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MÄRKTE EUROPA/Steigende Zinsen drücken Aktienkurse und Gold

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Börsen haben am Dienstag überwiegend etwas nachgegeben. Der Euro-Stoxx-50 bröckelte nach dem neuen 13-Jahreshoch vom Wochenauftakt ab, er fiel um 0,5 Prozent auf 4.225 Punkte. Der DAX gab um knapp 0,6 Prozent nach auf 15.843 Punkte. MDAX und TecDAX zogen dagegen etwas an: Der TecDAX stieg um 0,3 Prozent auf 3.979 Punkte und markierte den höchsten Stand seit 20 Jahren.

Etwas auf die Stimmung drückte der weitere Anstieg der Renditen, abzulesen vor allem an der Rendite 10-jähriger französischer Staatsanleihen. Sie stieg über die Nulllinie auf 0,03 Prozent. Allerdings notierten die Renditen im kürzeren Bereich auch in Frankreich weiterhin deutlich im Minus. Unter Druck gerieten unter anderem die zinsreagiblen Versorger. Ihr Stoxx-Branchenindex fiel um 0,9 Prozent. Auch Chemietitel und Pharmaaktien schlossen schwächer. Einer der Verlierer war auch das Gold, das um etwa 30 Dollar auf 1.797 Dollar je Feinunze nachgab.

Dagegen legten die wachstumsorientierten Aktien aus dem Bereich der antizyklischen Konsumhersteller sowie die Einzelhandelstitel etwas zu. Auch die so genannten Basic Resources konnten sich nahezu behaupten, gestützt vor allem von Gewinnen von Salzgitter und von Arcelormittal.

Als Profiteure der steigenden Renditen zeigten sich ausgewählte Banken: Während der Bankenindex der Eurozone gut behauptet schloss, zogen Deutsche Bank um 1 Prozent an, Commerzbank um 3,4 Prozent und Societe Generale um 0,6 Prozent.

Bei den Autos legten BMW um 0,8 Prozent zu und Daimler um 0,4 Prozent. Vom wichtigen chinesischen Markt kamen überraschend positive Konjunkturindikatoren: In China stiegen die Importe im August um 33,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während lediglich 25,7 Prozent prognostiziert wurden. Die Exporte aus China beschleunigten sich auf 25,6 Prozent, erwartet wurden 17,0 Prozent. Allerdings gaben VW um 0,9 Prozent nach.

Der ZEW-Index beeinflusste die Märkte kaum, obwohl die Erwartungskomponente für die Konjunkturentwicklung noch etwas stärker gefallen ist als geschätzt. Übergeordnet sorgte aber auch die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag für Zurückhaltung. Analysten erwarten zwar, dass die EZB ihre Wachstums- und Inflationsprognosen anheben wird, glauben aber wegen andauernder Unsicherheiten nicht, dass die EZB bereit ist, geldpolitische Pflöcke für das nächste Jahr einzuschlagen.

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Deutsche Telekom verkauft T-Mobile Netherlands für 5,1 Mrd Euro
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Die Deutsche Telekom und Tele2 verkaufen T-Mobile Netherlands für 5,1 Milliarden Euro an ein Konsortium aus Private Equity Fonds, die von Apax Partners LLP und Warburg Pincus LLC beraten werden. Der Unternehmenswert von 5,1 Milliarden Euro entspricht etwa dem 8,7-fachen des bereinigten operativen Jahresgewinns. Der Deal kam für die Börse nicht überraschend, der Preis liege im erwarteten Rahmen.

Neu war ein Asset Swap bei T-Mobile US mit Softbank. Hier übt die Deutsche Telekom ihre Optionsrechte aus und gibt 225 Millionen neue Aktien an Softbank aus, die dadurch zum zweitgrößten Telekom-Aktionär aufsteigt. Die Telekom erhält dafür 45 Millionen T-Mobile-US-Aktien. Für die Telekom-Aktie ging es um 0,1 Prozent nach oben, am Morgen waren es noch mehr als 2 Prozent gewesen.

