NewsFinanzmarkt
Werbung

MÄRKTE EUROPA/Wenig Bewegung - Schwächerer Ifo-Index belastet nicht

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Wenig tut sich zum Wochenstart an den europäischen Börsen. Immerhin belastet der erneut gesunkene und zugleich etwas unter den Erwartungen ausgefallene Ifo-Geschäftsklimaindex nicht. Der DAX gewinnt 0,2 Prozent auf 15.573 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,1 Prozent auf 4.191 nach oben.

Die Märkte hätten eine gewisse Wirtschaftsabkühlung bereits eingepreist - "eine Normalisierung nach dem Snap-Back", so ein Händler. "Die Chancen auf eine Herbstrally sind weiterhin da", meint er. Die Commerzbank spricht derweil von einem Warnsignal. Die Unternehmen befürchteten, dass die Politik auf die stark steigenden Corona-Infektionen mit neuen Beschränkungen reagieren werde. Außerdem führe die neue Corona-Welle vor allem in Asien zu Fabrikschließungen, was den Materialmangel verschärfe. Die deutsche Wirtschaft dürfte im vierten Quartal kaum noch wachsen, es drohe eine Stagflation.

In diesem Umfeld sind die Augen besonders auf die EZB-Ratssitzung am Donnerstag gerichtet. Die EZB dürfte sich darum bemühen, einerseits die Inflationssorgen zu zerstreuen und andererseits die Zinserhöhungsfantasie zu dämpfen, so die Erwartung im Handel. Eine grundlegende Weichenstellung hinsichtlich der weiteren EZB-Wertpapierkäufe erwartet beispielsweise die DZ-Bank erst im Dezember.

===
Ölpreise auf Siebenjahreshoch
===
Mit dem weiteren Anstieg der Ölpreise legt der Sektor der Öl- und Gasaktien um 0,6 Prozent zu, der Rohstoffsektor um 1,0 Prozent. Sowohl Brent- wie auch US-Öl verteuern sich auf die höchsten Stände seit über sieben Jahren, nachdem sich Saudi-Arabien mit Verweis auf mögliche wirtschaftliche Rückschläge wegen der Pandemie gegen deutliche Produktionssteigerungen ausgesprochen hat.

Nach vorläufigen Zahlen und einer Senkung der Jahresprognose geben unter den Einzelwerten Continental um 2,2 Prozent nach. Laut Berenberg berücksichtigt das Unternehmen damit die Unsicherheiten wegen der Lieferkettenprobleme. Überraschend komme die Prognosesenkung nicht.

Adva Optical geben nach Vorlage der Geschäftszahlen um 3,9 Prozent nach. Das Unternehmen profitierte im dritten Quartal von einer stärkeren Nachfrage der Telekommunikationsdienstleister, Kosten für die geplanten Adtran-Fusion drückten jedoch das operative Ergebnis. Unter dem Strich stieg der Gewinn dank eines Steuerertrags dennoch.

===
HSBC steigert Gewinn und kündigt Aktienrückkaufprogramm an
===
Für HSBC Holdings geht es um 1,2 Prozent nach oben, nachdem die Bank den Nettogewinn im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt hat. Das Ergebnis übertraf die Erwartungen der Analysten. Das auf Asien fokussierte Kreditinstitut kündigte zudem ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 2 Milliarden Dollar an.

Bechtle notierten nach Zahlenausweis sehr fest. Der Kurs steigt um 3,7 Prozent. Der Umsatz ist etwas, der Gewinn deutlich stärker gestiegen als erwartet.

Nach dem Scheitern der Gespräche zwischen der italienischen Regierung und der Bank Unicredit (+0,2%) über den Verkauf der verstaatlichten Banca Monte dei Paschi di Siena an Unicredit, geht es für die Aktie der ältesten Bank der Welt um 2,7 Prozent nach unten. Verschiedene Medienberichte in den vergangenen Tagen hatten ein Scheitern bereits erwarten lassen.

===
Politkrise drückt Lira weiter
===
Am Devisenmarkt kommt der Euro nach dem neuerlichen Rückgang des Ifo-Index und Im Vorfeld des EZB-Treffens zurück. Derweil fällt die Lira von Rekordtief zu Rekordtief. Nach der Abwertung auf ein Allzeittief in Reaktion auf eine unerwartet heftige und offensichtlich politisch motivierte Leitzinssenkung drücken nun die neuesten politischen Spannungen an. Der Dollar kletterte in der Spitze auf das Rekordniveau von 9,8519 Lira, nach der angedrohten Ausweisung von zehn Diplomaten westlicher Staaten aus der Türkei.

===
Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.191,50 +0,1% 2,69 +18,0%
Stoxx-50 3.642,48 +0,1% 5,30 +17,2%
DAX 15.571,63 +0,2% 28,65 +13,5%
MDAX 34.787,73 -0,1% -37,26 +13,0%
TecDAX 3.816,65 +0,5% 20,19 +18,8%
SDAX 16.858,16 -0,3% -50,95 +14,2%
FTSE 7.232,84 +0,4% 28,29 +11,5%
CAC 6.724,39 -0,1% -9,30 +21,1%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,09 +0,01 +0,48
US-Zehnjahresrendite 1,66 +0,02 +0,74


DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:25 Uhr Fr, 17:41 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1624 -0,1% 1,1654 1,1626 -4,8%
EUR/JPY 132,16 -0,0% 132,36 132,24 +4,8%
EUR/CHF 1,0682 +0,1% 1,0675 1,0667 -1,2%
EUR/GBP 0,8441 -0,3% 0,8463 0,8447 -5,5%
USD/JPY 113,70 +0,1% 113,57 113,70 +10,1%
GBP/USD 1,3770 +0,1% 1,3772 1,3766 +0,8%
USD/CNH (Offshore) 6,3823 -0,0% 6,3765 6,3869 -1,9%
Bitcoin
BTC/USD 62.838,76 +3,1% 61.933,76 60.852,76 +116,3%



ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 84,48 83,76 +0,9% 0,72 +77,2%
Brent/ICE 86,12 85,53 +0,7% 0,59 +69,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.800,24 1.792,36 +0,4% +7,89 -5,1%
Silber (Spot) 24,40 24,32 +0,3% +0,08 -7,6%
Platin (Spot) 1.043,73 1.044,30 -0,1% -0,58 -2,5%
Kupfer-Future 4,52 4,50 +0,5% +0,02 +28,3%
===
Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/gos

END) Dow Jones Newswires

October 25, 2021 07:05 ET (11:05 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
Im Artikel erwähnt
Werbung