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MÄRKTE USA/Fed treibt Wall Street auf neue Rekordstände

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
NEW YORK (Dow Jones)--Die Wall Street hat am Mittwoch mit neuen Rekordständen geschlossen. Die drei wichtigsten Aktienindizes markierten in Reaktion auf die Beschlüsse der US-Notenbank Allzeithochs. Die Fed und US-Notenbankpräsident Jerome Powell trafen den richtigen Ton, um Anleger nicht zu verschrecken. Der Dow-Jones-Index kletterte um 0,3 Prozent auf 36.158 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite gewannen 0,6 bzw. 1,0 Prozent. Den 2.224 (Dienstag: 1.477) Kursgewinnern an der Nyse standen dabei 1.108 (1.892) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 178 (128) Titel.

Die US-Notenbank hat beschlossen, ihr Programm zum Ankauf von Anleihen in diesem Monat zu reduzieren und im Juni 2022 auslaufen zu lassen. Die Fed wird ihre Anleihekäufe im November um 15 Milliarden Dollar und im Dezember um weitere 15 Milliarden Dollar reduzieren. Sie erklärte, dass ähnliche Reduzierungen der Nettokäufe "wahrscheinlich jeden Monat angemessen sein werden" - das Tempo könne aber angepasst werden. Der Leitzins blieb unangetastet, Ökonomen hatten diese Entscheidung erwartet.

Jetzt ist nicht die Zeit für Zinserhöhungen. Die Fed kann bei Zinserhöhungen geduldig sein", beschwichtigte Fed-Chef Powell. Die US-Notenbanker wollen die Zinsen erst anheben, wenn sie die Anleihekäufe beendet haben. Powell hat die Pläne zur Beendigung dieser Käufe im Vergleich zu früheren Markterwartungen leicht vorgezogen, da die Inflation stark gestiegen ist. Wann es zu einer Zinswende komme, hänge ganz wesentlich vom Pfad der Inflation ab, hieß es weiter. "Es ist schwer, nicht optimistisch zu sein", sagte Aktienstratege Chris Grisanti von MAI Capital Management. Die durch die Bank besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten bestätigten diese positive Sicht. Händler bestätigten, dass die Fed die richtige Balance bei der Inflationsbekämpfung gefunden habe. Denn die Wirtschaft laufe weiter gut und könne die Straffung der Geldpolitik wegstecken.

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Quartalsausweise weiter überwiegend positiv
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Nebenbei lief die bislang äußerst überzeugende Bilanzsaison weiter. Anders als befürchtet, hat sich die hohe Inflation noch nicht im Kaufverhalten der Kunden niedergeschlagen. Auch die aktuellen Quartalsausweise enthielten mehr Licht als Schatten. Die Geschäftszahlen von T-Mobile (+5,3%) wurden positiv aufgenommen. Die Tochter der Deutschen Telekom war im Quartal stark gewachsen und hatte die Erwartungen übertroffen. Überraschend gut schnitt auch der Lebensmittelkonzern Mondelez (+1,6%) ab.

Amgen stiegen um 1,8 Prozent, nachdem das Biotechnologieunternehmen Geschäftszahlen mit Licht und Schatten ausgewiesen und seine Jahresumsatzprognose leicht gesenkt hatte - Anleger konzentrierten sich auf das Positive. Activision Blizzard brachen um 14,1 Prozent ein. Zwei wichtige Neuerscheinungen des Spiele-Entwicklers verzögern sich. Zudem lagen Geschäftszahlen und Ausblick unter Erwartung.

Der Luxusgüterkonzern Capri Holdings hatte starke Geschäftszahlen veröffentlicht und den Ausblick angehoben. Das trieb die Aktie der Muttergesellschaft von Marken wie Michael Kors und Versace um 15,7 Prozent nach oben. Bed Bath & Beyond reagierten mit einem Sprung um 15,2 Prozent auf die Ankündigung der Supermarktkette Kroger (+5,5%), im Rahmen eines Pilotprojekts in einigen ihrer Filialen Markeninseln des Inneneinrichters unterzubringen.

