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MÄRKTE EUROPA/Konsolidierung nach schwachen Unternehmensnachrichten

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen haben am Donnerstag mit Abgaben geschlossen. Die zunächst gute Laune am Morgen wurde von kräftigen Gewinnwarnungen und Prognosesenkungen verhagelt. Wirtschaftsdaten aus China setzten keine größeren Akzente: Während das Wachstum des Bruttoinlandprodukts im zweiten Quartal mit 7,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum die Marktschätzungen nicht ganz erreichte, überraschte die Industrieproduktion im Juni positiv.

Der DAX verlor 1,0 auf 15.630, für den Euro-Stoxx-50 ging es 1,1 Prozent auf 4.056 Stellen nach unten. Die Märkte zeigten auch keine größere Reaktion auf die Veröffentlichung der jüngsten US-Daten. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe haben die Erwartungen getroffen genauso wie der Anstieg der Importpreise. Während der Empire State Index über den Erwartungen ausfiel, blieb der Philadelphia Fed Index darunter. Interessant ist, dass beim "Philly-Fed" die Preiskomponenten gegenüber dem Vormonat nachgegeben haben.

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Ölwerte schwach mit Spekulationen über mögliche Produktionsausweitung
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Ölwerte verloren deutlich um 2,8 Prozent. Händler verwiesen auf Berichte über neue Verhandlungen über die Ölförderung. Spekulationen um eine Fördermengenerhöhung setzten den Ölpreis unter Druck.

Schlechte Nachrichten gab es bei Erneuerbaren Energien: Eine gesenkte Prognose bei Siemens Gamesa verstimmte und zog auch Siemens Energy mit nach unten. "Der klassische Gas-and-Power-Bereich schwächelt, und Renewables kommt noch nicht richtig auf die Beine", so ein Händler. Die Siemens-Energy-Tochter sagt nun für 2021 einen Konzernumsatz am unteren Rand der Spanne von 10,2 bis 10,5 Milliarden Euro voraus. Die Gewinnmarge wird sogar unter null gesehen.

Die Analysten der Bank of America haben daraufhin das Gamesa-Kursziel gesenkt. In Spanien brachen die Aktien um 14,4 Prozent ein. Siemens Energy fielen im DAX um 11,1 Prozent, auch die Branchenwerte Vestas und Nordex wurden um bis zu 6,4 Prozent nach unten mitgezogen.

Für Asos ging es an der Londoner Börse um 18,1 Prozent nach unten. Der Online-Fashion-Händler hatte bekannt gegeben, dass die Unsicherheiten rund um das Coronavirus bzw das schlechte Wetter die Nachfrage im vergangenen Monat gedämpft hätten. Asos geht von einer fortgesetzt volatilen Entwicklung aus. Wie RBC anmerkte, sind die Umsätze zwischen März und Juni 3 Prozent unter den Schätzungen geblieben. Asos habe aber weiter das attraktivste Risiko/Chance-Profil im Sektor, hieß es. Im Gefolge gaben Zalando um 2,9 Prozent nach und Global Fashion 4,3 Prozent.

Just Eat Takeaway verloren nach ihrem Zwischenbericht 9 Prozent. "Die Zahlen sind gut, das war aber auch erwartet worden", sagte ein Händler. "Allerdings ist auch nicht zu übersehen, dass die Aufwärtsdynamik nachlässt", ergänzte er.

Kingfisher stiegen dagegen um 1 Prozent. Das Unternehmen hat den Ausblick auf die Umsatz- und Gewinnentwicklung im ersten Halbjahr nach oben genommen. "Die Gewinnschätzungen dürften nun steigen", sagte ein Marktteilnehmer.

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Kurseinbruch bei Tomtom
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Für Drägerwerk ging es 4,2 Prozent abwärts: Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern hat im zweiten Quartal trotz höherer Umsätze einen geringeren operativen Gewinn als im Vorjahr erzielt. Mit einem Kurseinbruch von 15,1 Prozent wurden Tomtom abgestraft. Der niederländische Hersteller von Navigationshilfen hat den Ausblick für 2021 überraschenderweise gesenkt. "Dass daran der Chip-Engpass der Autoindustrie schuld sein soll, ist komisch", kritisierte ein Händler.

