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MÄRKTE USA/Wall Street von Fed und Biden ausgebremst

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
NEW YORK (Dow Jones)--Die Wall Street tritt zum Handelsbeginn am Mittwoch den dritten Tag in Folge mehr oder weniger auf der Stelle. Die Lethargie begründen Händler weiter mit der US-Notenbanksitzung, deren Beschlüsse erst im späten Geschäft mitgeteilt werden. Eine Mehrheit der Börsianer erwartet zwar ein Festhalten an der ultralockeren Geldpolitik, andererseits steigt die Skepsis, ob dies angesichts steigender Konjunktur- und Inflationserwartungen tatsächlich so sein wird. Die US-Notenbank könnte früher als geplant zu einer Straffung gezwungen sein, heißt es. Der Dow-Jones-Index sinkt im frühen Handel um 0,4 Prozent auf 33.846 Punkte, der S&P-500 steigt um 0,2 Prozent. Der Nasdaq-Composite stagniert.

Ein weiterer Grund ist die Rede zur Lage der Nation von US-Präsident Joe Biden nach Börsenschluss. Biden könnte neue Details seiner Steuerpläne erläutern. Denn anders als unter seinem Vorgänger Donald Trump stehen die Zeichen auf Steuererhöhungen. "Wir sehen einen gewissen Zielkonflikt zwischen höheren Unternehmensgewinnen, die positiv sind, und der Befürchtung, dass höhere Steuern dies ausgleichen könnten", sagt Chefmarktstratege Willem Sels von HSBC Private Bank.

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Technologieschwergewichte mit Zahlenausweis
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Darüber hinaus läuft die Berichtssaison auf vollen Touren, die aber aktuell kaum Einfluss auf den Gesamtmarkt zeigt. Alphabet (+5%) hat die Erwartungen der Analysten klar geschlagen. Der Google-Mutterkonzern hat im ersten Quartal Umsatzrekorde gebrochen und den Gewinn mehr als verdoppelt.

Microsoft (-3,1%) reagieren negativ auf die Geschäftszahlen, die umsatz- und gewinnseitig besser als erwartet ausgefallen sind. Die Aktie sei zuletzt stark gelaufen, vermuten Marktteilnehmer als Grund. Andere verweisen auf das Geschäft mit Surface-Laptops, das im laufenden Jahr wegen Lieferengpässen bei Chips sinken dürfte.

AMD (+2,9%) berichtet von einem Umsatzrekord dank einer mehr als Verdopplung der Erlöse in ihren Datenzentren. Auch der Nettogewinn übertraf die Erwartungen, zudem erhöhte AMD den Umsatzausblick. Die Wettbewerber-Aktie Intel gibt um 0,1 Prozent nach.

Der Chipkonzern Texas Instruments (-4,5%) schnitt mit seinen Zahlen zwar ebenfalls über den Konsensschätzungen ab, profitierte aber von Steuergutschriften. Amgen (-6,9%) verfehlte bei Gewinn und Umsatz die Erwartungen.

Boeing (-3,2%) hat im ersten Quartal einen höheren Verlust eingefahren als ohnehin befürchtet, vor allem durch das enttäuschende Geschäft mit zivilen Flugzeugen.

Starbucks (-2,4%) blieb mit dem Quartalsumsatz leicht unter der Erwartung. Den Umsatzausblick hob die Kaffeehauskette zwar an, bewegt sich damit aber im Rahmen der bereits kursierenden Schätzungen.

Der Kreditkartenkonzern Visa (+2,6%) verbuchte zwar einen Umsatz- und Gewinnrückgang, die Zahlen fallen aber immer noch besser als am Markt erwartet aus. Ebenfalls nach Vorlage der Geschäftszahlen gewinnen Juniper Networks und die Aktie des Süß- und Knabberwarenkonzerns Mondelez 1,4 bzw. 4,4 Prozent, vor allem Mondelez schnitt besser als gedacht ab.

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Nutzerzuwachs bei Digitalunternehmen wichtiger als Ergebnisse
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Pinterest brechen um 11,1 Prozent ein, die Online-Pinnwand verbuchte deutlich gestiegene Umsätze. Aber das Nutzerwachstum in der Auftaktperiode verfehlte die Markterwartungen. Der starke Konsum von Musik und Podcasts zu Hause hat Spotify (-10,6%) zwar ein kräftiges, aber abgeschwächtes Wachstum der Nutzerzahlen gebracht.

Capital One ziehen um 5,3 Prozent an, die Bank hat im ersten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Der Dollar tendiert vor den Fed-Beschlüssen gut behauptet. Der Euro geht mit 1,2065 Dollar um nach 1,2090 am Vorabend. Analysten halten den Gedanken, dass sich die Fed verkalkuliert haben könnte, für berechtigt. Sollte ihre Erwartung, dass die Inflation nicht nachhaltig steige, auf mittlere Sicht enttäuscht werden, müsste sie zügig den Leitzins anheben. Ähnliche Spekulationen gibt es auch am Rentenmarkt, wo die Renditen zum Teil leicht anziehen. Auch der sinkende Goldpreis deutet in diese Richtung.

Die Erdölpreise steigen derweil auf das höchste Niveau seit Mitte März. Das Kartell Opec zeigt sich optimistisch hinsichtlich der Rohölnachfrage.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 33.845,92 -0,41 -139,01 10,58
S&P-500 4.193,72 0,17 7,00 11,65
Nasdaq-Comp. 14.090,36 0,00 0,14 9,33
Nasdaq-100 13.966,40 0,04 6,13 8,37

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,16 -0,8 0,17 4,7
5 Jahre 0,87 -0,6 0,88 51,4
7 Jahre 1,32 1,8 1,30 67,1
10 Jahre 1,62 0,6 1,62 70,7
30 Jahre 2,29 -0,5 2,29 64,0

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:25 Uhr Di, 17:53 Uhr % YTD
EUR/USD 1,2066 -0,20% 1,2067 1,2080 -1,2%
EUR/JPY 131,43 +0,01% 131,47 131,12 +4,2%
EUR/CHF 1,1045 -0,10% 1,1060 1,1036 +2,2%
EUR/GBP 0,8689 -0,07% 0,8692 0,8682 -2,7%
USD/JPY 108,92 +0,20% 108,95 108,54 +5,5%
GBP/USD 1,3887 -0,14% 1,3884 1,3914 +1,6%
USD/CNH (Offshore) 6,4791 -0,01% 6,4832 6,4788 -0,4%
Bitcoin
BTC/USD 54.783,44 -1,02% 54.151,75 55.137,00 +88,6%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 63,66 62,94 +1,1% 0,72 +30,9%
Brent/ICE 67,08 66,42 +1,0% 0,66 +30,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.771,80 1.776,94 -0,3% -5,14 -6,6%
Silber (Spot) 25,94 26,26 -1,2% -0,32 -1,7%
Platin (Spot) 1.213,15 1.232,08 -1,5% -18,93 +13,3%
Kupfer-Future 4,46 4,49 -0,7% -0,03 +26,5%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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END) Dow Jones Newswires

April 28, 2021 10:02 ET (14:02 GMT)

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Im Artikel erwähnt
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