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MÄRKTE EUROPA/Stabilisierung nach Kursrutsch

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Nach den panikartigen Verkäufen am Black Friday sind die europäischen Aktienmärkte zum Start in die Woche im Plus gestartet. So notiert der DAX im frühen Handel 0,8 Prozent höher bei 15.374 Punkten, der Euro-Stoxx-50 gewinnt 1,1 Prozent auf 4.137. Am Wochenende teilte die WHO mit, dass die Symptome von Omikron anscheinend milder als zunächst befürchtet seien. Zudem habe der Chef von Moderna gesagt, dass eine neu überarbeitete Version ihres Impfstoffs Anfang 2022 verfügbar sein könnte.

Die Frage, die sich im Zusammenhang mit dem Markteinbruch vom Freitag für Michael Hewson von CMC Markets stellt, ist nicht so sehr, ob dieser gerechtfertigt war oder nicht, sondern vielmehr, ob er einen Stimmungsumschwung an den Märkten in Bezug auf die wirtschaftlichen Aussichten für die Weltwirtschaft markiert habe und in Folge die Höchststände für dieses Jahr bereits gesehen wurden oder nicht. Nach dem hässlichen Ausverkauf dürfte die Volatilität am Aktienmarkt zunächst weiterhin hoch bleiben.

Wir haben immer gewusst, dass neue Covid-19-Varianten ein Problem darstellen könnten. Dennoch gab es in den letzten zwölf Monaten viele Berichte über mögliche Kandidaten, die ein Problem darstellen könnten, ohne dass es zu einer Marktreaktion wie am Freitag gekommen war", so Hewson. Es sei nicht klar, ob diese Omikron-Variante tödlicher sei als die derzeit weit verbreitete Delta-Variante. Erste Berichte aus Südafrika deuteten darauf hin, dass es trotz der Anzahl der derzeit identifizierten Mutationen keine Berichte über Krankenhausaufenthalte oder Todesfälle infolge der Diagnose dieser Variante gegeben habe. Obwohl Omikron vielleicht übertragbarer sei, bedeute das nicht unbedingt, dass er tödlicher sei, da erste Berichte darauf hindeuten, dass die Symptome "ungewöhnlich, aber mild" seien. Dies könnte eine Erklärung dafür sein, warum die Märkte in Europa heute Morgen auf eine Erholung setzten.

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Deutliche Erholung im Öl
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Nachdem die Terminkontrakte auf Öl am Freitag prozentual teils zweistellig verloren, deutet sich auch hier eine Erholung an. Am Morgen legen die Notierungen für Brent um gut 4,4 Prozent zu. So kostet ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent 75,44 Dollar nach einem Tief am Freitag bei 72,14. Die Notierungen an den Anleihemärkten kommen dagegen leicht zurück. Mit Blick auf die Sektoren legen die Öl-Werte im Schnitt um 1,7 Prozent zu und der Sektor der Reise- und Freizeitunternehmen um 2,1 Prozent, nachdem sie am Freitag überproportional abgegeben hatten.

Lieferengpässe sowie steigende Inputkosten dürften auch in den kommenden Monaten die Produktion wie auch die Ertragskennziffern bei produzierenden Unternehmen belasten. So werde bei Daimler-Truck für 2021 mit großen finanziellen Einbußen durch fehlende Chips gerechnet. "Das ist eine gewaltige Summe. Denn wir werden eine mittlere fünfstellige Zahl an Fahrzeugen weniger verkaufen als wir hätten können", sagte der Chef der Daimler-Lkw-Tochter Martin Daum im Interview mit der Automobilwoche. Bei einem angenommenen Durchschnittspreis von 100.000 Euro pro Fahrzeug wären dies mehrere Milliarden Euro. Er rechnet für 2022 mit weiteren Einschränkungen. Daimler notieren kaum verändert.

Die zum Kapitalmarkttag vorgelegten mittelfristigen Ziele von Knorr-Bremse entsprechen im Großen und Ganzen den Wachstumszielen, wie Citi feststellt. Für die Margen lägen die Ziele leicht unter den Erwartungen. Knorr-Bremse strebe für 2025 einen Umsatz von 8,1 bis 8,6 Milliarden Euro ohne Fusionen und Übernahmen an. Die Erwartung für das organische Wachstum von 5,5 bis 6,5 Prozent sei gegenüber einer Basis von 2020 definiert worden. Für die Aktie geht es um 0,5 Prozent nach unten. Faurecia brechen um 6 Prozent ein, nachdem der Automobilzulieferer den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr gesenkt hat.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.142,40 +1,3% 52,82 +16,6%
Stoxx-50 3.642,87 +1,0% 36,29 +17,2%
DAX 15.388,65 +0,9% 131,61 +12,2%
MDAX 34.243,42 +1,2% 393,47 +11,2%
TecDAX 3.858,23 +1,0% 36,40 +20,1%
SDAX 16.521,27 +1,3% 213,57 +11,9%
FTSE 7.114,42 +1,0% 70,39 +9,0%
CAC 6.805,79 +1,0% 66,06 +22,6%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,33 +0,01 +0,25
US-Zehnjahresrendite 1,52 +0,05 +0,61

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 9:01 Uhr Fr, 18:34 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1271 -0,3% 1,1262 1,1300 -7,7%
EUR/JPY 127,75 -0,4% 127,92 128,06 +1,3%
EUR/CHF 1,0430 -0,1% 1,0437 1,0437 -3,5%
EUR/GBP 0,8453 -0,3% 0,8449 0,8477 -5,4%
USD/JPY 113,36 -0,1% 113,59 113,34 +9,7%
GBP/USD 1,3335 +0,0% 1,3331 1,3330 -2,4%
USD/CNH (Offshore) 6,3827 -0,2% 6,3864 6,3977 -1,9%
Bitcoin
BTC/USD 57.400,51 +2,3% 57.600,26 54.458,45 +97,6%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 71,93 68,15 +5,5% 3,78 +51,5%
Brent/ICE 76,10 72,72 +4,6% 3,38 +44,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.796,09 1.792,60 +0,2% +3,49 -5,4%
Silber (Spot) 23,38 23,15 +1,0% +0,23 -11,4%
Platin (Spot) 973,48 957,26 +1,7% +16,22 -9,1%
Kupfer-Future 4,33 4,28 +1,1% +0,05 +22,9%
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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/raz

END) Dow Jones Newswires

November 29, 2021 03:40 ET (08:40 GMT)

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Im Artikel erwähnt
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