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MÄRKTE EUROPA/Sorgen um Wachstum & Geldschwemme - DAX unter 15.700

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Mit deutlichem Minus zeigen sich am Donnerstagmittag die europäischen Aktienmärkte. Schwache Vorgaben von Wall Street und Asien belasteten zunächst und der Fall unter die 15.800er-Marke im DAX hat zahlreiche Stop-Loss-Verkäufe ausgelöst. Fundamental belastet die Aussicht auf eine schnellere Reduktion der Anleihekäufe als bislang gedacht, heißt es im Handel. Unter Druck stehen besonders Rohstoff- und Auto-Aktien.

Denn Toyota aus Japan hat die Märkte mit der Nachricht aufgeschreckt, die Produktion im September um 40 Prozent gegenüber den Planungen senken zu wollen. Grund ist die Delta-Welle in Südostasien. Das Virus wird damit wieder zu einem wirtschaftlichen Risiko, und das nicht nur für den Autosektor. Der DAX fällt um 1,7 Prozent auf 15.691 Punkte, der Euro-Stoxx-50 um 2,0 Prozent auf 4.104 Zähler.

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Sorgen vor schnellem Ende der Geldschwemme
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Aus dem am Vorabend vorgelegten Protokoll der letzten Notenbanksitzung geht hervor, dass über einen früheres Ende der Rückkäufe diskutiert wurde, sagt Derek Halpenny von Japans größter Bank Mitsubishi UFJ. Händler weisen darauf hin, dass dies auch den Euro schwächen würde und damit Aktienanlagen in Europa für Dollar-basierte Anleger unattraktiver werden.

Je stärker sich der Arbeitsmarkt erholt, desto wahrscheinlicher wird damit das Tapering. Am frühen Nachmittag stehen daher die wöchentlichen US-Arbeitslosenanträge im Fokus. Der große monatliche US-Job-Report steht dann am 3. September an und dürfte die Weichen stellen.

Die Devisenstrategen der Commerzbank sehen in dem Sitzungprotokoll Hinweise, die Anleihekäufe bis Mitte 2022 auf Null zu tapern. Am Markt rechnet man damit, das Zentralbanker-Treffen in Jackson Hole Ende August werde als Podium für eine Ankündigung genutzt.

Würde die US-Notenbank den Geldhahn langsam zudrehen, würden die Märkte den Treibstoff für die Kursrally der letzten 18 Monate verlieren. Gleichzeitig lässt aber auch die Dynamik der Wirtschaftserholung nach, und steigende Inflation drückt auf die Gewinnmargen der Unternehmen.

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Rohstoff-Aktien unter Druck - Sorgen vor China-Wachstum
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Sorgen vor einem nachlassenden Wachstum setzen weiter besonders die Aktien der Minenbetreiber unter Druck. Der Sektor-Index fällt um 4,4 Prozent, was zudem erneut durch einen Dividendenausschüttung verstärkt wird, diesmal bei Anglo American. Die Aktien fallen um 11 Prozent. Ausschüttungen werden in den Stoxx-Sektor-Indizes nicht automatisch reinvestiert, so wie es Anleger von den DAX-Performance-Indizes gewohnt sind.

Und gesenkte Kupfer-Produktionszielen bringen Antofagasta an der Londoner Börse um 4,5 Prozent tiefer. Angesichts des stark gestiegenen Kupferpreises könnte dies nach Einschätzung der Citigroup Abwärtsrevisionen bei den Gewinnschätzungen auslösen.

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Automobilsektor mit Toyota-Vorgaben schwach
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Im Auto-Sektor geht die Verkaufswelle weiter, nachdem bereits am Vortag in China der Hertsteller Geely von gekappten Absatzaussichten gesprochen hatte. Im DAX fallen VW, BMW und Daimler bis zu 2,7 Prozent. Toyota fielen in Tokio um 4,4 Prozent.

Auslöser war hier die Meldung der Wirtschaftszeitung Nikkei Asia, dass Toyota im September seine Produktion um 40 Prozent gegenüber vorherigen Planungen zurückfahren wird. Die Delta-Ausbrüche in Asien würden die Lieferketten beschädigen, die bereits unter dem globalen Chip-Mangel leiden.

Andere konjunkturnahe Aktien mit Auto-Kunden wie BASF, Covestro und Infineon fallen jeweils über 3 Prozent.

Zahlen gab es noch von Geberit aus der Schweiz, die 3,2 Prozent abgeben. Die Marge des Sanitärausstatters lag zwar leicht über Erwartung, wird aber nicht dauerhaft so hoch gesehen.

Gegen den Markt steigen Global Fashion Group um 1,7 Prozent. Die Zweitquartalszahlen des Fashion-Plattformbetreibers waren besser als erwartet.

Adyen in den Niederlanden steigen um 1,8 Prozent. Der ehemalige Wirecard-Konkurrent hat über den Erwartungen liegende Geschäftszahlen für das erste Halbjahr vorgelegt.

Bei SFC Energy geht es mit Gewinnmitnahmen 6,7 Prozent nach unten. Die Aktien waren am Vortag 10 Prozent gestiegen. Die Halbjahreszahlen des Wasserstoff-Unternehmens sind im Rahmen der Erwartungen ausgefallen.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.101,71 -2,1% -87,71 +15,5%
Stoxx-50 3.585,24 -2,0% -71,63 +15,3%
DAX 15.672,10 -1,8% -293,87 +14,2%
MDAX 35.445,34 -1,6% -565,60 +15,1%
TecDAX 3.805,53 -1,9% -73,52 +18,5%
SDAX 16.794,83 -1,5% -252,18 +13,8%
FTSE 7.022,97 -2,0% -146,35 +11,0%
CAC 6.602,14 -2,5% -167,97 +18,9%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,49 -0,01 +0,08
US-Zehnjahresrendite 1,23 -0,03 +0,31

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:40 Uhr Mi, 17:18 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1696 -0,1% 1,1677 1,1706 -4,2%
EUR/JPY 128,20 -0,3% 128,44 128,68 +1,7%
EUR/CHF 1,0730 -0,0% 1,0724 1,0757 -0,7%
EUR/GBP 0,8547 +0,4% 0,8520 0,8513 -4,3%
USD/JPY 109,61 -0,2% 109,99 109,93 +6,1%
GBP/USD 1,3684 -0,5% 1,3704 1,3752 +0,1%
USD/CNH (Offshore) 6,4935 +0,1% 6,5016 6,4851 -0,1%
Bitcoin
BTC/USD 44.328,01 -0,7% 44.443,51 45.291,26 +52,6%


ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 62,98 65,46 -3,8% -2,48 +30,7%
Brent/ICE 66,02 68,23 -3,2% -2,21 +29,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.789,13 1.787,85 +0,1% +1,28 -5,7%
Silber (Spot) 23,35 23,53 -0,7% -0,18 -11,5%
Platin (Spot) 969,20 998,85 -3,0% -29,65 -9,5%
Kupfer-Future 3,98 4,12 -3,4% -0,14 +12,8%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/raz

END) Dow Jones Newswires

August 19, 2021 07:14 ET (11:14 GMT)

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Im Artikel erwähnt
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