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MÄRKTE EUROPA/Zwischen Pandemie und Konjunktursignalen seitwärts

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--An den europäischen Börsen hat sich die übergeordnete Seitwärts-Tendenz der vergangenen Wochen auch am Mittwoch fortgesetzt. Der Euro-Stoxx-50 gab geringfügig um 0,2 Prozent auf 3.229 Punkte nach, der DAX ging 0,4 Prozent niedriger aus dem Handel mit 12.261 Punkten. In Zürich, Amsterdam und Stockholm ging es dagegen etwas nach oben.

Damit geht das trendlose Gezerre an den Märkten weiter", sagte ein Händler. Einerseits belasten weiterhin die Schlagzeilen der Corona-Pandemie die Entwicklung an den Börsen. Am Vortag hatte der US-Virologe und Präsidentenberater Anthony Fauci vor einem massiven Anstieg der Infektionen gewarnt. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den USA könne von derzeit mehr als 40.000 auf 100.000 ansteigen, sagte Fauci bei einer Anhörung im US-Senat.

Andererseits werden stärkere Verluste von guten Konjunkturdaten verhindert, neben den ADP-Daten sind auch Einkaufsmanager-Indizes vergleichsweise gut ausgefallen. Sowohl in den USA, in Deutschland als auch in der Eurozone insgesamt hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager schneller erholt als erwartet, in Großbritannien liegt sie sogar schon wieder knapp über der Expansionsschwelle. Bereits in der Nacht hatte China einen Einkaufsmanager-Index auf Sechs-Monatshoch bekannt gegeben. Und zumindest im privaten Sektor kommt der US-Arbeitsmarkt laut ADP-Daten schon wieder aus der Talsohle heraus.

Am Vormittag hatte ein Systemausfall den Handel in Deutschland und in Österreich lahmgelegt. Der Handel startete erst am Mittag und läuft laut Deutscher Börse nun stabil.

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Deutsche Börse auf Allzeithoch
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Weder die technischen Probleme mit den Handelssystemen noch die Abstufung durch die LBBW können den Hausse-Kurs der Deutschen Börse stören: Der Kurs stieg um 0,6 Prozent und notierte zeitweise erstmals über 163 Euro. "Der Markt rechnet mit guten Quartalszahlen", so ein Händler. Sowohl im Kassa- als auch im Terminhandel sollte die Pandemie die Umsätze nach oben getrieben haben.

Insgesamt war die Lage aber eher uneinheitlich. Größter DAX-Gewinner waren Fresenius Medical Care (FMC) mit einem Plus von 1,6 Prozent, auch in Europa legten die Pharma-Aktien zu. Deutsche Post zogen um weitere 0,7 Prozent an, dank einer Steilvorlage von Fedex. Auch Adidas, Henkel und Beiersdorf standen auf der Gewinnerseite, gestützt von der Hoffnung auf einen höheren Absatz durch die Mehrwertsteuersenkung.

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Autos unter Druck - Staatsanwalt besucht Conti und VW
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Ein besseres Abschneiden des DAX wurde von den Autos verhindert. Continental gaben 3,2 Prozent ab, VW 1,2 Prozent, Daimler 1,3 Prozent. "Sie leiden unter den Durchsuchungen bei Conti und VW", sagte Heino Ruland von Ruland Research. Neben diesen seien auch Bosch und Daimler in den Abgasskandal involviert. "Die Durchsuchungen zeigen vor allem eines: Der Abgasskandal ist nicht vorbei", sagte er. Auch die Frage der Verjährung für Autokäufer könnte je nach Entwicklung wieder auf den Tisch kommen, so der Analyst.

Wirecard setzten ihre Achterbahnfahrt mit einem Abschlag von 16 Prozent fort.

Bei den Stoxx-Branchenindizes verlor der Index der Autotitel 1,5 Prozent. Auf der anderen Seite stieg der Index der Reise- und Freizeit-Aktien deutlich um 1,8 Prozent. Auch der Index der Öl- und Gaswerte zog deutlich an.

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Clariant profitieren von Übernahmegesprächen - S&T von Übernahme
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Berichte über fortgeschrittene Übernahmegespräche bei Clariant sorgten für ein Plus von 7,4 Prozent in der Aktie. "Interessant ist, dass die Begründung ganz anders als sonst ist", sagte ein Händler. Denn wie der schweizerische Tagesanzeiger berichtet, wolle sich Clariant damit aus der "Umklammerung" der Saudis befreien. Der Anteil des saudischen Chemieriesen Sabic von derzeit 31,5 Prozent an Clariant liege nun bei Saudi Aramco und solle dadurch verwässert werden. Bei Clariant wisse man, dass man in dem Konglomerat keine Rolle mehr spiele, so die Zeitung.

