gesundheitskonzern Fresenius (+0,4%) hat sich angesichts der fortdauernden Corona-Pandemie zum Jahresauftakt relativ wacker geschlagen und seine Ziele für das Gesamtjahr bekräftigt. Die größte Tochter Fresenius Medical Care (-3%) hatte derweil besonders starke Auswirkungen durch die Covid-19-Pandemie zu verkraften. Die Zahlen lägen überwiegend im Bereich der Erwartungen, und die Ausblicke hätten die Unternehmen bestätigt. "Ein Trigger für eine Outperformance ist nicht zu sehen, dafür fehlt bei beiden Unternehmen die Aufwärtsdynamik", kommentiert ein Marktteilnehmer.

Für Henkel geht es nach den Quartalszahlen um 1,3 Prozent nach unten. Wie von Citi erwartet, hat Henkel die Unternehmensprognose angehoben. Das neue Gewinnziel scheine jedoch die Konsenserwartungen nicht zu übersteigen.

Eine starke Nachfrage hat dem weltgrößten Gasekonzern Linde (+0,2%) im ersten Quartal einen deutlichen Gewinnanstieg beschert. Nach dem guten Jahresauftakt hob das DAX-Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr an.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.977,45 -0,63 -25,34 11,96
Stoxx-50 3.401,82 -0,48 -16,28 9,44
DAX 15.106,56 -0,42 -64,22 10,12
MDAX 32.172,49 -1,12 -364,25 4,47
TecDAX 3.376,47 -1,73 -59,37 5,10
SDAX 15.820,78 -1,54 -248,06 7,15
FTSE 7.044,62 0,08 5,32 8,96
CAC 6.327,04 -0,20 -12,43 13,97

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,24 -0,01 -0,48
US-Zehnjahresrendite 1,57 -0,01 -1,11

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:31 Uhr Mi, 17:33 Uhr % YTD
EUR/USD 1,2060 +0,45% 1,2010 1,2002 -1,3%
EUR/JPY 131,61 +0,38% 131,31 131,12 +4,4%
EUR/CHF 1,0953 -0,08% 1,0964 1,0961 +1,3%
EUR/GBP 0,8694 +0,70% 0,8641 0,8625 -2,7%
USD/JPY 109,12 -0,07% 109,37 109,25 +5,7%
GBP/USD 1,3870 -0,27% 1,3899 1,3916 +1,5%
USD/CNH (Offshore) 6,4708 -0,26% 6,4794 6,4835 -0,5%
Bitcoin
BTC/USD 57.261,51 +0,71% 56.890,64 57.257,26 +97,1%



ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 64,73 65,63 -1,4% -0,90 +33,1%
Brent/ICE 68,27 68,96 -1,0% -0,69 +32,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.813,12 1.785,60 +1,5% +27,52 -4,5%
Silber (Spot) 27,25 26,47 +3,0% +0,78 +3,3%
Platin (Spot) 1.240,50 1.228,08 +1,0% +12,43 +15,9%
Kupfer-Future 4,61 4,54 +1,5% +0,07 +30,7%


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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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END) Dow Jones Newswires

May 06, 2021 10:27 ET (14:27 GMT)

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