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MÄRKTE EUROPA/Wenig verändert nach EZB - Euro steigt

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT (Dow Jones)--Die geldpolitische Entscheidung der EZB hat am Donnerstag keine nachhaltigen Akzente an Europas Börsen gesetzt. Die EZB hat erwartungsgemäß ihre Geldpolitik bestätigt. Auf der anschließenden Pressekonferenz unterstrich Präsidentin Christine Lagarde die Erwartung der EZB, dass sich die hohen Inflationsraten im kommenden Jahr normalisieren werden. Auch machte Lagarde klar, dass die an den Märkten eingepreiste Zinserhöhung im kommenden Jahr nicht gerechtfertigt sei. Ansonsten lag das Geschehen in der laufenden Berichtssaison.

Der DAX schloss 0,1 Prozent leichter bei 15.696 Punkten, der Euro-Stoxx-50 gewann derweil 0,3 Prozent auf 4.234 Zähler. An den Devisenmärkten legte der Euro zu auf 1,1690 Dollar, an den Anleihemärkten geriet der Bund-Future etwas unter Druck. Während sich Lagarde klar gegen eine Zinserhöhung im kommenden Jahr geäußert habe, habe sie überraschend deutlich erklärt, dass sie davon ausgehe, dass das PEPP-Programm im März kommenden Jahres auslaufe, hieß es im Handel. Das sei von einigen Marktteilnehmern als "hawkish" interpretiert worden.

Neben der EZB-Sitzung standen US-Wachstumszahlen zum dritten Quartal im Blick. Das Wachstum blieb mit 2,0 Prozent deutlich unter der Erwartung von 2,8 Prozent bei zugleich hohen Inflationszahlen. Die Commerzbank geht davon aus, dass die US-Notenbank trotz des schwächeren US-Wachstums im dritten Quartal in der kommenden Woche das Tapering ihrer Anleihekäufe beschließen wird. Für das vierte Quartal zeichne sich wieder ein höheres Wachstum ab.

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VW leidet unter der Halbleiterkrise
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Volkswagen (-4,5%) hat im dritten Quartal wegen einer deutlich geringeren Produktion infolge der Halbleiterkrise einen Gewinneinbruch verzeichnet. Warburg sprach von einem durchwachsenen Quartal. Gelitten habe der Konzern unter der geringen Auslastung der konzerneigenen Volumenmarken infolge des Chipmangels. Daneben dürfte die VW-Aktie unter Gewinnmitnahmen gelitten haben. Diese war im Vorfeld stark gestiegen wegen Spekulationen über einen Börsengang der Porsche AG. Hierzu gab es keine neuen Erkenntnisse. Porsche Holding verloren 2,7 Prozent.

Airbus (+1,8%) hat im dritten Quartal 2021 weniger umgesetzt, aber mehr verdient als am Markt erwartet. Die Jahresprognose für den bereinigten operativen Gewinn und den freien Cashflow vor Fusionen und Akquisitionen sowie Kundenfinanzierungen hob der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern an. "Wir konzentrieren uns auf die Sicherung des Hochlaufs der A320-Familie und bemühen uns, die richtigen Kapazitäten in der Industrie und in der Lieferkette bereitzustellen", sagte CEO Guillaume Faury.

Für die Beiersdorf-Aktie ging es nach schwächeren Zahlen um 4,7 Prozent nach unten. Aurubis dagegen machten nach vorläufigen Zahlen einen Satz nach oben von 4,6 Prozent. Das Unternehmen erwartet für das Geschäftsjahr 2020/21 ein operatives Ergebnis vor Steuern in Höhe von 353 Millionen Euro. Dieses liegt somit klar über dem Prognosekorridor von 270 bis 330 Millionen Euro.

Besser als erwartet hat Anheuser-Busch Inbev (+10,3%) im vergangenen Quartal abgeschnitten, wie ein Marktteilnehmer sagte. Der Umsatz sei deutlich stärker als geschätzt gewachsen und liege 5 Prozent über den Prognosen. Auch der Gewinn habe auf operativer Basis über den Schätzungen gelegen. Die Prognose hat der Brauereikonzern nun angehoben.

Stellantis zeigten sich nach den Geschäftszahlen leichter. Der Kurs gab um 1,6 Prozent nach. Der Konzern hat zuletzt 14 Prozent weniger umgesetzt, der Absatzrückgang war mit 27 Prozent aber deutlich größer. Weil verstärkt margenstärkere Autos verkauft wurden und die erzielten Preise höher ausfielen, wurde der Absatzrückgang nach Unternehmensangaben ergebnisseitig aber mehr als wettgemacht. Equita sieht das Margenziel von Stellantis für dieses Jahr als machbar an.

Über den Erwartungen ist das Zahlenwerk von STMicro (+6,3%) ausgefallen. "Die Bruttomarge steigt schneller als erwartet", so ein Marktteilnehmer. Mit 41,6 Prozent habe sie die Schätzungen von 41,1 Prozent übertroffen. "Auch der Ausblick ist gut", so der Marktteilnehmer. STMicro rechnet mit einem weiteren Margenanstieg auf 43 Prozent und einem Umsatz von 3,4 Milliarden Dollar - beides liegt deutlich über den Prognosen.

