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MÄRKTE USA/Uneinheitlich - Sorgen um geldpolitische Straffung und China

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
NEW YORK (Dow Jones)--Ohne klare Tendenz hat die Wall Street am Donnerstag den Handel beendet. Zunächst hatten zum Teil sehr gute US-Konjunkturdaten für leichte Gewinne bei den Indizes gesorgt. Doch die damit einhergehenden Spekulationen um eine zügigere Straffung der Geldpolitik sorgten im Verlauf für ein Abrutschen ins Minus. Hier rückt nun die Sitzung der US-Notenbank in der kommenden Woche in den Fokus. Im späten Handel schaffte lediglich der Nasdaq-Composite wieder den Sprung ins Plus.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent auf 34.751 Punkte. Der S&P-500 fiel um 0,2 Prozent, der Nasdaq-Composite stieg dagegen um 0,1 Prozent. Dabei standen den 1.555 (Mittwoch: 2.292) Kursgewinnern 1.751 (1.005) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 125 (148) Titel.

Bremsend wirkte auch der Blick nach China, wo der wankende Immobilienriese Evergrande eine Krise des Immobiliensektors auslösen könnte. Auch der chinesische Bankensektor könnte davon betroffen sein, die Entwicklung negative Auswirkungen auf die chinesische Konjunktur haben, hieß es. Wegen des abgeschotteten Finanzmarktes in China drohten allerdings kaum Ansteckungsgefahren.

Die US-Konjunkturdaten überzeugten mehrheitlich. Der Philadelphia-Fed-Index für September fiel signifikant besser als erwartet aus. Und der Einzelhandelsumsatz im August ist deutlich gestiegen, obwohl hier von sinkenden Erlösen ausgegangen worden war. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen leicht schwächer als prognostiziert aus, bewegten sich aber immer im Rahmen der Erwartung.

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Dollar legt kräftig zu - Gold unter Druck
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Am Devisenmarkt stieg der Dollar-Index mit den Daten um 0,4 Prozent auf ein Dreiwochenhoch. Händler verwiesen vor allem auf die unerwartet gestiegenen Einzelhandelsumsätze. Die Daten heizten die Debatte um ein Vorziehen geldpolitischer Straffungen erneut an, was wiederum den Dollar stützte. Capital Economics sah die Daten aber nicht so positiv. Ökonom Michael Pearce verwies auf die deutlichen Abwärtsrevisionen der Vormonate.

Am Anleihemarkt legten die Renditen mit den überraschend positiven Einzelhandelsdaten zu. Inflationsängste sind nach Ansicht einiger Ökonomen nach wie vor einer der Faktoren, die die Anleger von US-Staatsanleihen abhalten - und das angesichts der hohen Erwartungen an den Start einer Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe auf der kommenden Fed-Sitzung.

Der Goldpreis stürzte auf ein Fünfwochentief, lag aber bereits vor den Daten klar im Minus. Die Talfahrt nahm mit der Aussicht auf geldpolitische Straffungen allerdings deutlich Fahrt auf. Die gedämpften Inflationserwartungen sorgten für Gegenwind, so die ANZ-Analysten. Ihr Bewertungsmodell für Gold geht noch immer von einer Unterbewertung des Edelmetalls aus. Diese sei auf die Erwartung zurückzuführen, dass der Inflationsanstieg nur vorübergehend sei. Da sind die Experten aber skeptisch. Zudem plant China die Freigabe staatlicher Reserven bei Basismetallen. Der Preisverfall dieser Metalle belastet auch den Goldpreis.

Nach der Vortagesrally auf die höchsten Stände seit Mitte Juli zeigten sich die Ölpreise wenig verändert. Zwischenzeitlich war es zu leichten Gewinnmitnahmen gekommen. Aktuell spreche wenig für niedrigere Preise, hieß es. "Wirbelsturm Ida begrenzt noch immer einen wesentlichen Anstieg des US-Angebots. Und die Nachfrage in China belebt sich wieder, während die Lockerung der Beschränkungen in anderen Ländern die Aussichten für die Ölnachfrage stark hält", sagte Analyst Helge Andre Martinsen von DNB Markets.

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Cisco geben Gewinne wieder ab
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Die Aktien von Cisco Systems fielen nach anfänglichen Kursgewinnen um 0,4 Prozent. Der Netzwerkausrüster plant die Einführung neuer Finanzkennziffern und eine Überarbeitung der Bilanzierungsmethodik, um das Wachstum des Softwaregeschäfts besser zu verdeutlichen. Die Betreiberaktien von Spielkasinos gaben nach der Ankündigung verschärfter Regulierungen in Macau erneut nach. Wynn Resorts (-2,4%) und Las Vegas Sands (-1,4%) bauten die Abgaben weiter aus.

Aktien von Blue Apron verloren nach der Hausse des Vortages 10 Prozent. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Auslöser des Kurssprungs war die Nachricht, dass der Kochboxenversender eine Kapitalerhöhung plant, an der sich Gründungsinvestor Joseph Sanberg und Mit-Gründer Matthew B. Salzberg maßgeblich beteiligen werden. Beide ziehen sich überdies aus dem Board des Unternehmens zurück.

Electronic Arts (-0,8%) bauten die deutlichen Vortagesabgaben noch etwas aus. Die Aktie des Spieleentwicklers hatte unter Gerüchten gelitten, dass sich der Start des Spiels "Battlefield 2042" verzögern werde. Das Unternehmen bestätigte dies, bekräftigt gleichzeitig aber seinen Ausblick, was für Beruhigung sorgte.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 34.751,32 -0,2% -63,07 +13,5%
S&P-500 4.473,75 -0,2% -6,95 +19,1%
Nasdaq-Comp. 15.181,92 +0,1% 20,40 +17,8%
Nasdaq-100 15.515,91 +0,1% 12,37 +20,4%

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,22 0,4 0,21 10,0
5 Jahre 0,84 3,9 0,80 47,5
7 Jahre 1,13 4,4 1,09 48,3
10 Jahre 1,33 3,2 1,30 41,5
30 Jahre 1,88 2,2 1,86 23,7

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 10:52 Mi, 17:30 % YTD
EUR/USD 1,1768 -0,4% 1,1774 1,1816 -3,7%
EUR/JPY 129,11 -0,1% 128,79 129,27 +2,4%
EUR/CHF 1,0908 +0,3% 1,0875 1,0869 +0,9%
EUR/GBP 0,8532 -0,1% 0,8521 0,8537 -4,5%
USD/JPY 109,71 +0,3% 109,38 109,39 +6,2%
GBP/USD 1,3793 -0,4% 1,3818 1,3842 +0,9%
USD/CNH (Offshore) 6,4522 +0,4% 6,4435 6,4279 -0,8%
Bitcoin
BTC/USD 47.441,51 -1,5% 48.144,01 48.040,26 +63,3%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 72,63 72,61 +0,0% 0,02 +51,3%
Brent/ICE 75,67 75,46 +0,3% 0,21 +48,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.754,53 1.794,01 -2,2% -39,48 -7,6%
Silber (Spot) 22,94 23,83 -3,7% -0,88 -13,1%
Platin (Spot) 938,85 949,50 -1,1% -10,65 -12,3%
Kupfer-Future 4,26 4,40 -3,2% -0,14 +20,9%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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END) Dow Jones Newswires

September 16, 2021 16:22 ET (20:22 GMT)

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