Vorläufige Eckdaten von Daimler lagen laut der DZ Bank, trotz der Lieferengpässe bei Halbleitern, erneut über den Markterwartungen. Cars & Vans habe hierbei von einem guten Produktmix in Kombination mit einem geringen Preisdruck und einer andauernden Kostendisziplin profitiert. Für Daimler ging es in dem negativen Gesamtmarktumfeld dennoch um 0,4 Prozent nach unten.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 4.056,39 -43,11 -1,1% +14,2%
Stoxx-50 3.535,27 -32,67 -0,9% +13,7%
Stoxx-600 456,20 -4,36 -0,9% +14,3%
XETRA-DAX 15.629,66 -159,32 -1,0% +13,9%
FTSE-100 London 7.013,79 -77,40 -1,1% +9,8%
CAC-40 Paris 6.493,36 -65,02 -1,0% +17,0%
AEX Amsterdam 739,42 -5,53 -0,7% +18,4%
ATHEX-20 Athen 2.076,13 -22,58 -1,1% +7,3%
BEL-20 Bruessel 4.149,53 -40,24 -1,0% +14,6%
BUX Budapest 47.677,82 +493,22 +1,0% +13,2%
OMXH-25 Helsinki 5.515,47 -33,64 -0,6% +20,3%
ISE NAT. 30 Istanbul 1.479,20 +21,07 +1,4% -9,6%
OMXC-20 Kopenhagen 1.694,31 -15,53 -0,9% +15,6%
PSI 20 Lissabon 5.166,57 -55,74 -1,1% +4,3%
IBEX-35 Madrid 8.527,00 -131,30 -1,5% +5,6%
FTSE-MIB Mailand 24.875,50 -318,83 -1,3% +13,2%
RTS Moskau 1.612,08 -13,69 -0,8% +16,2%
OBX Oslo 1.011,15 -10,33 -1,0% +17,7%
PX Prag 1.197,16 +38,11 +3,3% +16,6%
OMXS-30 Stockholm 2.344,49 -11,85 -0,5% +25,1%
WIG-20 Warschau 2.260,49 -8,08 -0,4% +13,9%
ATX Wien 3.412,70 -26,66 -0,8% +23,7%
SMI Zuerich 11.976,79 -66,56 -0,6% +11,9%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,34 -0,01 -0,58
US-Zehnjahresrendite 1,32 -0,02 -1,36

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:19 Uhr Mi, 17:45 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1803 -0,3% 1,1842 1,1825 -3,4%
EUR/JPY 129,90 -0,2% 130,02 130,15 +3,0%
EUR/CHF 1,0845 +0,2% 1,0821 1,0826 +0,3%
EUR/GBP 0,8532 -0,1% 0,8547 0,8534 -4,5%
USD/JPY 110,06 +0,1% 109,80 110,06 +6,6%
GBP/USD 1,3834 -0,2% 1,3856 1,3857 +1,2%
USD/CNH (Offshore) 6,4640 +0,1% 6,4602 6,4648 -0,6%
Bitcoin
BTC/USD 31.631,51 -3,7% 32.616,75 32.807,01 +8,9%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 72,59 73,13 -0,7% -0,54 +50,1%
Brent/ICE 74,31 74,76 -0,6% -0,45 +45,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.825,87 1.827,35 -0,1% -1,49 -3,8%
Silber (Spot) 26,25 26,25 +0,0% +0,00 -0,5%
Platin (Spot) 1.140,53 1.132,23 +0,7% +8,30 +6,6%
Kupfer-Future 4,34 4,28 +1,6% +0,07 +23,2%
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/cln

END) Dow Jones Newswires

July 15, 2021 12:15 ET (16:15 GMT)

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Im Artikel erwähnt
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