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MÄRKTE EUROPA/US-Inflationsdaten hellen Stimmung auf

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--An den europäischen Aktienmärkten setzt sich am Dienstagnachmittag eine verhalten positive Stimmung durch. Der Euro-Stoxx-50 steigt um 0,1 Prozent auf 4.195 Punkte, und der DAX zieht um 0,3 Prozent auf 15.747 Punkte an. "Die neuen US-Inflationsdaten haben die Stimmung aufgehellt", so ein Händler. Der Preisauftrieb in den USA ist nicht so stark wie befürchtet ausgefallen. In der Kernrate stiegen die Preise im August sogar nur geringfügig um 0,1 Prozent. Auch Euro und Goldpreis ziehen nun etwas an, und die Renditen der Langläufer kommen nach kurzem Zögern zurück.

Die neuen Inflationsdaten nehmen den Druck von der US-Notenbank Fed", so der Händler. Eine weitreichende schnelle geldpolitische Wende sei nun nicht zu erwarten. "Die Daten stützen die Sichtweite der Fed, dass die Inflation ein vorübergehendes Phänomen ist", sagt er. Ob der Trend tatsächlich schon gebrochen sei und das Inflationshoch hinter dem Markt liege, müssten allerdings die nächsten Daten bestätigen. "Die neuen Daten sind zwar bullisch, für einen dynamischen Ausbruch der Aktienmärkte nach oben reichen sie aber wohl nicht", zeigt er sich nur verhalten optimistisch.

Unter den Branchen stehen auf der Gewinnerseite nun neben Auto- und Öltiteln auch die Aktien aus dem Technologiebereich. "Dips in Growth-Titeln wie am Montag dürften nun auch weiterhin schnell zum Kauf genutzt werden", sagt ein Händler. Auch er meint, eine schnelle und starke geldpolitische Straffung sei nun unwahrscheinlicher geworden.

Zur Schwäche neigen noch die Aktien der Luxusgüterhersteller. Kering fallen um 3,7 Prozent, Dior um 2,2 Prozent und LVMH um 2,1 Prozent. "Die Sorgen um die chinesische Konjunktur nehmen wieder stark zu", so ein Marktteilnehmer. Deshalb hätten schon Prada in Hongkong am Morgen etwa 4 Prozent verloren. Die Prada-Schwäche habe dann auf die europäischen Wertbewerbertitel übergegriffen.

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Vonovia will Deutsche Wohnen
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Unter den Einzelwerten stehen Vonovia im Blick. Die Gesellschaft wolle den Deutsche-Wohnen-Deal um fast jeden Preis durchziehen, heißt es. Denn bei der geplanten Übernahme wird nun auf die Mindestannahmeschwelle sowie auf sämtliche weiteren Vollzugsbedingungen des Übernahmeangebotes verzichtet. Zumindest der Angebotspreis bleibt, wie angekündigt, das letzte Angebot. Deutsche Wohnen legen 0,7 Prozent zu, Vonovia um 1,1 Prozent.

Stärkste DAX-Aktie sind Deutsche Post, die um 1,9 Prozent steigen. "Die Deutsche Bank hat eine bullische Note herausgebracht", so ein Händler. Das Haus empfehle die Aktie weiterhin mit einem Kursziel von 77 Euro zum Kauf, "ein Upside-Potenzial von 30 Prozent", so der Händler. Daneben treibe die am Freitagabend anstehende Aufnahme in den Stoxx-50 den Kurs.

Hauptverlierer im DAX mit 2,7 Prozent Minus sind die Aktien der Merck KGaA. Sie sind von der UBS auf "Sell" abgestuft worden. Dazu liegt das neue Kursziel von 170 Euro deutlich unter dem aktuellen Kurs bei 195 Euro.

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Kurseinbruch bei Norma nach Gewinnwarnung
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In der dritten Reihe brechen die Titel von Norma um fast 18 Prozent ein. Grund ist eine überraschende Warnung, die bisherigen Gewinnziele würden verfehlt.

Aktien von Deutz wiederum springen um 7,5 Prozent nach oben: "Der starke Auftragsbestand hatte jüngst bereits gezeigt, dass es bei Deutz momentan rund läuft", so ein Aktienhändler zur erneuten Prognoseanhebung der Kölner. Das Unternehmen scheine die Probleme mit der Lieferkette im Griff zu haben und mögliche Preiserhöhungen weitergeben zu können.

Bei Siemens-Healthineers-CEO Bernd Montag steigt die Laune, er hat die Anhebung der Mittelfristziele für den Kapitalmarkttag im November per Handelsblatt-Interview angekündigt. Die Aktien legen um 1,7 Prozent zu.

Der Aktienrückkauf von Pandora in Kopenhagen wird positiv gewertet, der laufende Rückkauf wird auf 3,5 Milliarden dänische Kronen angehoben. Nach der Trendwende befindet sich das Unternehmen nun auf Wachstumskurs. Die Aktien legen um 6,6 Prozent zu.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.195,34 +0,1% 5,81 +18,1%
Stoxx-50 3.579,05 +0,1% 1,87 +15,1%
DAX 15.749,89 +0,3% 48,47 +14,8%
MDAX 35.846,25 +0,1% 47,57 +16,4%
TecDAX 3.894,74 +0,7% 27,36 +21,2%
SDAX 17.070,62 -0,2% -38,06 +15,6%
FTSE 7.061,35 -0,1% -7,08 +9,4%
CAC 6.666,86 -0,2% -10,07 +20,1%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,32 +0,01 +0,25
US-Zehnjahresrendite 1,33 +0,00 +0,41

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:10 Mo, 17.32 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1839 +0,2% 1,1808 1,1816 -3,1%
EUR/JPY 130,07 +0,1% 129,98 129,92 +3,2%
EUR/CHF 1,0881 -0,1% 1,0888 1,0882 +0,7%
EUR/GBP 0,8512 -0,3% 0,8537 0,8533 -4,7%
USD/JPY 109,87 -0,1% 110,08 109,96 +6,4%
GBP/USD 1,3906 +0,5% 1,3831 1,3846 +1,8%
USD/CNH (Offshore) 6,4313 -0,2% 6,4453 6,4425 -1,1%
Bitcoin
BTC/USD 46.364,51 +2,7% 45.254,51 44.456,76 +59,6%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 71,06 70,45 +0,9% 0,61 +48,0%
Brent/ICE 74,09 73,51 +0,8% 0,58 +45,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.797,55 1.793,78 +0,2% +3,78 -5,3%
Silber (Spot) 23,80 23,73 +0,3% +0,07 -9,8%
Platin (Spot) 953,23 965,30 -1,3% -12,08 -10,9%
Kupfer-Future 4,34 4,36 -0,5% -0,02 +23,1%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/flf

END) Dow Jones Newswires

September 14, 2021 09:22 ET (13:22 GMT)

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