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MÄRKTE EUROPA/Nervöser Handel vor EZB-Zinsentscheid

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Nach einem schwachen Start in den Tag konnten die europäischen Aktienmärkte einen Teil des verlorenen Terrains zurückgewinnen. Die Kursausschläge der vergangenen Tage zeigen, wie nervös die Anleger vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank sind. Dabei sind die Erwartungen recht mannigfaltig, so dass mit einem weiterhin sehr volatilen Handelsverlauf am Aktienmarkt zu rechnen ist. Um 13.45 Uhr könnte die EZB bereits ein erstes Signal an die Kapitalmärkte senden, das die EZB-Präsidentin dann später im Verlauf der Frage- und Antwortrunde notfalls einordnen kann.

Die Sorgen vor dem Giftcocktail für die Börsen sind hoch", sagt ein Händler. Denn das Wirtschaftswachstum schwäche sich ab, während gleichzeitig die Inflation und die Zinsen stiegen. Damit seien die Gewinnmargen der Unternehmen nach oben gekappt, ebenso die Aktienbewertungen. Der DAX fällt um 0,3 Prozent auf 15.566 Punkte. Im Tagestief hatte der Index schon bei 15.454 Punkten gelegen. Der Euro-Stoxx-50 reduziert sich um 0,4 Prozent auf 4.159 Punkte.

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Noch lange Zeit niedrige Zinsen
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Im Sommer hatte sich das monatliche PEPP-Volumen der Anleihekäufe der EZB auf durchschnittlich rund 80 Milliarden Euro Euro belaufen. Die Zinsstrategen der Helaba gehen davon aus, dass dies Ratssitzung am Donnerstag dazu genutzt wird, die Geschwindigkeit der Käufe angesichts verbesserter volkswirtschaftlicher Verhältnisse und eines höheren Preisdrucks zu drosseln. Allerdings sei noch nicht klar, ob es darüber hinaus eine Entscheidung über die zukünftigen Anleihekäufe geben werde. Mehrfach betonte die Helaba in der Vergangenheit, dass die Situation an den Finanzmärkten mit rekordniedrigen Realrenditen und Aktienindizes in der Nähe von Allzeithochs einen radikalen Schnitt bei der Liquiditätszufuhr an die Märkte und die Wirtschaft als nicht angeraten erscheinen lasse.

Der Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik wird vermutlich schwieriger als der Einstieg. Insbesondere kommt es auf die Kommunikation an. Unlängst hat Fed-Chef Powell versucht, die Märkte zu beruhigen, gleichzeitig aber das Ende der Anleihekäufe zu avisieren. Der Verweis auf noch lange Zeit sehr niedrige Zinsen half. Ähnliches dürfte die EZB-Präsidentin bei der Pressekonferenz tun.

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Investoren bevorzugen defensive Sektoren
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Ein Blick auf die Sub-Indizes zeigen, dass sich die Investoren defensiv positionieren. Besonders schwach mit minus 1 Prozent zeigen sich die Reisewerte. Mit einem Abschlag von 8 Prozent belastet die Aktie von Easyjet, die Fluggesellschaft plant eine Kapitalerhöhung in Höhe von 1,2 Milliarden britischen Pfund sowie eine neue Kreditlinie von 400 Millionen Dollar, um ihre Bilanz zu sanieren und in Wachstum zu investieren. Das zusätzliche Eigenkapital werde die Bilanzposition wieder auf das Niveau von vor der Pandemie bringen und die Liquidität verbessern.

Im DAX profitieren RWE von Berichten über den Einstieg eines aktivistischen Investors, für die Aktie geht es um 1,4 Prozent nach oben.

Merck KGaA legen sogar um 2,3 Prozent zu, die Darmstädter haben die Prognose für den Bereich Life Sciences etwas nach oben genommen. Der DAX-Konzern hat in seiner erhöhten Prognose einkalkuliert, dass der Umsatzbeitrag im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie in den kommenden Jahren wieder sinken wird. "Auch wenn es noch schwer abzuschätzen ist, gehen wir davon aus, dass dieser covid-bedingte Rückenwind mit der Zeit nachlassen wird", sagte CEO Belen Garijo auf der Kapitalmarktveranstaltung des Konzerns in Darmstadt.

Bayer führen die Verliererseite im DAX an, der Kurs fällt um 2,1 Prozent. "Die strengeren Vorschriften für den Einsatz von Glyphosat führen zu Verkaufsdruck", sagt ein Händler. Mit der Pflanzenschutzanwendungsverordnung sei der Einsatz in Deutschland am Mittwoch stark eingeschränkt worden. Für bestimmte Regionen und bestimmte Wachstumsperioden sei er sogar verboten worden. Komplett verboten ist die Anwendung von Glyphosat ab Januar 2024.

Um weitere 8 Prozent aufwärts geht es bei SFC Energy. Nachdem der Brennstoffzellen-Hersteller im Wochenverlauf eine große Kooperation in Indien vermelden konnte, kommt nun noch der größte Auftrag der Unternehmensgeschichte aus den USA dazu. Dort wurden 600 EFOY-Brennstoffzellen bestellt.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.159,33 -0,4% -17,82 +17,1%
Stoxx-50 3.560,91 -0,7% -24,10 +14,6%
DAX 15.565,64 -0,3% -44,64 +13,5%
MDAX 35.941,26 -0,0% -2,79 +16,7%
TecDAX 3.929,14 -0,2% -7,05 +22,3%
SDAX 16.965,00 +0,1% 14,44 +14,9%
FTSE 7.007,80 -1,2% -87,73 +9,8%
CAC 6.649,37 -0,3% -19,52 +19,8%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,33 -0,01 +0,24
US-Zehnjahresrendite 1,33 -0,02 +0,41

DEVISEN zuletzt +/- % Do,8:02 Mi, 17.25 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1833 +0,1% 1,1812 1,1815 -3,1%
EUR/JPY 130,05 -0,2% 130,11 130,40 +3,1%
EUR/CHF 1,0879 -0,1% 1,0874 1,0898 +0,6%
EUR/GBP 0,8567 -0,2% 0,8587 0,8594 -4,1%
USD/JPY 109,91 -0,3% 110,13 110,36 +6,4%
GBP/USD 1,3812 +0,3% 1,3758 1,3746 +1,1%
USD/CNH (Offshore) 6,4525 -0,1% 6,4611 6,4603 -0,8%
Bitcoin
BTC/USD 45.988,26 -0,2% 46.356,01 46.061,26 +58,3%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 69,41 69,30 +0,2% 0,11 +44,6%
Brent/ICE 72,83 72,60 +0,3% 0,23 +43,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.795,49 1.789,20 +0,4% +6,29 -5,4%
Silber (Spot) 24,11 23,93 +0,8% +0,19 -8,6%
Platin (Spot) 985,00 984,43 +0,1% +0,58 -8,0%
Kupfer-Future 4,29 4,23 +1,4% +0,06 +21,7%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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END) Dow Jones Newswires

September 09, 2021 06:46 ET (10:46 GMT)

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