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MÄRKTE EUROPA/Leichter nach schwächerem US-Arbeitsmarktbericht

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen drehen nach Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten nach volatilem Verlauf leicht ins Minus. Der Stellenaufbau in den USA im November ist mit 210.000 weit unter der Erwartung von 573.000 geblieben. Auch der Anstieg der Stundenlöhne ist mit 0,26 Prozent gegenüber dem Vormonat unter der Erwartung von 0,40 Prozent geblieben. Allerdings ist die Arbeitslosenquote viel stärker als erwartet gesunken.

Die Daten sind mithin nicht leicht zu interpretieren. Während einige Marktteilnehmer nun ein vorsichtigeres Vorgehen der US-Notenbank erwarten, glauben andere, dass die Fed an ihrem zuletzt eingeschlagenen falkenhaften Kurs festhalten wird, und die Reduzierung der Wertpapiere ab Dezember beschleunigen wird. Letztere Sichtweise scheint sich am Markt durchzusetzen.

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Euro nur kurz fester nach US-Daten
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Der DAX gibt um 0,2 Prozent auf 15.228 Zähler nach, im Tageshoch stand der Index bereits bei 15.423. In dem Bereich verläuft die wichtige 200-Tagelinie, die bislang blockiert. Der Euro-Stoxx-50 notiert mit Abgaben von 0,4 Prozent auf 4.093 Punkte. Am Devisenmarkt reagierte der Euro in einer ersten Reaktion mit Aufschlägen auf die US-Daten, in der Zwischenzeit ist die Einheitswährung aber unter das Ausbruchsniveau zurückgefallen.

Der aktuelle US-Jobreport enttäusche nur auf den ersten Blick, findet Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. Die Details des Berichts fielen nämlich besser aus. Insgesamt gehe die Erholung am Arbeitsmarkt weiter. Das Auftauchen der Omikron-Variante stelle zwar ein Risiko dar, der Aufschwung sollte aber nicht in Gefahr sein, denn die vergangenen Neuinfektionswellen hätten immer weniger Einfluss auf die Wirtschaft gehabt.

Tagesgewinner sind Ölwerte mit einem Aufschlag von 1 Prozent. Die Opec+ hatte den Markt am Vortag zwar überrascht mit dem Festhalten an ihrer Förderausweitung um 400.000 Barrel pro Tag. Allerdings hat sich die Organisation die Option offen gehalten, kurzfristig die Fördermenge anzupassen. Der Preis für Brent wie auch WTI zieht um mehr als 3 Prozent an.

Die Aktien der Essenslieferanten Deliveroo (-7,3%) und Delivery Hero (-5,2%) stehen auch am Freitag unter Druck. Im Handel verweist man auf einen Bericht, wonach selbständige Fahrer im Zuge einer möglichen neuen EU-Rechtsverordnung als Angestellte eingestuft werden könnten. Dadurch könnten die Kosten für die Plattformbetreiber, wie zum Beispiel auch von Uber und Bolt Technology, signifikant steigen und die Ergebnisse drücken, sollte die Regelung tatsächlich kommen, heißt es im Handel. Die Regelung könnte Millionen dieser Beschäftigten in der EU betreffen.

Bei Allianz geht es um 1,3 Prozent höher nach der Dividendenankündigung. Der Versicherer strebt an, die Dividende mindestens 5 Prozent über Vorjahr zu heben. Auch die Mittelfristziele zum EPS-Wachstum kommen gut an. Hier strebt Europas größter Versicherer ein jährliches Wachstum des Ergebnisses je Aktie von 5 bis 7 Prozent an.

Aurubis springen um 7,6 Prozent. Hier treibt vor allem die deutliche Anhebung der Dividende auf 1,60 Euro je Aktie. Analysten hatten im Schnitt nur 1,48 Euro gesehen.

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Großauftrag für Dassault Aviation
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Dassault Aviation haussieren an der Pariser Börse mit Aufschlägen von 8,3 Prozent. Hintergrund ist der Abschluss eines Vertrags über die Lieferung von 80 Rafale F4-Kampfjets an die Vereinigten Arabischen Emirate. Dieser Auftrag ist der "größte, den die französische Kampfjetindustrie je erhalten hat", sagte CEO Eric Trappier. Der Auftrag kam im Rahmen eines größeren Auftrags für die französische Luftfahrtindustrie zustande der sich insgesamt auf mehr als 17 Milliarden Euro beläuft.

Die Aktien von Medios erholen sich von der Schwäche im frühen Geschäft und notieren unverändert bei 37,05 Euro fester. Das Pharmaunternehmen hat sich bei einer Kapitalerhöhung rund 72 Millionen Euro besorgt. Gut 2 Millionen neue Aktien sind zu je 35,50 Euro bei institutionellen Investoren platziert worden. Aufgrund der starken Nachfrage sei die Upsize-Option in vollem Umfang ausgenutzt und platziert worden.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.083,51 -0,6% -24,51 +14,9%
Stoxx-50 3.616,30 -0,3% -10,04 +16,3%
DAX 15.188,35 -0,5% -74,76 +10,7%
MDAX 33.736,34 -0,1% -38,09 +9,6%
TecDAX 3.767,17 -0,2% -6,05 +17,3%
SDAX 16.095,11 -0,8% -135,52 +9,0%
FTSE 7.124,07 -0,1% -5,14 +10,4%
CAC 6.767,70 -0,4% -28,05 +21,9%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,36 +0,01 +0,21
US-Zehnjahresrendite 1,46 +0,01 +0,54

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:16 Uhr Do,17:20 % YTD
EUR/USD 1,1283 -0,2% 1,1285 1,1313 -7,6%
EUR/JPY 128,02 +0,1% 127,87 127,92 +1,5%
EUR/CHF 1,0388 -0,1% 1,0399 1,0407 -3,9%
EUR/GBP 0,8522 +0,3% 0,8497 0,8495 -4,6%
USD/JPY 113,43 +0,2% 113,33 113,07 +9,8%
GBP/USD 1,3239 -0,5% 1,3281 1,3315 -3,1%
USD/CNH (Offshore) 6,3774 +0,1% 6,3708 6,3713 -1,9%
Bitcoin
BTC/USD 56.191,54 -1,2% 56.815,50 56.365,77 +93,4%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 68,69 66,50 +3,3% 2,19 +44,6%
Brent/ICE 72,11 69,67 +3,5% 2,44 +39,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.768,18 1.767,72 +0,0% +0,46 -6,8%
Silber (Spot) 22,28 22,37 -0,4% -0,09 -15,6%
Platin (Spot) 942,75 939,95 +0,3% +2,80 -11,9%
Kupfer-Future 4,29 4,30 -0,2% -0,01 +21,8%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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END) Dow Jones Newswires

December 03, 2021 10:14 ET (15:14 GMT)

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