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Siemens Energy: Der Weg zu Gewinn und Dividende

| Quelle: finanztreff

Milliardenverluste und keine Dividende: Die erste Bilanz von Siemens Energy ist mager ausgefallen. Noch hat der Börsenneuling einige Probleme, welche das Management in den nächsten Jahren beheben muss – Analysten glauben, dass dies gelingen kann.

Siemens Energy ist derzeit ein recht sperriges Konstrukt: Auf der einen Seite steht die ehemalige Siemens-Sparte Gas and Power, in der sowohl Technologien zur fossilen Energieerzeugung wie auch zur Stromübertragung gebündelt sind. Auf der anderen Seite gab Siemens seinen 67-prozentigen Anteil am Windanlagenbauer Siemens Gamesa +3,17% mit.

Probleme in beiden Sparten

Mit beiden Geschäften ist Siemens in den vergangenen Jahren nicht wirklich glücklich geworden. Beim einst so ertragreichen Kraftwerksgeschäft schwand die Nachfrage insbesondere nach großen Gasturbinen drastisch, die Profitabilität schmolz dahin.

Siemens Gamesa bekam das Abflauen des Windanlagen-Booms in Europa sowie den nahezu vollständigen Zusammenbruch des Geschäfts mit Landanlagen in Deutschland zu spüren. Nachdem die Regierungen ihre Fördersysteme auf Auktionen umstellten, sah sich die Windbranche einem massiven Preisdruck ausgesetzt.

So sollen die Probleme behoben werden

Siemens-Energy-Chef Christian Bruch steht nun vor der Aufgabe, aus den beiden verlustträchtigen Geschäften einen schlagkräftigen Konzern zu formen. Bruch kann aber nur bei Gas and Power durchregieren – einen direkten Zugriff bei Siemens Gamesa hat er nicht. Daran ändern wird sich in naher Zukunft nichts, denn es gibt keine Pläne, Siemens Gamesa vollständig zu übernehmen.

Bruch konzentriert daher sein Bemühen auf die Sparte Gas and Power. So will er die Struktur des Unternehmens verschlanken und Komplexität abbauen. Dazu gehört neben der Optimierung der Betriebsabläufe ein zentraler Einkauf sowie eine Verbesserung im Projektgeschäft. Defizitäre Projekte sollen schrittweise auslaufen und neue Aufträgen selektiver und weniger risikoreich ausgewählt werden. Als Kern sieht Bruch das Servicegeschäft. Dieses verspricht stabilere Renditen - und das dauerhaft. Beim Kohlegeschäft kündigte Bruch einen schrittweisen Ausstieg an.

Bei Siemens Gamesa hat hingegen Konzernchef Andreas Nauen das Sagen. Er soll Gamesa, das trotz voller Auftragsbücher Verluste schreibt, wieder auf Kurs bringen. Anstelle des Volumens hat er nun der Profitabilität den Vorrang eingeräumt, insbesondere im ertragsschwächeren Onshore-Geschäft. Projektrisiken will das Management senken. Helfen sollen auch neue Technologien und eine Vereinfachung der Lieferkette.

Das Ziel: Höhere Profitabilität

All das soll dazu beitragen, dass Siemens Energy in den kommenden Jahren deutlich profitabler wird. Für das am 1. Oktober begonnene Geschäftsjahr sollen die Umsätze in einer recht breiten Spanne von 2 bis 12 Prozent steigen. Die bereinigte Ergebnismarge soll 3 bis 5 Prozent erreichen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2019/20 hatten unter anderem Abschreibungen zu einem Fehlbetrag von fast 1,9 Milliarden Euro geführt. Eine Dividende gibt es daher nicht.

Analysten trauen Bruch den Umbruch zu

Die Mehrheit der 18 erfassten Analysten empfehlen die Aktie von Siemens Energy +0,75% derzeit zum Kauf und sehen beim Kurs noch deutliches Aufwärtspotenzial. Dabei haben sie vor allem die längerfristige Entwicklung im Blick. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei knapp 28 Euro.

Goldman-Sachs-Analyst Ajay Patel schreibt, dass Siemens Energy die komplette Energie-Wertschöpfungskette von konventioneller zu erneuerbarer Energie abdecke und damit auf zahlreiche Megatrends wie steigende Nachfrage, Minimierung von Schadstoffausstoß und Digitalisierung ausgerichtet sei. Er betonte das Potenzial durch Kostensenkungen und das langfristige Wachstum im Bereich der Erneuerbaren. Auch Investitionen in den Bereich Wasserstoff, der noch in den Kinderschuhen stecke, böten erhebliche Chancen.

Mit Material von dpaAFX.
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