Als "starke Nachricht" für SFC Energy werteten Händler eine Kooperation mit Bharat Electronics Limited (BEL) und FCTec in Indien. BEL sei als indischer Aerospace-Staatskonzern "so wie eine Mischung aus Airbus und Rheinmetall" mit ausgezeichneter Marktmacht auf dem Subkontinent. Für die Aktie ging es um 8,4 Prozent aufwärts.

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Salzgitter sehr fest - Prognose weiter rauf
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Salzgitter hat die Prognose für den Vorsteuergewinn weiter deutlich auf 600 bis 700 Millionen Euro angehoben von 400 bis 600 Millionen bisher. Der Kurs gewann 3,9 Prozent. KlöCo stiegen um 1,5 Prozent und Thyssenkrupp um 0,2 Prozent. Arcelormittal zogen ebenfalls um 0,2 Prozent an.

Ströer legten um 2,5 Prozent zu auf 68,10 Euro. Warburg hat das Kursziel für die Aktien des Medienunternehmens auf 90 von 72 Euro erhöht.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 4.225,01 -21,12 -0,5% +18,9%
Stoxx-50 3.620,51 -24,49 -0,7% +16,5%
Stoxx-600 472,87 -2,32 -0,5% +18,5%
XETRA-DAX 15.843,09 -89,03 -0,6% +15,5%
FTSE-100 London 7.149,37 -37,81 -0,5% +11,2%
CAC-40 Paris 6.726,07 -17,43 -0,3% +21,2%
AEX Amsterdam 794,73 -3,82 -0,5% +27,2%
ATHEX-20 Athen 2.184,70 -19,46 -0,9% +12,9%
BEL-20 Bruessel 4.294,47 -20,19 -0,5% +18,6%
BUX Budapest 52.623,96 -119,13 -0,2% +25,0%
OMXH-25 Helsinki 5.786,90 +1,48 +0,0% +26,2%
ISE NAT. 30 Istanbul 1.558,55 -24,99 -1,6% -4,7%
OMXC-20 Kopenhagen 1.829,51 -4,37 -0,2% +24,9%
PSI 20 Lissabon 5.478,27 -52,61 -1,0% +10,8%
IBEX-35 Madrid 8.894,50 +12,20 +0,1% +10,2%
FTSE-MIB Mailand 26.073,73 -189,70 -0,7% +18,1%
RTS Moskau 1.723,91 -13,10 -0,8% +24,3%
OBX Oslo 1.028,34 -8,93 -0,9% +19,7%
PX Prag 1.290,67 -0,06 -0,0% +25,7%
OMXS-30 Stockholm 2.377,94 -16,32 -0,7% +26,8%
WIG-20 Warschau 2.394,79 -21,59 -0,9% +20,7%
ATX Wien 3.670,93 +1,70 +0,0% +31,6%
SMI Zuerich 12.344,38 -85,85 -0,7% +15,3%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,33 +0,04 +0,25
US-Zehnjahresrendite 1,37 +0,04 +0,45

DEVISEN zuletzt +/- % Di,8:28 Mo, 17:30 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1847 -0,2% 1,1868 1,1861 -3,0%
EUR/JPY 130,54 +0,1% 130,42 130,29 +3,5%
EUR/CHF 1,0878 +0,1% 1,0857 1,0867 +0,6%
EUR/GBP 0,8591 +0,2% 0,8585 0,8581 -3,8%
USD/JPY 110,19 +0,3% 109,89 109,84 +6,7%
GBP/USD 1,3790 -0,4% 1,3824 1,3823 +0,9%
USD/CNH (Offshore) 6,4600 +0,2% 6,4542 6,4512 -0,7%
Bitcoin
BTC/USD 46.818,75 -10,2% 52.574,76 51.641,26 +61,2%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 68,14 68,89 -1,7% -1,15 +41,9%
Brent/ICE 71,73 72,22 -0,7% -0,49 +40,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.798,19 1.823,28 -1,4% -25,09 -5,3%
Silber (Spot) 24,35 27,53 -11,5% -3,18 -7,8%
Platin (Spot) 1.005,20 1.023,48 -1,8% -18,28 -6,1%
Kupfer-Future 4,28 4,33 -1,0% -0,05 +21,4%
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DJG/hru/cln

END) Dow Jones Newswires

September 07, 2021 12:03 ET (16:03 GMT)

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Im Artikel erwähnt
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