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Nach gutem Wochenstart fällt die United-Internet-Aktie wieder

| Quelle: FIN

Wie viele andere Papiere konnte auch die United-Internet-Aktie neulich einige Prozentpunkte gutmachen. Nachdem der Kurs zwischenzeitlich wieder auf über 41 Euro geklettert ist, musste der Internet-Spezialist wieder Verluste hinnehmen. Heute (04.12.18) fällt die Aktie erneut. Es bleibt also weiterhin ein sehr schwieriges Jahr für United-Internet-Anleger. Gründe und Chancen.

Zu Beginn des Jahres stand die Aktie noch bei knapp 60 Euro. Das 52-Wochen-Hoch mit 59,70 Euro wurde am 08. Januar erreicht. Bis Mitte Juni pendelte der Kurs auf und ab, nur um dann in den letzten Monaten abzustürzen. Der Sinkflug des United-Internet-Papiers fand seinen Boden Ende Oktober bei 33,91 Euro.

Selbst in dem Bärenmarkt, in dem wir uns seit einigen Monaten befinden, ist diese starke Entwicklung etwas Besonderes. Fast 50 Prozent in nicht einmal vier Monaten sind verlorengegangen. Aktuell scheint sich der Kurs in der Nähe von 40 Euro zu stabilisieren. Dass viele Investoren abgesprungen sind, hat neben der insgesamt mäßigen Stimmung an der Börse noch weitere Gründe.

Der Konzern gehört zu den wichtigen Internet-Providern in Europa. Mit fast 10.000 Mitarbeitern und mehr als vier Mrd. Euro Umsatz (2017) ist das Unternehmen ein wichtiger Vertreter im MDax und im TecDax. Wäre das Internet nicht so fortgeschritten, gäbe es keine Online-Shops und auch keine Möglichkeit, im Online-Casino Echtgeld zu gewinnen. Bekannt ist United Internet in der Bevölkerung jedoch eher durch die zahlreichen Marken. Dazu gehören beispielsweise:

 

  • 1&1
  • Drillisch
  • GMX
  • WEB.DE
  • Mail.com
  • Strato
  • Fasthosts
  • InterNetX

 

Umsatzwachstum und Gewinnrückgang

Darüber hinaus hält United Internet noch Beteiligungen an weiteren Unternehmen. Eine dieser Beteiligungen sorgt nun für schwache Zahlen. Es traf die Kabelgesellschaft Tele Columbus. Die Beteiligung von United Internet an Tele Columbus hat eine Wertminderung von 216,2 Mio. Euro erfahren.

Dadurch liegt der Gesamtgewinn von United Internet zwischen Januar 2018 und September 2018 nur noch bei 57,1 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies jedoch nur etwa ein Zehntel. Neben der Wertminderung von Tele Columbus spielt hier die Übernahme von Drillisch aber auch eine entscheidende Rolle.

Durch die Drillisch-Übernahme konnte sich United Internet einen Sonderertrag in Höhe von 304 Millionen Euro gutschreiben. Das sorgte natürlich auch für höhere Gewinne der Investoren und einer höheren Bewertung der United-Internet-Aktie.

Das Wachstum stieg in den ersten drei Quartalen des Jahres 2018 auf insgesamt 3,82 Mrd. Euro. Die 4,21 Mrd. Euro aus dem letzten Jahr werden somit deutlich übertroffen. Hier sieht sich der Konzern auch auf Kurs, weil viel Geld ins Wachstum gesteckt wird.

Probleme gibt es jedoch bei der Anzahl der Neukunden. United Internet plant weiterhin mit der schönen Zahl von einer Million neuer Kunden für 2018. Vor Start des vierten Quartals waren es aber erst 690.000.

Widerstand könnte sich als Unterstützung erweisen

Nun haben also die schwachen Zahlen im Vergleich zum Vorjahr in Verbindung mit dem allgemeinen Bärenmarkt den starken Abschwung der Aktie begünstigt. Dennoch ist die langfristige Investition bislang eine Erfolgsgeschichte. Betrachtet man den Horizont von zehn Jahren konnte die United-Internet-Aktie mehr als 400 Prozent zulegen.

Dennoch tut es natürlich weh, die jahrelang aufgebauten Gewinne in weniger als einem halben Jahr zu großen Teilen verpuffen zu sehen. Der ehemalige Widerstand bei 35 Euro hat sich in dieser Zeit aber als gute Unterstützung gezeigt. Abgesehen vom kurzen Durchstoß des 52-Wochen-Tiefs blieb eine Aktie von United Internet immer teurer als 35 Euro. Nun hat sich ein neuer Widerstand bei 40 Euro gebildet, der in Zukunft die Unterstützung darstellen wird.

Darauf können Anleger deshalb bauen, weil zahlreiche Analysten die Aktie mit „Buy“ einstufen. Die Deutsche Bank AG hat ihr Kursziel für United Internet zwar von 58 auf 56 Euro gesenkt, die Einstufung aber klar auf „Buy“ belassen. Die Berenberg Bank bleibt sogar bei einem Kursziel von 64 Euro und ist somit sogar noch etwas optimistischer.

Nachdem der Bärenmarkt ein Ende gefunden hat, wird es somit höchstwahrscheinlich auch für die United-Internet-Aktie wieder aufwärtsgehen. Die schwachen Zahlen wurden verdaut und sind im Aktienkurs bereits eingepreist. Können die prognostizierten Geschäftszahlen für das Jahr 2018 erreicht werden, werden auch die Investoren wieder mutiger.

Bildquelle: geralt / Pixabay.com

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