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MÄRKTE USA/Politische und konjunkturelle Unsicherheit dürften belasten

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
NEW YORK (Dow Jones)--Die jüngste Eskalation im Konflikt zwischen den USA und China und der innenpolitische Streit um die Verlängerung von Corona-Hilfen dürften die US-Börsen auch am Freitag belasten. Die Futures auf die wichtigen Aktienindizes liegen zwischen 0,3 und 0,8 Prozent im Minus. Am Donnerstag war es allerdings deutlicher nach unten gegangen, nachdem der überraschend deutliche Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Konjunktursorgen geschürt hatte.

Nachdem die USA kürzlich die Schließung des chinesischen Konsulats in Houston angeordnet hatten, verfügte China am Freitag die Schließung des US-Konsulats in der südwestchinesischen Stadt Chengdu. US-Außenminister Mike Pompeo rief das chinesische Volk am Donnerstag dazu auf, die regierende Kommunistische Partei zu verändern, verkniff sich allerdings einen Aufruf zum Austausch des Regimes. Und US-Präsident Donald Trump ließ verlauten, dass ihm das Phase-I-Handelsabkommen mittlerweile nicht mehr so wichtig sei wie zum Zeitpunkt des Abschlusses im Januar.

Ong Zi Yang, Makro-Analyst bei FSMOne.com in Singapur spricht mit Blick auf die Konsulatsschließung in Chengdu von einem "politischen Vergeltungsakt", der im Gegensatz zu dem verbalen Schlagabtausch stehe, der bisher den Konflikt geprägt habe. Viele Anleger fühlten sich dadurch zu Gewinnmitnahmen veranlasst, zumal speziell die chinesischen Aktienmärkte seit dem Einbruch im März kräftig zugelegt hätten.

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Einigung auf weiteres Hilfspaket lässt auf sich warten
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In den USA ist derweil eine Einigung auf ein weiteres Corona-Hilfspaket wieder etwas weiter in die Ferne gerückt. Die Republikaner im US-Senat haben wegen fortgesetzter Differenzen mit dem Weißen Haus zunächst darauf verzichtet, einen Gesetzentwurf für Unterstützungsmaßnahmen im Volumen von weiteren 1 Billionen Dollar vorzulegen. Damit wird die Zeit für eine ebenfalls noch notwendige Einigung mit den Demokraten noch knapper. Ende Juli läuft ein Programm aus, das arbeitslosen US-Bürgern wöchentlich zusätzliche 600 Dollar an Unterstützung gewährt. Anfang August verabschieden sich die Abgeordneten zudem in die Sommerpause.

An Konjunkturdaten stehen am Freitag kurz nach der Startglocke zunächst die Juli-Einkaufsmanagerindizes von Markit zum Servicesektor und für das verarbeitende Gewerbe zur Veröffentlichung an. Etwas später folgen die Neubauverkäufe aus dem Juni.

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Anleger bestrafen Intel für Entwicklungsverzögerung
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Unter den Einzelwerten an der Börse brechen Intel vorbörslich um über 13 Prozent ein, nachdem der Chiphersteller am Donnerstag nach Börsenschluss Geschäftszahlen vorgelegt hat. Das Unternehmen hat zwar im zweiten Quartal die Erwartungen übertroffen, erschreckte aber die Anleger mit der Nachricht, dass sich die Entwicklung superschneller Halbleiter verzögern werde. Damit gerät Intel zu Wettbewerber AMD ins Hintertreffen. Die AMD-Aktie springt um 6,4 Prozent nach oben.

Aus den am Freitag vor Handelsstart veröffentlichten Zahlen von American Express geht hervor, dass sich der Kreditkartenkonzern im zweiten Quartal ergebnisseitig besser als befürchtet geschlagen hat. Allerdings bleiben die Einnahmen hinter den Erwartungen zurück. Die Aktie sinkt vorbörslich um 1,8 Prozent. Leicht positiv werden hingegen die Zahlen von Verizon Communications aufgenommen. Der Kurs steigt um 0,3 Prozent.

Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China lassen am Devisenmarkt den Yuan weiter zurückfallen. Die jüngste Zuspitzung des Streits könne den Markt wegen der zunehmenden Unsicherheit und der drohenden Volatilität wieder aufrütteln, sagt Devisenanalyst Hao Zhou von der Commerzbank. Weil sich die Wahlen näherten, müsse Trump mit harten Bandagen gegen China kämpfen. Obwohl das Handelsabkommen nun für ihn "weniger bedeutet", benötige er aber noch immer Käufe aus China, um insbesondere in den "Swing States" die Wähler zu besänftigen. Es bestehe kaum ein Zweifel, dass auch Chinas Haltung härter werde, weshalb sich der gegenseitige Schlagabtausch weiter fortsetzen werde. Der Yuan dürfte damit weiterhin unter Abwertungsdruck stehen.

Die Ölpreise steigen und zeigen sich damit unbeeindruckt davon, dass sich der Ton zwischen China und den USA verschärft hat. Die Preise profitierten etwas davon, dass der Dollar zu vielen anderen Währungen etwas schwächer tendiere, heißt es aus dem Handel. Zum Teil dürfte der Preisanstieg auch auf eine Gegenbewegung nach den Verlusten vom Donnerstag zurückzuführen sein. Das Barrel US-Rohöl der Sorte WTI verteuert sich um 0,6 Prozent auf 41,32 Dollar. Brentöl legt um 0,5 Prozent zu auf 43,54 Dollar.

Gold ist vor dem Hintergrund der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit erneut gefragt. Der Preis für die Feinunze steigt um 0,3 Prozent auf 1.893 Dollar. Am Anleihemarkt geben die Notierungen dagegen nach dem jüngsten Anstieg leicht nach. Die Zehnjahresrendite steigt um etwa einen halben Basispunkt auf 0,59 Prozent.

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US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,15 1,2 0,14 -105,3
5 Jahre 0,27 0,2 0,27 -165,3
7 Jahre 0,45 0,5 0,44 -180,3
10 Jahre 0,59 0,4 0,58 -185,7
30 Jahre 1,25 1,4 1,23 -182,2

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:30 Do, 17:20
EUR/USD 1,1608 +0,11% 1,1610 1,1588
EUR/JPY 123,37 -0,42% 123,55 124,00
EUR/CHF 1,0733 +0,00% 1,0731 1,0729
EUR/GBP 0,9101 -0,04% 0,9110 0,9094
USD/JPY 106,27 -0,53% 106,41 107,01
GBP/USD 1,2754 +0,14% 1,2744 1,2740
USD/CNH (Offshore) 7,0267 +0,24% 7,0209 7,0062
Bitcoin
BTC/USD 9.522,26 -0,94% 9.522,26 9.488,76

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD
WTI/Nymex 41,32 41,07 +0,6% 0,25
Brent/ICE 43,54 43,31 +0,5% 0,23

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD
Gold (Spot) 1.892,69 1.887,30 +0,3% +5,39
Silber (Spot) 22,54 22,63 -0,4% -0,08
Platin (Spot) 915,75 905,50 +1,1% +10,25
Kupfer-Future 2,88 2,93 -1,7% -0,05
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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END) Dow Jones Newswires

July 24, 2020 08:45 ET (12:45 GMT)

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Im Artikel erwähnt
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