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Shop Apotheke: Schwacher Ausblick setzt Aktie unter Druck

| Quelle: finanztreff

Der Online-Arzneimittelhändler Shop Apotheke will 2021 an das außergewöhnlich starke vergangene Jahr anknüpfen und seine Profitabilität nochmals verbessern. Das neue Jahr habe so begonnen, wie das vergangene geendet habe - mit zweistelligen Wachstumsraten, hieß es in dem am Mittwoch vorgelegten Geschäftsbericht des Unternehmens für 2020. Anleger scheinen sich aber mehr erhofft zu haben, die Aktien gerieten unter Druck.

Weil in der Pandemie viele Menschen auch Medikamente und andere Apothekenprodukte lieber online kauften, liefen die Geschäfte im vergangenen Jahr für die Shop Apotheke prächtig. Das Unternehmen hatte 1,6 Millionen neue aktive Kunden hinzugewonnen. Die Gesamtzahl stieg damit auf 6,3 Millionen.

Die Erlöse waren wie bereits bekannt auf 968 Millionen Euro angezogen, nach 701 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Den größten Batzen steuern dabei noch immer die deutschsprachigen Märkte Deutschland, Österreich und Schweiz bei, doch ihr Anteil nahm im Vergleich zu 2019 leicht ab. 

Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich auf 21,6 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von 13,6 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatte. Damit stieg die bereinigte Ebitda-Marge von minus 1,9 Prozent auf plus 2,2 Prozent. Unter dem Strich schreibt Shop Apotheke allerdings derzeit Verluste. Der Fehlbetrag nach Steuern wurde mit rund 16,8 (Vorjahr: -36,3) Millionen Euro zwar mehr als halbiert, Analysten hatten jedoch noch deutlichere Verbesserungen erwartet. 

Ausblick enttäuscht

Nach einem Umsatzplus von rund 38 Prozent rechnet der Vorstand um Konzernchef Stefan Feltens für 2021 aber derzeit mit etwas weniger Tempo. Angepeilt ist, dass der Umsatz um 20 Prozent oder mehr klettern soll. Die bereinigte Ebitda-Marge soll bei 2,3 bis 2,8 Prozent herauskommen. Dabei setzt das Management auch auf die Einführung des elektronischen Rezepts, dessen Start Shop Apotheke für den Sommer erwartet. Anleger und Analysten hatten sich hier mehr erhofft.

Das sagen die Analysten

Analysten zeigten sich derweil ein wenig enttäuscht: Der Ausblick auf 2021 liege am unteren Ende der Markterwartungen, schrieb Jefferies-Analyst Alexander Thiel. Die Resultate für 2020 wiederum hätten die bereits bekannten Eckdaten bestätigt und keine großen Überraschungen enthalten. Folglich beließ er die Einstufung für Shop Apotheke auf "Hold" mit einem Kursziel von 175 Euro.

Etwas pessimistischer ist hingegen Warburg Research. Nach den Zahlen hatte das Analysehause seine "Hold"-Einstufung sowie das Kursziel von 169 Euro bestätigt. Das vierte Quartal der Online-Apotheke sei beachtlich verlaufen, schrieb Analyst Michael Heider. Der Ausblick für 2021 liege allerdings am unteren Ende der Erwartungen.

Das macht die Aktie von Shop Apotheke

Am Mittwochvormittag fiel der Aktienkurs um mehr als eineinhalb Prozent. Im vergangenen September hatte der starke Kursanstieg der Aktie der Shop Apotheke +0,97% den Aufstieg vom SDax in den MDax gebracht. Seit dem Indexwechsel war es nochmals rasant aufwärts gegangen, Mitte Februar hatte das Papier fast 250 Euro gekostet - fast neun Mal so viel wie zum Börsengang im Herbst 2016. Die Aktien waren damals zu 28 Euro ausgegeben worden. Seit ihrem Hoch ist die Aktie inzwischen aber um rund ein Fünftel auf etwa 200 Euro zurückgekommen.

Sechs-Monats-Chart Shop Apotheke (in Euro)
Mit Material von dpaAFX.
Im Artikel erwähnt
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