Nach Zahlenausweis stiegen Marriott um 2,8 Prozent. Im Handel kamen Aussagen zu implementierten Kostensenkungen gut an. Auch die Geschäftszahlen gefielen. Zillow stürzten um knapp 25 Prozent ab, der Immobilienkonzern trennt sich von einem Geschäftsmodell, weil dieses nicht läuft. R.R. Donnelly & Sons (+38,1%) nähert sich laut Kreisen einem Verkauf an eine Beteiligungsgesellschaft.

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Biden-Aufruf belastet Ölpreis
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Deutlich unter Druck gerieten die Ölpreise. Belastend wirkte einerseits, dass die Ölvorräte der USA nach Regierungsangaben in der vergangenen Woche gestiegen waren - und dies deutlicher als vorausgesagt. Zum anderen hatte US-Präsident Joe Biden das Erdölkartell Opec und Russland aufgefordert, mehr Öl zu fördern. Zudem drückten Berichte über die Wiederaufnahme der Atomgespräche mit dem Iran. Dadurch könnte iranisches Erdöl an den Markt kommen, sollten Sanktionen fallen.

Gold zeigte sich schwächer, aber erholt von den Tagestiefs. Die Aussicht auf geldpolitische Straffungen drückte den Preis des Edelmetalls. Der Dollar sank mit den als eher taubenhaft interpretierten Aussagen der Fed, der Dollarindex ermäßigte sich um 0,3 Prozent.

Am Rentenmarkt stiegen die Renditen mit der Aussicht auf Zinserhöhungen im nächsten Jahr. Am Markt herrsche die Überzeugung vor, dass die Inflation länger als bislang erwartet auf dem hohen Niveau verharren werde, hieß es. Daher werde die Fed gemäß ihrer Ansage handeln, hieß es.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 36.157,58 +0,3% 104,95 +18,1%
S&P-500 4.660,57 +0,6% 29,92 +24,1%
Nasdaq-Comp. 15.811,58 +1,0% 161,98 +22,7%
Nasdaq-100 16.144,50 +1,1% 172,01 +25,3%

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,47 2,4 0,45 35,3
5 Jahre 1,18 3,2 1,15 81,9
7 Jahre 1,46 3,8 1,42 80,9
10 Jahre 1,59 4,3 1,55 67,7
30 Jahre 2,03 6,6 1,96 37,9

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:29 Di, 17:20 % YTD
EUR/USD 1,1608 +0,3% 1,1585 1,1581 -5,0%
EUR/JPY 132,34 +0,3% 131,95 131,89 +5,0%
EUR/CHF 1,0582 -0,1% 1,0588 1,0589 -2,1%
EUR/GBP 0,8485 -0,2% 0,8501 0,8508 -5,0%
USD/JPY 114,01 +0,0% 113,90 113,89 +10,4%
GBP/USD 1,3680 +0,5% 1,3628 1,3613 +0,1%
USD/CNH (Offshore) 6,3948 -0,1% 6,3979 6,4013 -1,7%
Bitcoin
BTC/USD 62.897,51 -0,1% 63.116,26 63.732,26 +116,5%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 80,06 83,91 -4,6% -3,85 +67,9%
Brent/ICE 81,24 84,72 -4,1% -3,48 +60,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.771,70 1.787,10 -0,9% -15,40 -6,7%
Silber (Spot) 23,52 23,51 +0,0% +0,01 -10,9%
Platin (Spot) 1.033,82 1.040,40 -0,6% -6,58 -3,4%
Kupfer-Future 4,35 4,37 -0,3% -0,01 +23,5%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf

END) Dow Jones Newswires

November 03, 2021 16:23 ET (20:23 GMT)

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