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Merkel: Biden repräsentiert Bekenntnis zum Multilateralismus

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Andreas Kißler

CARBIS BAY/BERLIN (Dow Jones)--Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu Beginn des Gipfels der sieben führenden Industrieländer (G7) in Cornwall die Teilnahme des neuen US-Präsidenten Joe Biden mit der Erwartung eines Bekenntnisses zum Multilateralismus verknüpft. "Ich freue mich natürlich, dass der amerikanische Präsident hier dabei ist. Joe Biden zum ersten Mal begegnen zu können, ist natürlich etwas Wichtiges, denn er präsentiert und repräsentiert das Bekenntnis zum Multilateralismus, das uns doch in den letzten Jahren gefehlt hat", sagte Merkel.

Deshalb werden wir hier ein starkes Wort für den Multilateralismus sagen, und auch für den wertebasierten Multilateralismus, was dann natürlich auch zu einer Auseinandersetzung mit Russland, aber auch in einigen Aspekten mit China führen wird." Auf der anderen Seite brauche man alle in der Welt und wolle zusammenarbeiten, gerade in den Bereichen des Klimaschutzes und der Biodiversität. "Da werden wir niemals Lösungen ohne China erreichen", betonte die Kanzlerin.

Merkel sprach von wichtigen Beratungen bei dem Gipfel und erwartete hoffentlich gute Resultate. "Die Vorbereitungen deuten jedenfalls darauf hin." Besprochen werden sollten alle wichtigen Fragen, die zu besprechen sind, das seien die Überwindung der Corona-Pandemie und alle Fragen, die mit dem Impfen zusammenhängen, und auch, "wie wir die Weltwirtschaft wieder ankurbeln".

Die Veranstaltung in dem Ort Carbis Bay, zu dem sich die Staats- und Regierungschefs der G7 erstmals seit zwei Jahren wieder persönlich treffen, sollte am Freitagnachmittag mit einer Diskussion über den Wiederaufschwung nach der Corona-Krise starten. "Es geht viel um die ökonomischen Fragestellungen, wie wir aus der Pandemie herauskommen", hieß es im Vorfeld aus der Bundesregierung. Am Samstag soll es unter anderem darum gehen, wie man die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen widerstandsfähiger aufstellen kann, außerdem bei aufeinander folgenden Sitzungen um außenpolitische Fragen, um Gesundheitsthemen und um den Klima- und Naturschutz.

Beim Thema Wirtschaft sollen Steuerthemen, aber auch handelspolitische Fragen etwa um die Rolle der Welthandelsorganisation WTO im Mittelpunkt stehen. Am Sonntag soll dann das Thema offener Gesellschaften erörtert werden. Eingeladen sind mit Australien, Korea, Südafrika und Indien auch vier Gastländer. Erwartet wurde in der deutschen Delegation eine Abschlusserklärung, in der anders als bei den Treffen mit dem früheren US-Präsidenten Donald Trump die G7 als "Wertegemeinschaft" betont wird. Für Biden ist es der erste physische Auftritt auf der weltpolitischen Bühne, er reist danach weiter zum Nato-Gipfel am Montag in Brüssel und zu einem Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin am Mittwoch in Genf.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/sha

END) Dow Jones Newswires

June 11, 2021 10:26 ET (14:26 GMT)

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