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MÄRKTE EUROPA/Wenig Bewegung vor wegweisendem ifo

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte sind kaum verändert in die neue Woche gestartet. So legt der DAX im frühen Handel um 0,1 Prozent auf 15.554 Punkte zu, der Euro-Stoxx-50 stagniert bei 4.189 Zählern. Damit hält die in der Vorwoche gesehenen Seitwärtsbewegung an den Aktienmärkten zunächst an. Die Nachrichtenlage ist für einen Montag recht dünn. Die steigende Inflation füllte einmal mehr die Schlagzeilen der Wochenendpresse, daher ist auch nicht verwunderlich, dass der Inflationshedge Öl zum Start in die Woche auf einem Siebenjahreshoch notiert.

Für 10:00 Uhr steht der ifo-Geschäftsklimaindex für Oktober zur Veröffentlichung auf der Agenda. Er liefert einen Hinweis darauf, wie die deutsche Wirtschaft ins Schlussquartal 2021 gestartet ist. Die Marktstrategen der DZ-Bank gehen davon aus, dass sich die Stimmung der Unternehmen in Deutschland im Oktober weiter eingetrübt hat - das wäre bereits der vierte Rückgang des Indikators in Folge. Dabei hat sich die Einschätzung der aktuellen Lage wohl vor allem aufgrund der anhaltenden Materialengpässe verschlechtert. Die stark gestiegenen Energiepreise, die mit einem hohen Kostendruck für Unternehmen und einer schwächeren Konsumlaune einhergehen, dürften zudem die Erwartungen der Unternehmen gedämpft haben.

Am Donnerstag stehe dann mit der EZB-Ratssitzung einer der wichtigsten Termin der Woche auf der Agenda, heißt es. Die Notenbank-Oberen dürften sich darum bemühen, einerseits die Inflationssorgen zu zerstreuen und andererseits die Zinserhöhungsfantasie zu dämpfen. Eine grundlegende Weichenstellung hinsichtlich der weiteren EZB-Wertpapierkäufe erwartet die DZ-Bank erst im Dezember.

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Öl auf 7-Jahreshoch
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Mit dem weiteren Anstieg der Ölpreise legt der Sektor der Öl- und Gas-Aktien um 0,6 Prozent zu. Sowohl Brent als auch WTI verteuern sich am Morgen auf den höchsten Stand seit über sieben Jahren. Gestützt wird die Stimmung laut Händlern von Aussagen aus Saudi-Arabien. Das Förderland habe sich mit Verweis auf mögliche wirtschaftliche Rückschläge wegen der Pandemie gegen deutliche Produktionssteigerungen ausgesprochen.

Am Morgen gab es Geschäftszahlen von Adva Optical, für die Aktie geht es um 4 Prozent nach unten. Das Unternehmen profitierte im dritten Quartal von einer stärkeren Nachfrage der Telekommunikationsdienstleister, Kosten für die geplanten Adtran-Fusion drückten jedoch das operative Ergebnis. Unter dem Strich stieg der Gewinn dank eines Steuerertrags dennoch an. "Die Nachfrage nach unseren Lösungen ist weiterhin stark, und wir kämpfen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, um die Herausforderungen in den Lieferketten zu meistern", sagte CEO Brian Protiva. Adva Optical bestätigte trotz Halbleiterkrise die Jahresprognose.

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HSBC steigert Gewinn und kündigt Aktienrückkaufprogramm an
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Für die Aktie der HSBC Holdings geht es um 0,5 Prozent nach oben, nachdem die Bank den Nettogewinn im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt hat. Damit knüpft die Bank an die guten Ergebnisse des Vorquartals an, da angesichts steigender Impfraten und besserer Konjunkturaussichten Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste aufgelöst wurden.

Der Nettogewinn stieg von 1,36 Milliarden im Vorjahreszeitraum auf 3,54 Milliarden US-Dollar. Das Ergebnis übertraf die Erwartungen der Analysten in einer Factset-Umfrage. Die Einnahmen stiegen den weiteren Angaben zufolge um 1,0 Prozent auf 12,01 Milliarden Dollar.

Das auf Asien fokussierte Kreditinstitut kündigte zudem ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 2 Milliarden Dollar an. Angesichts der Besorgnis vieler Anleger über den chinesischen Immobiliensektor erklärte die HSBC, dass sie kein direktes Kreditengagement bei Bauträgern der sogenannten Kategorie "rot" und nur ein begrenztes Engagement bei Kunden der Kategorie "orange" aufweise. Die Begriffe beziehen sich auf Pekings Farbkodeystem für die Liquiditätsprobleme von Immobilienunternehmen.

Nach dem Scheitern der Gespräche zwischen der italienischen Regierung und der Bank Unicredit (-1,6%) über den Verkauf der verstaatlichten Banca Monte dei Paschi di Siena (-6,3%) geraten die Kurse unter Druck. Allerdings erholen sich beide Aktien schon wieder von ihren Tagestiefs.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.189,35 +0,0% 0,54 +17,9%
Stoxx-50 3.639,02 +0,1% 1,84 +17,1%
DAX 15.554,16 +0,1% 11,18 +13,4%
MDAX 34.774,14 -0,1% -50,85 +12,9%
TecDAX 3.797,41 +0,0% 0,95 +18,2%
SDAX 16.884,17 -0,1% -24,94 +14,4%
FTSE 7.225,51 +0,3% 20,96 +11,5%
CAC 6.724,39 -0,1% -9,30 +21,1%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,09 +0,01 +0,48
US-Zehnjahresrendite 1,66 +0,03 +0,74

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:25 Uhr Fr, 17:41 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1654 +0,1% 1,1654 1,1626 -4,6%
EUR/JPY 132,48 +0,2% 132,36 132,24 +5,1%
EUR/CHF 1,0686 +0,2% 1,0675 1,0667 -1,1%
EUR/GBP 0,8452 -0,1% 0,8463 0,8447 -5,4%
USD/JPY 113,68 +0,1% 113,57 113,70 +10,1%
GBP/USD 1,3789 +0,3% 1,3772 1,3766 +0,9%
USD/CNH (Offshore) 6,3755 -0,1% 6,3765 6,3869 -2,0%
Bitcoin
BTC/USD 62.744,01 +2,9% 61.933,76 60.852,76 +116,0%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 84,53 83,76 +0,9% 0,77 +77,3%
Brent/ICE 86,26 85,53 +0,9% 0,73 +70,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.797,87 1.792,36 +0,3% +5,52 -5,3%
Silber (Spot) 24,43 24,32 +0,5% +0,11 -7,4%
Platin (Spot) 1.045,53 1.044,30 +0,1% +1,23 -2,3%
Kupfer-Future 4,54 4,50 +1,0% +0,04 +28,9%
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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/flf

END) Dow Jones Newswires

October 25, 2021 03:40 ET (07:40 GMT)

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