Gute Geschäftszahlen trieben den Kurs der Lloyds-Group an, wie ein Marktteilnehmer sagt. Der Kurs gewann 1,3 Prozent. Die Bank hat den Vorsteuergewinn nahezu verdoppelt, damit liegt er auch gut 50 Prozent über den Schätzungen.

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WPP mit starkem organischen Wachstum
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WPP stiegen um 8,1 Prozent. "Die Zahlen sind stark", so ein Händler. Das organische Wachstum liege mit 15,7 Prozent deutlich über den Erwartungen. Zudem hat WPP die Prognose für das EBITDA erhöht.

Swisscom standen mit einem Minus von 7,4 Prozent stark unter Druck. Marktteilnehmer verwiesen auf die Hängepartie in der Zusammenarbeit mit Salt. Das geplante Gemeinschaftsunternehmen für Glasfasernetze wird aktuell von der schweizerischen Wettbewerbsbehörde geprüft. In diesem sollen Netzkapazitäten besser genutzt und Investitionen gebündelt werden. Negativ gesehen wurde im Handel auch die Entwicklung bei Fastweb. Die Internet-Seite habe zuletzt Kunden verloren.

Nach gemischten Zahlen gaben Rheinmetall 1,1 Prozent nach. Leicht negativ wurde im Handel interpretiert, dass sich der Verkauf des Kolbengeschäftes verzögere. Dies wurde dahingehend interpretiert, dass die Vorstellung des zu erzielenden Preises momentan nicht durchzusetzen sei.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 4.233,87 +12,99 +0,3% +19,2%
Stoxx-50 3.674,99 +12,80 +0,3% +18,2%
Stoxx-600 475,16 +1,12 +0,2% +19,1%
XETRA-DAX 15.696,33 -9,48 -0,1% +14,4%
FTSE-100 London 7.240,42 -12,85 -0,2% +12,3%
CAC-40 Paris 6.804,22 +50,70 +0,8% +22,6%
AEX Amsterdam 812,23 -3,06 -0,4% +30,0%
ATHEX-20 Athen 0,00 0,00 0,0% +13,4%
BEL-20 Bruessel 4.283,81 +73,39 +1,7% +18,3%
BUX Budapest 53.766,44 -1014,21 -1,9% +27,7%
OMXH-25 Helsinki 5.443,26 -49,53 -0,9% +18,7%
ISE NAT. 30 Istanbul 1.635,71 +0,43 +0,0% -0,0%
OMXC-20 Kopenhagen 1.842,72 +15,95 +0,9% +25,8%
PSI 20 Lissabon 5.691,16 +56,13 +1,0% +17,3%
IBEX-35 Madrid 9.025,80 +53,50 +0,6% +11,8%
FTSE-MIB Mailand 26.890,35 +84,16 +0,3% +20,6%
RTS Moskau 1.880,37 -10,91 -0,6% +35,5%
OBX Oslo 1.066,02 -9,71 -0,9% +24,1%
PX Prag 0,00 0,00 0,0% +30,3%
OMXS-30 Stockholm 2.313,24 -9,93 -0,4% +23,4%
WIG-20 Warschau 2.392,67 -12,15 -0,5% +20,6%
ATX Wien 3.762,51 -18,64 -0,5% +34,7%
SMI Zuerich 12.153,10 +65,65 +0,5% +13,5%

DEVISEN zuletzt +/- % Do., 8:30 Uhr Mi, 17:31 % YTD
EUR/USD 1,1679 +0,7% 1,1602 1,1593 -4,4%
EUR/JPY 132,46 +0,3% 131,72 131,91 +5,1%
EUR/CHF 1,0659 +0,1% 1,0659 1,0645 -1,4%
EUR/GBP 0,8464 +0,2% 0,8443 0,8445 -5,2%
USD/JPY 113,41 -0,4% 113,53 113,78 +9,8%
GBP/USD 1,3798 +0,4% 1,3742 1,3729 +1,0%
USD/CNH (Offshore) 6,3902 -0,0% 6,3970 6,3926 -1,7%
Bitcoin
BTC/USD 61.301,01 +4,3% 59.083,76 59.042,26 +111,0%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 81,81 82,66 -1,0% -0,85 +71,6%
Brent/ICE 83,69 84,58 -1,1% -0,89 +65,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.801,37 1.796,81 +0,3% +4,56 -5,1%
Silber (Spot) 24,08 24,06 +0,1% +0,02 -8,8%
Platin (Spot) 1.026,99 1.014,90 +1,2% +12,09 -4,1%
Kupfer-Future 4,44 4,39 +1,2% +0,05 +26,0%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/err

END) Dow Jones Newswires

October 28, 2021 12:16 ET (16:16 GMT)

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