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Neue Rekorde in den USA voraus – folgt auch der Dax?

| Quelle: finanztreff

Neue historische Höchstkurse an den Weltbörsen mitnehmen – und sich anschließend für eine Rezession positionieren. So lautet der Rat der Investmentbank JPMorgen an die Investoren. Als Kurstreiber dürften vor allem die schon jüngst stark eingetrübten Erwartungen wirken, prognostizierte Analyst Mislav Matejka am Montag in einer strategischen Empfehlung.

Deren Anlass ist der Beginn der Quartalsberichtssaison an der Wall Street. Noch im Oktober habe der Markt einen Anstieg der Quartalsgewinne aller 500 Unternehmen des S&P 500 <US78378X1072> auf Jahressicht um neun Prozent erwartet. Nunmehr aber rechneten Analysten mit einem Rückgang der Gewinne um zwei Prozent.

Die Anleger seien damit möglicherweise zu pessimistisch, so Matejka. Während beispielsweise der Ölpreis im Jahresvergleich um fünf Prozent gefallen sei, hätten Experten die Prognosen für die Gewinne der Unternehmen im für die US-Konjunktur wichtigen Energiesektor gleich um gut ein Fünftel reduziert. Für "defensive", weniger von der Konjunktur abhängige Unternehmen in Europa rechne der Markt im ersten Quartal mit einem Rückgang der Gewinne um 14 Prozent. "Das dürfte zu pessimistisch sein", meint der Experte, auch wenn die Zahlen der Unternehmen in den kommenden Wochen eher durchwachsen ausfallen sollten.

Charttechnisch spricht nach dem "Golden Cross" Ende März ebenfalls viel für kurzfristig weiter steigende Aktienkurse.

12-Monats-Chart S&P-500-Index


Nach der Rally seit Jahresbeginn liege die Hürde für weitere Kursgewinne allerdings nun höher, räumte Matejka ein. Investoren dürften fortan jedoch auf wieder steigende Gewinne der Unternehmen setzen. Die wirtschaftlichen Aktivitäten in China dürften wieder zunehmen, die in Europa sich stabilisieren und die in den USA robust bleiben. "Die weltweiten Aktienmärkte, angeführt von China und dem S&P 500, dürften noch auf deutlich höhere Rekordwerte steigen", ist sich der Experte sicher.

Für europäische Aktien spreche ein zum US-Dollar voraussichtlich weiter fallender Euro-Kurs, mit dem sich die Export-Chancen der Unternehmen noch verbessern dürften. Gleichwohl sei das Kurspotenzial im Vergleich zum chinesischen und zum US-Markt begrenzt: Den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> sieht Matejka zum Jahresende bei 3550 Punkten, das wäre ein Anstieg um noch knapp drei Prozent. Unter den "Top Picks" der Investmentbank finden sich mit der Allianz <DE0008404005>, Airbus <NL0000235190> und Puma <DE0006969603> immerhin auch drei deutsche Börsentitel.

Und was wird der Dax <DE0008469008> in den nächsten Wochen machen? Nach Einschätzung der Charttechniker von der UBS wird der deutsche Leitindex bis 12.104 Punkte anziehen, wenn das Freitagshoch bei 12.031 Zählern überwunden werden kann, schrieben die Experten der Schweizer Großbank in einem Kommentar.

"Die Bullen sind sprungbereit", schrieben die Experten. Nach unten ist der Weg ihrer Einschätzung nach etwas weiter: Für ein "Short-Szenario" müsste der Dax um gut 150 Punkte fallen. "Erst ein nachhaltiger Bruch der Marke von 11.850 Punkten würde die Käufer aktuell unter Druck setzen", hieß es.

Ein Blick auf den 12-Monats-Dax-Chart unten offenbart tatsächlich noch einen technischen Aspekt, der für kurzfristig weiter steigende Dax-Notierungen spricht: Schon in Kürze dürfte die 50-Tage-Linie den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt von unten nach oben schneiden. "Dieses 'Golden Cross' ist in der Vergangenheit meist ein sehr zuverlässiges Kaufsignal gewesen. Hätte man seit 1995 nur in deutsche Aktien investiert, deren 50-Tage- über der 200-Tage-Linie notierte, so hätte man den Dax solide outperformt", schreibt das Anlegermagazin DER AKTIONÄR in seiner aktuellen Ausgabe. Bei 11.800 Zählern hatte sich jedoch Anfang April ein kleines Gap gebildet, das noch geschlossen werden sollte.

Mit Material von dpa-AFX

12-Monats-Chart Dax
Im Artikel erwähnt
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