S&T legten um 3,9 Prozent zu. Die Analysten von Jefferies bewerteten die Übernahme des slowenischen 5G-Spezialisten Iskratel positiv. Der IT-Dienstleister werde auf diesem Gebiet seine Expertise steigern und seinem Umsatz etwa 115 Millionen Euro hinzufügen. Der TecDAX schloss leicht im Plus, der MDAX deutlicher um 0,9 Prozent.

In der vierten Reihe des deutschen Markts zogen Home24, Vectron und OHB stark an. Für die Aktie des Kassenherstellers Vectron geht es um 18 Prozent nach oben. Kassen, die nicht den neuen Standards entsprechen, müssen nun doch bis zum 30. September nachgerüstet werden müssen. Auch Home24 stiegen um 18 Prozent, Corona treibt die Umsätze des Online-Möbelhändlers nach oben.

Und OHB gewannen 8,4 Prozent, das Weltraumunternehmen wird die Europäische Raumfahrtagentur ESA bei der neuen Copernicus-Mission unterstützen. Diese Mission beinhaltet die Copernicus-Satelliten, die die weltweiten anthropogenen CO2-Emissionen messen werden und damit eine wesentliche Rolle für die Untersuchung der Ursache des Klimawandels und dessen Überwachung übernehmen.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.228,45 -5,62 -0,2% -13,8%
Stoxx-50 2.995,54 +6,55 +0,2% -12,0%
Stoxx-600 361,19 +0,85 +0,2% -13,1%
XETRA-DAX 12.260,57 -50,36 -0,4% -7,5%
FTSE-100 London 6.157,96 -11,78 -0,2% -18,2%
CAC-40 Paris 4.926,94 -9,05 -0,2% -17,6%
AEX Amsterdam 562,67 +2,94 +0,5% -6,9%
ATHEX-20 Athen 1.549,36 +7,24 +0,5% -32,6%
BEL-20 Bruessel 3.331,99 +3,99 +0,1% -15,8%
BUX Budapest 35.394,54 -423,34 -1,2% -23,2%
OMXH-25 Helsinki 3.943,97 +16,58 +0,4% -6,6%
ISE NAT. 30 Istanbul 134.718,85 +697,80 +0,5% -3,0%
OMXC-20 Kopenhagen 1.254,60 +11,88 +1,0% +10,5%
PSI 20 Lissabon 4.390,25 -39,04 -0,9% -16,6%
IBEX-35 Madrid 7.227,40 -4,00 -0,1% -24,3%
FTSE-MIB Mailand 19.330,88 -44,64 -0,2% -17,6%
RTS Moskau 0,00 0,00 0,0% -21,7%
OBX Oslo 722,12 +7,03 +1,0% -14,4%
PX Prag 923,72 +5,72 +0,6% -17,2%
OMXS-30 Stockholm 1.674,99 +10,66 +0,6% -5,5%
WIG-20 Warschau 1.772,38 +13,56 +0,8% -17,6%
ATX Wien 2.254,13 +7,41 +0,3% -28,8%
SMI Zuerich 10.089,67 +44,37 +0,4% -5,0%

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:07 Di, 17:35 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1259 +0,23% 1,1222 1,1244 +0,4%
EUR/JPY 121,04 -0,18% 120,76 121,20 -0,7%
EUR/CHF 1,0646 +0,06% 1,0624 1,0650 -1,9%
EUR/GBP 0,9026 -0,37% 0,9075 0,9081 +6,6%
USD/JPY 107,51 -0,41% 107,62 107,77 -1,2%
GBP/USD 1,2473 +0,60% 1,2367 1,2380
USD/CNH (Offshore) 7,0662 -0,06% 7,0736 7,0685
Bitcoin
BTC/USD 9.273,27 +1,26% 9.126,01 9.163,76 +28,6%



ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 39,81 39,27 +1,4% 0,54 -31,7%
Brent/ICE 41,99 41,27 +1,7% 0,72 -32,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.766,88 1.782,05 -0,9% -15,17 +16,4%
Silber (Spot) 17,97 18,18 -1,1% -0,21 +0,7%
Platin (Spot) 816,05 824,48 -1,0% -8,43
Kupfer-Future 2,71 2,71 -0,2% -0,01
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/err

END) Dow Jones Newswires

July 01, 2020 12:09 ET (16:09 GMT)

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Im Artikel erwähnt
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