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MÄRKTE EUROPA/Wenig verändert - EZB gibt "bullische Signale"

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Weder die neuen US-Inflationsdaten noch die Ergebnisse der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) haben an den europäischen Finanzmärkten am Donnerstag für eine größere Reaktion gesorgt. Der DAX reduzierte sich um 0,1 Prozent auf 15.571 Punkte, der Euro-Stoxx-50 zeigte sich unverändert bei 4.096 Punkten. Auch auf der Devisenseite und bei den Renditen waren die Ausschläge gering. Stärker bewegt zeigte sich nur das Gold, die Feinunze stand wieder knapp über 1.890 Dollar, nachdem sie vorübergehend unter 1.870 Dollar gefallen war.

Die US-Inflation ist noch höher als erwartet ausgefallen und hat die gefürchtete Marke von 5 Prozent erreicht. Jedoch liegt sie in der Kernrate ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise nur geringfügig über den Erwartungen. "Entscheidend werden jetzt die Inflationsdaten der kommenden Monate", sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Sollte sich der Preisauftrieb schnell wieder verlangsamen, kämen die Notenbanker mit ihrer Theorie einer vorübergehenden Inflationsspitze durch und könnten an der lockeren Geldpolitik festhalten.

Wie erwartet hat die EZB die aktuelle Geldpolitik bestätigt. "Die Signale der EZB sind aber bullisch für die Aktienmärkte", sagte ein Händler. Während die Inflationsprognosen zwar erhöht worden sind, aber weiterhin unter dem Ziel von 2 Prozent liegen, hat die Zentralbank die Wachstumsprognosen für dieses und für das kommende Jahr deutlich nach oben genommen. "Damit sollte der Markt zumindest nach unten abgesichert sein", ergänzte der Marktteilnehmer.

Im Blick stand nun bereits die Fed-Sitzung am kommenden Mittwoch und anschließend der große Terminbörsen-Verfall am Freitag danach. "Der Wochenanfang vor der Fed-Sitzung ist häufig eher bullish", sagt Robert Rethfeld von Wellenreiter Invest. Und der Verfallstermin verlängert häufig die bestehenden Trends.

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Aixtron haussieren - und Klöckner & Co auch
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Bei den Einzeltiteln stiegen Aixtron um weitere 18,5 Prozent. Der Anlagenbauer hatte am Vortag vor Handelsende nach einer Reihe von Großaufträgen die Prognose für Auftragseingänge, Umsatzerlöse und EBIT-Marge erhöht. Die Aktie legte daraufhin bereits um 7,8 Prozent zu. Am Donnerstag folgten nun Hochstufungen durch Analysten. Im Fahrwasser zogen auch andere Branchentitel an, so Süss Micro um 5,5 Prozent und Infineon (+2,2%). STMicro gewannen 1,7 Prozent und ASML 1,6 Prozent. Daneben stiegen Ströer um 4,4 Prozent - Morgan Stanley soll das Papier auf "Overweight" erhöht haben.

Heidelbergcement erholten sich um 0,5 Prozent. Auf der anderen Seite gaben Siemens Energy 2,4 Prozent ab und RWE verloren 1,4 Prozent. Im TecDAX fielen Nordex um 3,5 Prozent.

Klöckner & Co stiegen um 5,3 Prozent auf 12,49 Euro. Damit haben sie im sechsten Anlauf den Bereich um 12 Euro überwunden. Damit könnte aus technischer Sicht die nächste Phase der Neubewertung begonnen haben. "KlöCo profitieren besonders stark von steigenden Stahlpreisen", so ein Händler. Vor einigen Tagen hatte der Stahlhändler die Prognosen nach oben genommen.

Die Stimmung für die gesamte Branche blieb positiv: Salzgitter gewannen 2,4 Prozent, Thyssenkrupp 1,4 Prozent und Arcelormittal 1,8 Prozent.

