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Merck: Das könnte der Durchbruch sein

| Quelle: finanztreff

Der Spezialchemie- und Pharmakonzern Merck KGaA hat für die zukünftige Zulassung eines seiner Lungenkrebsmittel eine wichtige Hürde in den USA genommen. Für den Wirkstoff Tepotinib habe die amerikanische Arznemittel-Behörde FDA den sogenannten "Breakthrough Therapy"-Status erteilt, teilte das Unternehmen in Darmstadt mit.

Die Prüftherapie Tepotinib soll bei bestimmten aggressiven Lungen-Tumoren mit schlechter Prognose zum Einsatz kommen. Die FDA vergibt den Status ("bahnbrechend" ) nur, wenn erste klinische Studien darauf hinweisen, dass ein Wirkstoff signifikant besser gegenüber derzeit verfügbaren Therapien für schwerwiegende oder lebensbedrohliche Erkrankungen wirken könnte.

"Die Anerkennung ist ein weiterer Schritt, mit dem das Potenzial von Tepotinib untermauert wird", sagte Luciano Rossetti, globaler Leiter der Forschung und Entwicklung im Biopharma-Geschäft von Merck. "Wir wollen dieses Programm vorantreiben und das Arzneimittel so schnell wie möglich den Patienten mit nicht kleinzelligem Bronchial-Karzinom zur Verfügung stellen, die davon profitieren könnten."

Die Merck-Aktien -1,11% haben sich am Mittwoch überdurchschnittlich freundlich gezeigt. Mit einem Kursplus von rund 1,5 Prozent gehörten sie zu den besten Werten im DAX. Dabei wurde auch die 50-Tage-Linie bei 94,57 Euro wieder überwunden.

12-Monats-Chart Merck KGaA (in Euro)


Zu den positiven Neuigkeiten aus den USA kamen noch gute Nachrichten zum Problemgeschäft mit Spezialmaterialien. Ab dem Jahr 2020 rechnet das Merck-Management in der Sparte mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum aus eigener Kraft zwischen zwei und drei Prozent, wie Merck vor Beginn seines Kapitalmarkttags mitteilte. Die bereinigte operative Marge (Ebitda) soll zudem dauerhaft rund 30 Prozent betragen.

Merck hat im Geschäft mit den Spezialmaterialien seit einiger Zeit mit der wachsenden Konkurrenz aus Asien und einer allgemeinen Marktschwäche zu kämpfen. Bereinigt um Währungseffekte und den Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen sanken die Erlöse hier im dritten Quartal. Merck will in diesem Bereich durch eine verstärkte Ausrichtung auf die Halbleiter- und Elektronikindustrie die Kurve kriegen und verleibt sich zu dem Zweck den US-Halbleiter-Zulieferer Versum sowie den kalifornischen Materialspezialisten Intermolecular ein. Die Übernahmen sollen bis Jahresende abgeschlossen werden. Die Integrationsplanungen seien bereits weit fortgeschritten, teilte das Unternehmen am Mittwoch weiter mit.

Zudem informierte Merck, dass die FDA die Prüftherapie Tepotinib, die bei bestimmten aggressiven Lungentumoren mit schlechter Prognose zum Einsatz kommen soll, als "bahnbrechend" ansieht. Der sogenannte Breaksthrough-Therapy-Status soll daher die Entwicklung und den Zulassungsprozess beschleunigen.

Mit Material von dpa-AFX

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