NewsFinanzmarkt
Werbung

MÄRKTE EUROPA/Nervöse Stabilisierung nach Abverkauf

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Nach dem Abverkauf am Vortag sind die europäischen Aktienmärkten mit leichten Gewinnen in den Handel am Mittwoch gestartet. So notiert der DAX 0,2 Prozent höher bei 15.166 Punkten, der Euro-Stoxx-50 legt um 0,7 Prozent auf 3.968 Punkte zu. Zur Vorsicht mahnen die schwachen Vorgaben aus Asien. "Insofern sind neue Schwächeanfälle auch in Europa im Tagesverlauf nicht ausgeschlossen", so ein Marktteilnehmer.

Es ist wie so oft in Phasen von Tapering-Diskussionen: Im Vorfeld der Zentralbanksitzungen ist der Markt nervös. Sehen die Zentralbanken die Lage dann entspannt und geben keine Hinweise auf Tapering, geht es wieder nach oben", ergänzt der Marktteilnehmer. Insofern bleibe die EZB-Sitzung am Donnerstag das entscheidende Ereignis der Woche. Die EZB dürfte nach Aussage der Helaba bemüht sein, eine vorzeitige Ausstiegsdiskussion zu vermeiden, denn ein Renditeanstieg würde dem Ziel, für günstige Finanzierungsbedingungen zu sorgen, zuwiderlaufen.

Am Terminmarkt stieg die Nervosität zuletzt bereits an, die zu zahlenden Prämien für Absicherungen sind deutlich nach oben gegangen. Die Frage, die sich nun stelle, laute: Sieht man eine gesunde Konsolidierung oder ist es der Start einer größeren Risiko-Aversion im Hinblick darauf, dass die Corona-Pandemie noch lange das öffentliche und wirtschaftliche Leben in vielen Teilen der Welt bestimmen wird?

Bereits in Asien drückten die Sorgen vor neuen Restriktionen wegen weiterer Corona-Ausbrüche unter anderem in Japan, in Indien und in Thailand auf die Kurse. Neue Impulse dürften weiterhin auch von der Berichtssaison ausgehen. "Allerdings sind hier die Erwartungen schon sehr hoch gesteckt", so der Marktteilnehmer.

===
Zalando liefert gutes Quartalsergebnis - aber kein Schnäppchen mehr
===
Deutlich über den Prognosen liegen die vorläufigen Quartalszahlen von Zalando. Der bereinigte Gewinn auf EBIT-Basis ist fast doppelt so hoch ausgefallen wie der laut Unternehmen vorliegende Konsens. "Der anhaltende Lockdown dürfte auch im laufenden Quartal für starke Zahlen sorgen", sagt Heino Ruland von Ruland Research. "Andererseits könnte die Dynamik mit einer Entspannung bei der Pandemie im zweiten Halbjahr nachlassen", meint er. Zudem sei die Aktie auch mit den neuen Zahlen hoch bewertet. An der Börse legte die Aktie zunächst um 5 Prozent zu, aktuell gibt sie 0,8 Prozent ab.

Die Analysten von Baader Helvea stufen die vorläufigen Ergebnisse von Metro für das erste Geschäftsjahreshalbjahr 2020/21 als schwach ein. Der Rückgang von Umsatz und bereinigtem EBITDA sollte nicht überraschen, da das Gastgewerbe in Europa praktisch noch geschlossen sei. Aufgrund der verlängerten Beschränkungsmaßnahmen und der anhaltenden Unsicherheit hinsichtlich der Wiedereröffnung habe Metro die Ziele für das Geschäftsjahr 2020/21 gesenkt. Die Aktie notiert 0,3 Prozent im Plus.

===
Heineken verdient mit steigendem Bierabsatz deutlich mehr
===
Heineken (+4,1%) hat im ersten Quartal von einem steigenden Getränkeabsatz profitiert und erheblich mehr verdient als im Vorjahreszeitraum. Der Konzern meldete einen Nettogewinn von 168 Millionen Euro für die Monate Januar bis März nach 94 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum und 299 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2019. Laut Unternehmen stieg das Absatzvolumen für die Marke Heineken im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent - angetrieben von Wachstum in Osteuropa, Afrika, dem Nahen Osten, dem asiatisch-pazifischen Raum und - in geringerem Maße - Amerika.

Für die Aktie von ASML geht es 4,7 Prozent nach oben. "Mit dem neuen Ausblick auf 30 Prozent Umsatzwachstum in diesem Jahr sollte das aber noch nicht das Ende der Fahnenstange sein", erwartet ein Marktteilnehmer. Im ersten Quartal habe sich auch die Bruttomarge mit 53,9 Prozent "exzellent" entwickelt. Sie soll im zweiten Quartal laut ASML zwar auf 49 Prozent zurückgehen. "Das ist aber immer noch gut, denn auch ASML muss investieren, um die starke Kundennachfrage zu befriedigen", so der Marktteilnehmer.

Als "ganz ordentlich" werden die Umsatzzahlen des Schweizer Pharma-Konzerns Roche (+1,3%)und der bestätigte Umsatzausblick für 2021 in ersten Einschätzungen im Handel bezeichnet. Der Umsatz im Pharmabereich ging leicht zurück, im Diagnostikbereich legte er indes umso stärker zu. Per Saldo seien die Markterwartungen leicht übertroffen worden.

===
===
Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.968,06 0,70 27,60 11,69
Stoxx-50 3.376,16 0,77 25,71 8,62
DAX 15.166,46 0,24 36,95 10,55
MDAX 32.534,29 -0,02 -5,86 5,64
TecDAX 3.472,46 0,03 0,94 8,08
SDAX 15.722,50 0,15 23,13 6,49
FTSE 6.897,28 0,55 37,41 6,18
CAC 6.192,42 0,44 27,31 11,55

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,25 0,01 -0,49
US-Zehnjahresrendite 1,58 0,02 -1,10

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:29 Uhr Di, 17:30 Uhr % YTD
EUR/USD 1,2015 -0,17% 1,2031 1,2036 -1,6%
EUR/JPY 129,86 -0,17% 129,93 130,15 +3,0%
EUR/CHF 1,1016 -0,02% 1,1017 1,1013 +1,9%
EUR/GBP 0,8632 -0,04% 0,8629 0,8632 -3,4%
USD/JPY 108,08 -0,00% 108,04 108,13 +4,6%
GBP/USD 1,3921 -0,13% 1,3937 1,3944 +1,9%
USD/CNH (Offshore) 6,4953 -0,06% 6,4943 6,5010 -0,1%
Bitcoin
BTC/USD 55.478,26 -2,69% 55.348,01 55.121,22 +91,0%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 62,48 62,67 -0,3% -0,19 +28,5%
Brent/ICE 66,47 66,57 -0,2% -0,10 +28,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.783,97 1.778,00 +0,3% +5,97 -6,0%
Silber (Spot) 26,03 25,88 +0,6% +0,16 -1,4%
Platin (Spot) 1.201,20 1.190,70 +0,9% +10,50 +12,2%
Kupfer-Future 4,24 4,21 +0,6% +0,02 +20,2%
===
===
Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/ros

END) Dow Jones Newswires

April 21, 2021 03:40 ET (07:40 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
Im Artikel erwähnt
Werbung