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Neue Konsolidierungsfantasie im Telekomsektor
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BT Group legten um 6,6 Prozent zu. Altice UK hat eine Beteiligung von 12,1 Prozent an den Briten aufgebaut. Allerdings plant Altice keine Übernahme von BT Group. Zugleich hat Reuters berichtet, dass Altice Europe den Verkauf des Portugal-Geschäfts prüfe. Interesse sollen MasMovil, Telefonica und Orange haben. Angepeilt werde ein Preis von etwa 6 Milliarden Euro.

Es könnte durchaus einen Zusammenhang zwischen beiden Meldungen geben. Marktbeobachter fordern schon seit längerem eine Konsolidierung des stark fragmentierten Telekommarkts in Europa, der auf die Margen der Unternehmen drücke. Einer solchen stehen aber häufig politische Hürden entgegen. Telefonica gewannen 3,3 Prozent, für Orange ging es dagegen um 1,3 Prozent abwärts. Deutsche Telekom stiegen um 1,8 Prozent. Der Index der Telekom-Aktien im europäischen Stoxx-Universum zog um 1,1 Prozent an.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 4.096,07 -0,78 -0,0% +15,3%
Stoxx-50 3.519,12 +8,54 +0,2% +13,2%
Stoxx-600 454,56 +0,12 +0,0% +13,9%
XETRA-DAX 15.571,22 -9,92 -0,1% +13,5%
FTSE-100 London 7.088,18 +7,17 +0,1% +9,6%
CAC-40 Paris 6.546,49 -16,96 -0,3% +17,9%
AEX Amsterdam 725,45 +2,74 +0,4% +16,1%
ATHEX-20 Athen 2.248,36 +28,88 +1,3% +16,2%
BEL-20 Brüssel 4.168,36 +18,43 +0,4% +15,1%
BUX Budapest 48.475,07 +268,51 +0,6% +15,1%
OMXH-25 Helsinki 5.301,91 -23,70 -0,4% +15,6%
ISE NAT. 30 Istanbul 1.559,53 +9,55 +0,6% -4,7%
OMXC-20 Kopenhagen 1.612,21 +4,59 +0,3% +10,0%
PSI 20 Lissabon 5.113,40 -8,56 -0,2% +4,2%
IBEX-35 Madrid 9.133,80 -22,30 -0,2% +13,1%
FTSE-MIB Mailand 25.638,19 -103,56 -0,4% +15,8%
RTS Moskau 1.679,49 +4,74 +0,3% +21,1%
OBX Oslo 1.002,86 -1,74 -0,2% +16,8%
PX Prag 1.179,61 -0,63 -0,1% +14,8%
OMXS-30 Stockholm 2.267,92 -4,37 -0,2% +21,0%
WIG-20 Warschau 2.236,89 +18,44 +0,8% +12,8%
ATX Wien 3.497,68 -8,86 -0,3% +26,3%
SMI Zürich 11.810,80 +22,70 +0,2% +10,4%

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 7:35 Uhr Mi, 17.16 Uhr % YTD
EUR/USD 1,2173 -0,05% 1,2166 1,2185 -0,3%
EUR/JPY 133,28 -0,17% 133,29 133,56 +5,7%
EUR/CHF 1,0898 -0,13% 1,0900 1,0916 +0,8%
EUR/GBP 0,8595 -0,39% 0,8623 0,8630 -3,8%
USD/JPY 109,49 -0,12% 109,55 109,61 +6,0%
GBP/USD 1,4165 +0,35% 1,4108 1,4120 +3,7%
USD/CNH (Offshore) 6,3892 +0,01% 6,3818 6,3895 -1,7%
Bitcoin
BTC/USD 36.937,25 +0,76% 36.614,25 35.946,50 +27,2%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 70,27 69,96 +0,4% 0,31 +44,8%
Brent/ICE 72,53 72,22 +0,4% 0,31 +41,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.893,63 1.888,58 +0,3% +5,05 -0,2%
Silber (Spot) 27,93 27,78 +0,5% +0,15 +5,8%
Platin (Spot) 1.149,55 1.153,53 -0,3% -3,98 +7,4%
Kupfer-Future 4,49 4,53 -0,9% -0,04 +27,3%
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Kontakt zum Autor:maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/ros

END) Dow Jones Newswires

June 10, 2021 12:12 ET (16:12 GMT)

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